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Rostock Unistudie: Wikipedia beliebte Quelle für Informationen
Mecklenburg Rostock Unistudie: Wikipedia beliebte Quelle für Informationen
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07:20 22.08.2017
Almut Sichler ist seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienforschung. In ihrer Promotion setzt sie sich mit Wikipedia auseinander.
Stadtmitte

Ob für Alltagsrecherche, Informationsbeschaffung oder einfach zum Durchklicken: Wikipedia ist unter Rostockern eine beliebte Internetplattform. „Auch wenn die Qualität der Enzyklopädie häufig bezweifelt wird, wird sie dennoch von allen Altersgruppen der Hansestadt intensiv genutzt“, sagt Almut Sichler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienforschung.

Viele nutzen Wikipedia für den Einstieg in eine Recherche. Pascal Emmrich (20), Medienwissenschaften

Gemeinsam mit Kommunikations- und Medienwissenschaftsstudenten der Uni Rostock führte sie im Sommersemester 2017 eine empirisch quantitative Studie durch. 422 Rostocker wurden dabei befragt.

„Die Studenten sind mit großer Neugier und viel Engagement an die verschiedenen Unterprojekte herangegangen“, erzählt Sichler. Insgesamt entwickelten die rund 25 Seminarteilnehmer drei verschiedene Fragebögen. Der mit der höchsten Fallzahl untersuchte Glaubwürdigkeit und Image von Wikipedia. Dabei kamen paradoxe Ergebnisse heraus: „Die Rostocker nutzen die Plattform intensiv, obwohl sie die Qualität der Artikel bemängeln.“ Während die Hälfte der Probanden Wikipedia zwar als zuverlässige Wissensquelle beschreiben, äußerten 30 Prozent Kritik. „Viele gaben an, dass sie andere Quellen als zuverlässiger empfinden.“ Darunter fielen überraschenderweise nicht nur Informationen aus Printmedien, sondern sogar jene, die man über soziale Kontakte erhält.

Für viele der Studenten war es das erste Mal, dass sie eine Studie selbst konzipieren mussten. So auch für Benjamin Drews und Pascal Emmrich, die im Herbst nun mit neuen Erfahrungen in das dritte Bachelorsemester starten können. „Die Befragung per Fragebogen gestaltete sich einfacher als gedacht“, erzählt Drews. Um möglichst unterschiedliche Personen zu erwischen, verteilten er und seine Teamkollegen sich in die verschiedenen Stadtteile Rostocks. Befragt wurde jeder, der den Studenten vor die Nase lief. „Ich hätte anfangs gar nicht damit gerechnet, dass sich tatsächlich so viele Leute dazu bereit erklären, uns zu helfen“, sagt Emmrich. „Wir hatten den Dreh aber auch schnell raus und haben nur kurze Zeit gebraucht, um zu merken, dass Mittags- und Feierabendzeiten beispielsweise eher ungünstig sind.“ Richtig schwierig wurde es erst bei der Datenauswertung mit dem Statistikprogramm SPSS. Damit trotz fehlender Kenntnisse nichts schiefgehen konnte, erhielten die Studenten Unterstützung von zwei Tutoren.

„Während die anderen Seminare die Wahl zwischen quantitativen und qualitativen Methoden gelassen haben, habe ich mich bewusst für eine große Umfrage entschieden“, erzählt Sichler. Ziel ihrer Forschung sei es nämlich gewesen, einen groben Überblick über die Thematik zu erschaffen und allgemeine Aussagen treffen zu können. „Und das ist uns gelungen.“ Neben Glaubwürdigkeit und Image wurden weiterhin Nutzungsmotive und der Einfluss von Wikipedia auf die Gesellschaft untersucht. Über die Hälfte der Rostocker nutzen Wikipedia für die Alltagsrecherche, welche in der Regel fünf bis 15 Minuten Zeit in Anspruch nimmt. „Die Befragten schätzten die Tatsache, dass die Online-Enzyklopädie schnell zugänglich, übersichtlich und kostenfrei ist.“ Ein weiteres Nutzungsmotiv stellt die Informationsbeschaffung als Hobby dar. „Es gibt einige, die sich in ihrer Freizeit einfach durch die verschiedenen Themen klicken.“ Insgesamt hält knapp die Hälfte der Befragen Wikipedia für gesellschaftlich einflussreich. „Genauso viele fühlen sich selbst nicht von diesem Einfluss betroffen“, sagt Sichler. Im kommenden Jahr werde es wie jedes Sommersemester wieder Forschungsprojekte geben. „Die werden sich aber mit neuen Themen beschäftigen.“

Informationsprüfung

3 Fragebögen entwickelten die rund 25 Seminarteilnehmer. Der mit der höchsten Fallzahl wurde von 422 Rostockern beantwortet. Die Befragung wurde quer durch alle Generationen in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt.

30 Prozent der Probanden äußerten Kritik an der Qualität der auf Wikipedia verfassten Artikel. Ungefähr die Hälfte überprüft Informationen der Plattform mithilfe anderer Quellen. Dabei war festzustellen: Je höher der Bildungsgrad desto kritischer erfolgte die Einschätzung der Artikel.

Pauline Rabe

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