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Rostock Unfall-Schwerpunkte brauchen Warnschilder
Mecklenburg Rostock Unfall-Schwerpunkte brauchen Warnschilder
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12:34 24.03.2014

„Es ist paradox. Die Behörden kennen die Unfall-Schwerpunkte. Aber woran erkennt der Fahrzeugführer einen solchen?“ fragt Marian Goroncy und bedauert: „Die Informationen werden einfach nicht weiter gegeben.“ Unfälle aber häufen sich an bestimmten Straßenabschnitten, die den Behörden auch bekannt sind.

Es gebe viele Verkehrszeichen, klagt der Bad Doberaner, doch keines weise auf Unfall-Schwerpunkte hin. Weder das einfache Ausrufezeichen noch das Zusatzzeichen mit den zwei Crash-Autos würde da reichen. Ebenso reichten nicht die Hinweise auf Gefahrenstellen. Alles Gründe für Marian Goroncy, selbst ein solches Unfallschwerpunkt-Schild zu entwerfen. Darauf zu sehen ist ein Kreuz und ein Auto, das auf dem Kopf liegt. Das ganze befindet sich im roten Achtung-Dreieck.

Den Entwurf schickte er an die Landesregierung. Doch „die Reaktion war gleich Null“, empört sich der Mann, der will, dass endlich ein gesetzliches Gebot geschaffen wird. Er sieht einen deutlichen Nutzen in einer klaren Kennzeichnung. „In der Folge würde sich die Verkehrsdisziplin erhöhen, könnten die Unfallzahlen zurück gehen“, meint er.

Sowohl Verkehrsexperte Klaus Schröder vom Straßenverkehrsamt als auch Polizeihauptkommissar Hans-Joachim Blume bestätigen: Es nur Hinweisschilder, die auf allgemeine Gefahren aufmerksam machen. Blume, Mitglied in der Kreis-Unfallkommission, will diese Frage nun bei der nächsten Beratung der kreislichen Kommission ansprechen und Lösungen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten prüfen lassen. Der Kommission und Polizei sind die Unfall-Schwerpunkte bekannt. Sie liegen zurzeit an der B 105 zwischen Kröpelin und Neubukow am Abzweig Sandhagen, auf der B 105 zwischen Rövershagen und Gelbensande, auf der L 132 an der Kurve von Ziesendorf nach Rostock, auf der Bäderstraße L 12 zwischen Nienhagen und Kühlungsborn und an der Kreuzung L 12 K 7 Richtung Spriehusen.

In anderen Ländern weisen längst Schilder und Zeichen auf Unfall-Schwerpunkte hin. Allerdings: Gemeinden, die im Landkreis entsprechende Warnzeichen aufstellen wollten, müssten sie auch bezahlen. Summen bis zu 1500 Mark kämen für ein Schild zustande. Ein möglicher Grund für das zögerliche Verhalten, Zusatzschilder aufzustellen darf vermutet werden.

In diesem Jahr ereigneten sich im Landkreis bis Ende September mit 3114 Unfällen 58 mehr als zu gleicher Zeit des Vorjahres. 25 Menschen starben, 1999 waren es 27. Und 342 wurden von leicht bis schwer verletzt, das sind 51 mehr als 1999. Unter dem Strich gab es damit weniger schwere Unfälle und weniger Tote. Doch 2772 mal und damit siebenmal mehr als im Jahr zuvor wurde Blech verbeult. Polizei und Straßenverkehrsamt reagieren, wenn Unfallschwerpunkte festgestellt werden, sagen Blume und Schröder.



INGELINDE SPILLER

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