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Rostock Universität heißt geflüchtete Studienbewerber willkommen
Mecklenburg Rostock Universität heißt geflüchtete Studienbewerber willkommen
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00:00 25.09.2018
Stadtmitte

Sie kommen aus Syrien, dem Iran oder Afghanistan – 130 geflüchtete Studienbewerber sind zum kommenden Wintersemester an der Universität Rostock zugelassen.

25 Geflüchtete haben sich in der Sommerschule auf ihr Studium in Rostock vorbereitet und freuen sich auf den Semesterstart. Quelle: Foto: Susanne Gidzinski

Damit ihnen der Studienstart erleichtert wird und sie sich mit dem akademischen Leben bekannt machen können, hat das Rostocker International House zusammen mit dem Sprachenzentrum erstmals eine MINT-Sommerakademie für Geflüchtete angeboten.

„Ziel ist es, eine Brücke von den Sprachkursen hin zum Studieneinstieg zu errichten und den Geflüchteten eine Möglichkeit zu geben, mit anderen Leuten in Kontakt zu treten“, erklärt Martina Bunk-Georgieva vom Rostock International House.

„Hilfreich und lehrreich“, findet Mohammad Alaasad. Der 20-Jährige ist froh, dass er an der Sommerschule teilnehmen konnte. „Die Kurse waren sehr spannend und wir haben viele nützliche Sachen fürs Studium und Leben in Rostock gelernt“, sagt er. „Außerdem habe ich viele tolle Leute getroffen, die nun wie Brüder für mich sind.“

25 Teilnehmer konnten in dem zweiwöchigen Programm Vorlesungen in den Bereichen Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Physik besuchen, Soft Skills erlernen sowie die deutsche Wissenschaftskultur kennenlernen. Professoren aus den jeweiligen Fachbereichen erklärten sich bereit, Grundlagen zu vermitteln, um den künftigen Studierenden einen Einblick in ihre Fachgebiete zu gewähren. „Uns ist es wichtig, den Teilnehmern Überlebensstrategien mit auf den Weg zu geben“, berichtet Florian Fröhlich, Flüchtlingsberater im International House. „Dabei sollen Fragen geklärt werden, wie: Was mache ich, wenn ich die Handschrift der Dozenten nicht lesen kann, wie gehe ich mit sprachlichen Schwierigkeiten um oder wann sollte ich mich trauen nachzufragen?“

Einer der Teilnehmer war Mohannad Albakkar. Der Syrer ist bereits seit drei Jahren in Deutschland und wird im kommenden Semester Informatik studieren. „Wir haben tolle Tipps für die Studienfinanzierung und auch für die Wohnungssuche bekommen“, sagt er erfreut.

Letzteres sei besonders schwierig gewesen, wie Amer Mahairi bestätigt. Der 22-Jährige hat bereits in seinem Heimatland Syrien ein Semester lang Elektrotechnik studiert. Nun ist er froh, dass er das Studium erneut aufnehmen kann. „Dafür bin ich extra nach Rostock gezogen. Ich freue mich sehr auf mein Studium, genauso wichtig ist mir aber die Integration“, sagt er.

Auch Mohammad Alaasad besucht ab Oktober die Vorlesungen. „Ich möchte Programmierer werden. Dafür will ich alles lernen, was es nur zu lernen gibt.“ Um seinen Traum zu verwirklichen, war es ihm ganz egal, in welcher Stadt er landet – Hauptsache studieren. Dass er nun in der Hansestadt wohnt, freut ihn sehr. „Rostock ist eine sehr schöne Stadt“, sagt er.

Ähnlich erging es auch Abdullatif Akrin. Der 22-Jährige hat drei Jahre darauf gewartet, bevor er zu einem Studium in Deutschland zugelassen wurde. „Das lag hauptsächlich daran, dass die Wartezeiten auf einen Platz in den Deutschkursen sehr lang sind“, erklärt er. Nun aber freut er sich, dass er sein Studium in Rostock beginnen kann. Nette Mitstudenten hat er bereits kennengelernt. Seine größte Angst ist jedoch, dass er sprachlich nicht alles versteht. „Für diesen Fall haben wir in der Sommerschule hilfreiche Tipps bekommen. Das hat mir sehr gefallen. Ich hoffe, dass ich diese umsetzen kann“, sagt Abdullatif Akrin.

Geflüchtete an der Uni

130 geflüchtete Studienbewerber sind zum Wintersemester 2018/19 an der Universität Rostock zugelassen. Das sind 60 mehr als im vergangenen Jahr. 25 von ihnen haben zwei Wochen lang an einer Sommerschule des Rostocker International House teilgenommen.3 Nationalitäten waren vertreten. Die Mehrheit der Studienanwärter kommt aus Syrien, doch auch aus dem Iran und Afghanistan kamen die Teilnehmer. Drei Jahre haben viele der Geflüchteten gewartet, bis sie ein Studium in Deutschland aufnehmen durften.

Susanne Gidzinski

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