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Unterwegs mit Kreuzfahrern

Grevesmühlen/Rostock Unterwegs mit Kreuzfahrern

Thomas Krohn aus Grevesmühlen ist einer von vielen Busunternehmern, der vom Boom des Urlaubs auf hoher See profitiert / 180 Einsätze zählt der 54-Jährige im Jahr

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Ende der 140-jährigen Schiffbautradition der Rostocker Neptun Werft im Juni 1991: Der Mehrzweckfrachter vom Typ „MPC Neptun 900“ wurde für die UdSSR gebaut und auf den Namen „Kapitan Moshchinski“ getauft.

Grevesmühlen/Rostock. Kreuzfahrten sind schwer angesagt. Immer mehr Passagiere reisen auf den schwimmenden Hotels. Davon profitieren auch Busunternehmen in der Region. Eines von ihnen ist die Firma von Thomas Krohn aus Grevesmühlen – Krohn Busreisen. 180 Einsätze zählt der 54-Jährige über die Saison verteilt. Teilweise seien drei seiner insgesamt sieben Busse unterwegs, um Kreuzfahrer beispielsweise nach Rostock, Berlin, Schwerin, Stralsund, Güstrow oder Lübeck zu fahren.

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Thomas Krohn aus Grevesmühlen ist einer von vielen Busunternehmern, der vom Boom des Urlaubs auf hoher See profitiert / 180 Einsätze zählt der 54-Jährige im Jahr

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Dabei treffen er und seine angestellten Busfahrer auf die ganze Welt, umschreibt Thomas Krohn und beginnt aufzuzählen: „Wir fahren Amerikaner, Asiaten, Australier, Russen, Neuseeländer, Franzosen, Niederländer, Spanier. . .“ Mit vielen Charakteren hätten sie es zu tun. „Die Amerikaner sind sehr interessiert und freundlich“, nennt er ein Beispiel. Und ja – auch sehr gutgläubig. So seien einige auf die sogenannten Hütchenspieler in Berlin reingefallen, die ahnungslosen Passanten das Geld aus der Tasche locken.

Gebucht wird er meist von Agenturen, bei denen er sich erst einen Namen machen musste. Sein Hauptauftraggeber ist ein Rostocker Unternehmen. Zunächst war er einer von vielen auf der Liste. Dann arbeitete er sich langsam hoch und wird nun teilweise zuerst gefragt, bevor die Liste abgearbeitet wird.

Ein Koffer allein auf Reisen

Anekdoten kann Thomas Krohn so einige erzählen. Unter anderem hat er auf dem Alexanderplatz in Berlin zwei Stunden lang zwei spanische Mitreisende gesucht. Am Ende saßen sie nur einige Meter vom Bus entfernt und wunderten sich, warum alle so unruhig waren. Und dann ist da noch sein Mitarbeiter, dessen Koffer ohne ihn auf eine Kreuzfahrt gegangen ist.

„Wenn die Busfahrer weite Strecken fahren müssen, übernachten sie unterwegs, bevor sie die Heimreise antreten“, erläutert Thomas Krohn, der 2019 sein Busunternehmen in Nordwestmecklenburg gegründet hat. Dafür hat besagter Mitarbeiter immer einen kleinen Koffer mit den wichtigsten Dingen, wie frischer Kleidung und Waschzeug, dabei. Dieser lag dummerweise im Kofferfach des Busses zwischen all den Gepäckstücken der mitfahrenden Gäste. Ein Mitarbeiter am Schiffsterminal half beim Verladen und so gelangte der Koffer des Busfahrers auf die „Aidamar“ und machte eine Ostsee-Kreuzfahrt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Schiffsbesatzung dann doch etwas unruhig war, weil der Koffer herrenlos und nicht beschriftet war.

Vom Mietbus zum eigenen

Alles begann mit einem Mietbus. Plötzlich erhielt Thomas Krohn die Nachfrage, ob er Gruppen zu Veranstaltungen fahren würde. Das tat er und entwickelte die Geschäftsidee eines eigenes Busunternehmens. Um ein eigenes Gefährt finanzieren zu können, weitete der gelernte Nachrichtentechniker sein Angebot aus. Heute bietet er neben Tagesausflügen für Kreuzfahrer auch Touren durch ganz Deutschland und darüber hinaus an – unter anderem zur Internationalen Grünen Woche, zur HanseSail, zu den Störtebecker Festspielen, zum ZDF-Fernsehgarten, nach Polen, Klassenfahrten und, und, und.

Mittlerweile hat Thomas Krohn sieben Busse – drei Reise-, zwei Linien- und zwei Kleinbusse.

Den Boom von Kreuzfahrten und dass es ohne Busunternehmen gar nicht geht, bestätigt auch Christian Hardt, bei Rostock Port für die Kreuzschifffahrt zuständig. Beim Passagierwechsel, so sagt er, seien stets rund 25 Busse im Einsatz, um ankommende Kreuzfahrer zum Bahnhof zu fahren und neue Gäste zum Schiff zu transportieren. Hinsichtlich der angebotenen Landausflüge beziffert er die Anzahl der Busse mit rund 50 pro Schiff. Ganz so viele sind es in Wismar nicht. Die Schiffe, die dort anlegen, sind auch deutlich kleiner. Auch wenn Ingmar Bünting, Kreuzfahrt-Koordinator beim Columbus Cruise Center Wismar (CCCW), kein Buch darüber führt, spricht er von zwei bis zehn Bussen pro Kreuzliner.

Von dem Boom auf Kreuzfahrten profitiert Thomas Krohn in zweierlei Hinsicht. So rollt nicht nur der sprichwörtliche Rubel – immerhin muss er einen großen Fuhrpark und zehn Angestellte finanzieren, sondern sein Englisch sei auch deutlich besser geworden, erläutert er stolz.

Damit hat Florian Steinkamp kein Problem. Eineinhalb Jahre war der 26-Jährige in Australien und Asien unterwegs. Mit seiner Reiselust und der Lust an Fremdsprachen ist er bestens bei Thomas Krohn aufgehoben. Er arbeitet seit September für ihn als Busfahrer im Reiseverkehr.

Die OZ sucht Ihre Bilder

Ob in Rostock, Bad Doberan, Wismar oder Grevesmühlen – viele Menschen haben eine enge Verbindung zur maritimen Wirtschaft. Die OZ sucht Bilder und Geschichten über das Leben an Board, im Maschinenraum, am Kai oder auf den Werften. Wie sah die Arbeit damals im Vergleich zu heute aus? Wir freuen uns, wenn Sie, liebe Leser, uns Ihre Fotos und Geschichten schicken.

Mail: mecklenburg@ostsee-zeitung.de; per Post: OSTSEE-ZEITUNG, Redaktionssekretariat, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock

Jana Franke

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