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Unternehmer entsetzt über Schulabgänger-Quote

Stadtmitte Unternehmer entsetzt über Schulabgänger-Quote

Firmen und Verbände sprechen von einer Katastrophe, dass immer mehr junge Rostocker ohne Abschluss die Schule verlassen.

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Frank Haacker, Unternehmerverband

Stadtmitte. Die Unternehmen der Hansestadt schlagen Alarm: Dass immer mehr junge Rostocker die Schule ohne Abschluss verlassen (die OZ berichtete), sei ein Desaster. „Vielen Jugendlichen ist oft nicht bewusst, was das für sie bedeutet. Sie haben keine Chance mehr“, betont Frank Haacker, Präsident des Unternehmerverbandes (UV) Rostock . Die Firmen leiden unter dieser Entwicklung. „Die Auswahl an guten Auszubildenden wird immer dünner“, sagt Haacker. Das bestätigt Hannelore Dolinga vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Vielen Jugendlichen fehle die richtige Einstellung. „Die freuen sich teilweise über Fünfen und Sechsen.“

Laut Bildungsministerium ist in Rostock das Schuleschwänzen ein Grund für die Misere. Dieser Trend setze sich in Bewerbungsgesprächen fort, sagt Haacker vom Unternehmerverband. „Sie laden fünf Bewerber ein. Zwei kommen aber nicht — ohne sich abzumelden.“ Gleichzeitig lasse die Qualität zu wünschen übrig. „Einige beherrschen weder Grundrechenarten noch können sie sich ausdrücken.“

Auch die Handwerkskammer bemängelt, dass die Ausbildungsreife vieler Jugendlicher zurückgegangen ist. Einige Handwerksbetriebe würden bereits Nachhilfeunterricht organisieren. Laut Dehoga benötigen Firmen mitunter ein halbes Jahr, „um die jungen Leute zum Laufen zu bringen“. Sprecherin Dolinga: „Damit sind wir überhaupt nicht zufrieden.“ Die Elternhäuser müssten in die Pflicht genommen und das Schulsystem verbessert werden.

Die Industrie- und Handelskammer zu Rostock hat bereits einen bildungspolitischen Forderungskatalog aufgestellt. Darin heißt es, der Lehrstoff sei deutlich praxisorientierter und lebensnäher zu gestalten. Zudem müssten alle Beteiligten enger miteinander kooperieren.

Haacker sieht ein „gesellschaftliches Problem“. Eltern müssten ihren Kindern die Bedeutung der Schule einschärfen. „Zudem sollten die Eltern aufhören, sich in die Unterrichtsplanung einzumischen. Das ist schlimm“, betont er. Dominant auftretende Eltern würden die Lehrer zunehmend verunsichern. Darunter leide die schulische Ausbildung. aw

 



OZ

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