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Rostock Verkehrschaos erreicht Häschendorf
Mecklenburg Rostock Verkehrschaos erreicht Häschendorf
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00:01 18.10.2017
Einfahrt verboten: Bernd Fey aus Häschendorf zeigt die beiden Schilder, die hundertfach ignoriert werden. Quelle: Fotos: André Wornowski
Häschendorf

Erst litt Mönchhagen unter dem Verkehrschaos, nun hat auch Häschendorf das Problem: Nachdem am Montag die B 105 wegen des zweiten Bauabschnitts voll gesperrt wurde, weichen die Autofahrer massenweise über das Dorf kurz vor Bentwisch aus. Dabei ist die Zufahrt dort von Rostock kommend verboten. Gleich zwei Schilder zeigen das an. „Die meisten ignorieren das aber einfach“, sagt Bernd Frey. Die Lage sei am Montag hochdramatisch gewesen.

Weil die B 105 gesperrt ist, weichen massenweise Autos auf das Dorf aus – dabei ist das verboten

Auch Anwohner Torsten Jahnke spricht von unhaltbaren Zuständen. „Nahezu der gesamte Verkehr der B 105 läuft nun anscheinend über unsere Dorfstraße“, sagt er. Die Straße sei jedoch einspurig und könne dieses hohe Verkehrsaufkommen nicht aufnehmen. Zudem fehle hier ein Fußweg. „Zum Beispiel haben Schulbuskinder gar keine andere Möglichkeit, als die Straße zu benutzen“, so Jahnke.

Um den Druck von Häschendorf zu nehmen, hat das Straßenbauamt die Dorfstraße für die Zeit der Bauarbeiten zur Einbahnstraße erklärt – laut Ausschilderung kann sie nur von Ost nach West befahren werden. Aber daran halte sich kaum jemand, berichten Anwohner. „Selbst die Polizei hat es am Montag aufgegeben, dem Chaos gegen 16:30 Uhr Herr zu werden, und ist abgerückt“, sagt Jahnke.

Gestern griffen die Beamten erneut ein und sorgten kurzzeitig für Ruhe. Doch sobald die Polizei weg war, ignorierten Hunderte Fahrer die Verbotsschilder wieder. Dann kam die Straßenmeisterei Pastow und fing die Autos schon oben am Abzweig auf der B 105 in Richtung Häschendorf ab. „Die Menschen richten sich nicht mehr nach der Beschilderung, sie fahren nur noch nach ihrem Navigationsgerät“, sagt Helge Bothur, Leiter der Straßenmeisterei. Er und seine Mitarbeiter stoppten die Autos und erklärten den Fahrern die Lage. Dadurch entspannte sich die Situation zeitweise.

Anwohner Hans-Wilhelm Wellert wünscht sich mehr Polizeikontrollen, damit die Regeln endlich eingehalten werden. „Die können hier richtig Kasse machen“, sagt er. Aber es werde ja nichts getan. Und am Ende bleibe die Gemeinde, die ohnehin kaum Geld habe, auf den Kosten sitzen. „Das kann doch nicht sein“, sagt Wellert.

Mönchhagens Bürgermeister Karl-Friedrich Peters hat bereits auf die Probleme aufmerksam gemacht und eine Entschädigung gefordert (OZ berichtete). Das Straßenbauamt sieht für eine Zahlung jedoch keine gesetzliche Handhabe – denn die Strecke sei nicht als Umleitung ausgeschildert. Es werde jedoch nach einer Lösung gesucht, so das Versprechen.

Helge Bothur appelliert nochmals an die Autofahrer, sich an die Schilder und nicht ans Navi zu halten. „Der ländliche Weg ist nicht geeignet, den Verkehr der Bundesstraße aufzunehmen.“ Einem Urlauber empfahl er gestern, das Navi erst wieder an der Autobahnabfahrt Graal-Müritz einzuschalten.

Bauarbeiten bis November

Die Bundesstraße 105 wird streckenweise erneuert. Der zweite Bauabschnitt hat am vergangenen Montag begonnen. Hier wird die Fahrbahn zwischen Häschendorf und der Kreuzung in Mönchhagen erneuert, danach folgen die Abschnitte bis zur Kreuzung Bentwisch und über den Knoten Purkshof (Karls) bis zur Kreuzung Rövershagen. Der Umbau des Verkehrsknotens am Erdbeerdorf wird nach Ende der Straßenerneuerung realisiert. Die Kosten der Baumaßnahme von 786000 Euro trägt der Bund. Am 7. November soll die B 105 wieder voll befahrbar sein.

André Wornowski

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