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Uni testet Gasmotoren für die Landwirtschaft

Südstadt Uni testet Gasmotoren für die Landwirtschaft

Die Rostocker Wissenschaftler tüfteln gemeinsam mit dem Hersteller Deutz.

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Professor Horst Harndorf und Sascha Prehn am Gas-Versuchsmotor auf dem Motorprüfstand.

Quelle: Universität

Südstadt. Nicht erst die Rekordpreise für Benzin und Diesel machen deutlich: Zur Zukunft in der Landwirtschaft gehören neue Antriebe unter Einsatz alternativer und erneuerbarer Energieträger. Auf dem Prüfstand der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik ist jetzt erstmals ein für die Landwirtschaft bestimmter Gasmotor erfolgreich in Betrieb genommen worden. Die Universität Rostock gehört zu den ersten Hochschulen in Deutschland, die gemeinsam mit der Deutz AG aus Köln an der Motorenentwicklung arbeitet.

„Erdgas und Flüssiggas werden gegenüber Erdöl an Bedeutung gewinnen“, ist Professor Horst Harndorf, Inhaber des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren, längst klar. „Neben der Wirtschaftlichkeit sind es Umweltfreundlichkeit und die bei Erdgas und regenerativ erzeugtem Biomethan längerfristige Verfügbarkeit, die Gasantriebe so attraktiv machen, sagt der Wissenschaftler.

Deshalb haben die Uni Rostock und Deutz das Forschungsprojekt „Entwicklung und Untersuchung eines Gasmotors für Landmaschinen“ gestartet. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben.

Bei der Entwicklung von Gasmotoren spielt das nötige Know-how die entscheidende Rolle, denn die Anforderungen an einen gasbetriebenen Motor unterscheiden sich deutlich von denen, die Diesel verbrennen. Das wissen Christian Fink, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Rostocker Lehrstuhl und der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau, Sascha Prehn, am besten. Der eine hat mehr als fünf Jahre als Entwicklungsingenieur bei der Deutz in Köln gearbeitet, der andere schrieb dort seine Diplomarbeit. „Erdgas ist ein spannendes und zukunftsweisendes Thema, da kann man sich gut entfalten“, brennt der 28-jährige Sascha Prehn für das Thema.

„Ganz entscheidend ist die Analyse und Beherrschung des Verbrennungsprozesses im Entwicklungsmotor“, unterstreicht der junge Forscher, der stolz ist, dass der gasbetriebene Motor unter seinem Mitwirken erfolgreich in Betrieb genommen werden konnte. Christian Fink hält fest: „Es ist ein großer Erfolg, dass der Motor nach der intensiven Konzeptfindung zusammen mit dem Projektpartner nun auf dem Prüfstand der Uni Rostock läuft.“ Die Herausforderung heißt jetzt: Reduktion der Emissionswerte. Auch für den landwirtschaftlichen Bereich müssen, ähnlich wie bei Auto- und Lastwagenmotoren, immer strengere Vorschriften eingehalten werden.

„Motoren im Erdgas- und Biomethanbetrieb werden auch in der Landwirtschaft stark an Bedeutung gewinnen“, prognostiziert Professor Harndorf. Mehr Leistung, mehr Wirkungsgrad und weniger Emissionen, heißt deshalb für den Motorenexperten die Aufgabe der Zukunft. Dabei weiß er auch, dass es noch Risiken gibt, beispielsweise, wie der Kraftstoff mit hinreichender Energiedichte gespeichert werden kann und wie das Problem mit dem aufwendigen Betanken und der trotz eines größeren Tankvolumens geringeren Reichweite zu lösen ist.

Motorenhersteller seit 1864
Die Deutz AG wurde 1864 in Köln als Motorenhersteller gegründet. Das Unternehmen trug schon vielfältige Namen, wie KHD für Klöckner-Humboldt-Deutz AG. Neben dem Bau von Motoren mit Luft-, Wasser- und Ölkühlung beschäftigte sich das Unternehmen auch mit der Produktion von Lokomotiven, Lastkraftwagen, Omnibussen Bau- und Landmaschinen. Der Markenname für die von KHD produzierten Lastwagen und Omnibusse war Magirus-Deutz, der für Traktoren Deutz, später Deutz-Fahr.

Wolfgang Thiel

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