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Rostock Unterschätzt: Weiblicher Extremismus
Mecklenburg Rostock Unterschätzt: Weiblicher Extremismus
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00:00 25.09.2018
Stadtmitte

Obwohl sie in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so präsent sind wie Männer, spielen Frauen nach Einschätzung von Experten eine wichtige Rolle in rechtsextremen oder islamistischen Gruppierungen. „Eine der Strategien für den Einsatz von Frauen in extremistischen Bewegungen ist deren positive Wirkung auf Sympathisanten und potenzielle Neumitglieder“, sagte die Rostocker Extremismusforscherin und Religionswissenschaftlerin Nina Käsehage anlässlich einer Fachkonferenz am Montag in Rostock. „Man möchte der jeweiligen Gruppe ein freundliches Gesicht geben.“ Zur Motivation extremistischer Frauen könne es keine einfachen Antworten geben –„auch wenn dies der oft geäußerte Wunsch in der Bevölkerung ist.“

Die Extremismusforscherin Nina Käsehage aus Rostock Quelle: Foto: Dpa

Der Fachbereich Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie der Theologischen Fakultät der Universität Rostock veranstaltet in Kooperation mit der NGO International Observatory of Human Rights (IOHR) den Fachtag „Frauen im Extremismus – Ursachen, Probleme, Konsequenzen“.

Im Salafismus sei die weibliche Rolle vielschichtig und reiche von der Kämpferin bis zum Dasein als gute Ehefrau und Mutter, sagte Käsehage. Im dschihadistischen Milieu gehe es unter anderem darum, dass die Frau dem Mann in den Kampf folgt, aber gleichzeitig auch für genügend Nachwuchs sorgt. Diese Einstellung zu den eigenen Kindern finde sich auch in der rechtsextremistischen „Blut-und-

Boden-Ideologie“ wieder. In der Bewegung der Identitären stünden die „jungen, hippen und hübschen Frauen“ in den ersten Reihen von Demonstrationen, sagte Käsehage. Mit ihnen werde versucht, das alte Klischee der kahlrasierten Neonazis aufzubrechen.

Klar sei aber auch, dass Frauen im 21. Jahrhundert auch in extremistischen Gruppen ihre eigene Position ausfüllen. „Der Blick von außen, dass Frauen meist eine Opferrolle einnehmen, stimmt nicht“, sagte Käsehage. Es gebe genügend Frauen, die selbstbewusst auftreten und genau wissen, was sie wollen. Ein wesentlicher Unterschied für die wissenschaftliche Betrachtung dieser Phänomene zwischen dem Rechtsextremismus und beispielsweise dem Dschihadismus liege in dem Wissen über die Gruppierungen. Während Wissenschaftler schon mehrere Forschungen zu Frauen im Rechtsextremismus vorlegten, fehle es noch an Studien zu Dschihadistinnen.

Joachim Mangler

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