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Rostock Neue Jobs für die OB-Lieblinge?
Mecklenburg Rostock Neue Jobs für die OB-Lieblinge?
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09:00 27.10.2018
Hinter den Kulissen des Rostocker Rathauses gibt es erneut Streit um Personalentscheidungen des scheidenden Oberbürgermeisters (Symbolbild). Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Rostocks Noch-Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) gerät wenige Monaten vor dem Ende seiner Amtszeit erneut massiv in die Kritik – wegen umstrittener Personalentscheidungen im Rathaus. Auslöser des neuen Ärgers: Methling will das Rechtsamt auflösen und mit der Personalabteilungen fusionieren. Das Pikante daran: Der „neue“ Chef des Großamtes soll ausgerechnet Dirk Zierau werden, OB-Kandidat der UFR und Methlings Wunschnachfolger. „Wir gewinnen mehr und mehr den Eindruck, dass der OB die Kollegen im Rechtsamt herabwürdigen und andererseits ihm ergebene Mitarbeiter belobigen möchte“, so Personalratschefin Elke Watzema.

Keine Ersparnis, dennoch Fusion

Dass die Juristen der Stadtverwaltung künftig kein eigenes Amt mehr bilden, sondern in die Personalabteilung integriert werden, hat Oberbürgermeister Methling per so genannter Organisationsverfügung angeordnet. „Es ist nicht unüblich, Juristen der öffentlichen Verwaltung in ein Haupt- oder Zentralamt zu integrieren“, so Methling auf OZ-Anfrage. Die Landeshauptstadt Schwerin und auch die Uni-Medizin Rostock würden ähnlich verfahren. Er erhofft sich von dem Schritt eine „bessere Leitung“ der Abteilung und eine „bessere Koordination“ mit anderen Stellen der Stadtverwaltung. Betroffen von dem Schritt sind laut Stellenplan des Rathauses 13 Mitarbeiter. Alle sollen ihren Job behalten, Geld werde durch die Entscheidung nicht gespart. Viele Jahre war Personalratschefin Watzema selbst Leiterin des Rechtsamtes – bis sie von den Mitarbeitern in ihr aktuelles Amt gewählt wurde und ein Vertreter die Amtsleitung kommissarisch übernahm. „Diese Vertretungsregelung ist auf Dauer nicht zielführend“, sagt Methling.

Personalrat hält Zierau für „überfordert“

Was Methling mit dem Schritt bezweckt – dem Personalrat erschließt sich das nicht. In einem Schreiben an die Fraktionen der Bürgerschaft übt das Gremium scharfe Kritik an der Ämterfusion: „Die Sinnhaftigkeit der Entscheidung hat sich uns nicht erschlossen“, so Watzema. Dass Methling zudem noch zwei neue Stellen im neuen, zusammengelegten Amt schaffen will, sei ebenfalls nicht nachvollziehbar. „Ohne Not“ würden zusätzliche Stellen geschaffen, obwohl dies in anderen Ämtern – zum Beispiel dem Jugendamt deutlich nötiger wäre. „Doch dort agiert der OB nur sehr zögerlich. Obwohl etliche Überlastungsanzeigen von Mitarbeitern vorliegen.“ So gehe man nicht mit Mitarbeitern um.

Und: Der Personalrat kritisiert auch OB-Kandidat und Personalchef Zierau ganz direkt. „Wir haben erhebliche Zweifel, ob er mit den zusätzlichen Führungsaufgaben nicht auf Dauer überfordert wäre“, sagt Watzema. Schon jetzt müsse der Personalrat konstatieren, dass Verhandlungen mit dem Personalchef langwierig seien und dass die Mitarbeitervertretung Informationen „hinterherlaufen“ müsse. „Auch Zieraus anstehender Wahlkampf wird seine Belastungssituation nicht verbessern.“

Neue Stellen für Lieblinge?

Die Personalie Zierau ist aber nicht die einzige umstrittene Entscheidung Methlings: Mindestens drei weitere Stellen in seiner direkten Zuständigkeit habe er zuletzt geschaffen. Aus Sicht des Personalrates ein „eigentümliches Vorgehen“. So habe Methling eine Stelle für das Tourismus-Marketing der Bundesgartenschau 2025 geschaffen – obwohl es bis dahin noch sieben Jahre sind. „Kurz vor Ende seiner Amtszeit versucht der OB angenehme Personen mit Stellen zu versorgen. Diese Eindruck drängt sich uns jedenfalls auf“, so Watzema.

Andreas Meyer

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