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Uni entlässt 225 gut ausgebildete Lehrer

Rostock-Kröpeliner-Tor-Vorstadt Uni entlässt 225 gut ausgebildete Lehrer

Absolventen bewerben sich nun an den Schulen ums Referendariat. Doch das Land will nur 100 Stellen besetzen.

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Universitätsrektor Prof. Wolfgang Schareck überreicht den Rostocker Lehramtsabsolventen dieses Halbjahres die Urkunden zum ersten Staatsexamen.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Rostock-Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Der Hörsaal im Audimax der Universität ist am Sonnabend Vormittag rappelvoll. 225 Lehramtsabsolventen, die im Dezember ihre letzten Prüfungen hatten, werden feierlich von der Uni ins Berufsleben entlassen. Eltern und Großeltern zwängen sich in die engen Bankreihen, um mitzuerleben, wie ihre Sprösslinge aus den Händen des Unirektors den wichtigen „Schein“ bekommen, die Urkunde für das bestandene erste Staatsexamen.

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Weil das Bio-Institut in Rostock so einen guten Ruf hat, habe ich hier Gym- nasial-Lehramt Bio/Sozial- wissenschaften studiert.“Sophia Weis (25) aus Leipzig

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„Wir entlassen in diesem Halbjahr viele Studierende, die tolle Lehrer werden“, ist Prof. Carolin Retzlaff-Fürst, Direktorin des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung, überzeugt. In allen Lehramts-Richtungen, von Grundschule bis Gymnasium, erhielten die jungen Leute eine umfassende Ausbildung im einzelnen Fach wie auch in Erziehungswissenschaften und Fachdidaktik.

Das kann Sophia Weis aus Leipzig nur bestätigen. Die 25-Jährige will Gymnasiallehrerin werden und hat dafür die Fächer Biologie und Sozialwissenschaften belegt. „Ich bin nach Rostock gekommen, weil das Bio-Institut hier sehr gut sein sollte und ist, wie ich nach fünf Jahren Studium uneingeschränkt sagen kann.“ Seit einem Jahr schon arbeitet Sophia Weis nebenbei als Vertretungslehrerin an der Rostocker Türmchenschule. „Ich würde gern in Mecklenburg-Vorpommern bleiben“, sagt die Leipzigerin. Doch sie muss sich, wie alle ihre Kommilitonen, jetzt um ein Referendariat bewerben.

Und da sieht es schlecht aus in MV. Nur 100 neue Lehrkräfte will Bildungsminister Matthias Brodkorb (SPD) im Schuljahr 2015/16 an den Schulen des Landes einstellen. Demgegenüber stehen jetzt mehr als doppelt so viele gut ausgebildete künftige Lehrer, die gerade von der Uni Rostock ihre Zeugnisse bekommen haben. „Was bleibt einem weiter übrig, ich bewerbe mich zuerst in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in anderen Bundesländern“, sagt der Geschichts- und Sozialkunde-Lehrer in spe, Jens Schuld aus Dassow, und spricht da für die meisten der Absolventen. Der erste Bewerbungstermin in MV, der 1. Februar, ist für sie — ohne Staatsexamen in den Händen — verstrichen. Nächste Chance ist nun die Bewerbung zum 1. August.

Mit bestem Rüstzeug ausgestattet sollten die Absolventen in den „schönsten Beruf starten, den man haben kann“, gibt Prof. Retzlaff-Fürst den jungen Frauen und Männern mit auf den Weg. „Erhalten Sie Neugier und Begeisterung bei den Kindern, fördern Sie ihre Kreativität, vermitteln Sie Toleranz und Vielfalt, Inklusion und Internationalität“, wendet sich Uni-Rektor, Prof. Wolfgang Schareck, an die Absolventen. Für die Besten in jedem Lehramtsstudiengang hat der Rektor ein Preisgeld gestiftet, und das erhalten in diesem Halbjahr: Kristin Niklowitz (Grundschule), Norma Richter (Sonderpädagogik), Kris Seidel (Haupt- und Realschule) und Mona Biemann (Gymnasium).

Den Studienalltag eines Lehramtsstudenten in Rostock lassen Juliane-Maria Renken und Maria Karsten in der Feierstunde unter viel Gelächter noch einmal Revue passieren. Sie erzählen vom Textmarker, ihrem „treuen Begleiter“, vom Fahrstuhl im „Bebel-Tower“, von den langen Wegen auf dem Rad durch die Stadt und vom tollen Mensa-Essen — „ja, wirklich, liebe Eltern, das ist kein Spaß: Das Essen hier ist ein Highlight“. Die feierliche Verabschiedung endet am Abend mit einem zünftigen Ball.

 



Doris Kesselring

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