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Rostock Vernissage erinnert an Zeit nach der Wende
Mecklenburg Rostock Vernissage erinnert an Zeit nach der Wende
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00:13 12.05.2018
Franziska Pfaff, Leiterin der Musikschule „Carl Orff“, widmet Helge Bullmann eine Schau. Quelle: Foto: Susanne Gidzinski

Zwischen Hoffnung und Trauer, Chaos und neuen Strukturen, Abschied und Aufbruch – Die Zeit nach dem Mauerfall stellte für viele Rostocker eine schmale Gratwanderung zwischen zwei Welten dar, wie Helge Bullmann festzuhalten versuchte. Unter dem Thema: „Blickwinkel – Rostock schwarzweiß“ zeigen die Bilder des 2002 verstorbenen Fotografen die Hansestadt in den 90er Jahren und geben einen Einblick in die Zeit nach der Wende.

„Die Bilder vermitteln die damalige Unsicherheit vor der Veränderung und erinnern daran, wie es damals hier aussah“, sagt Franziska Pfaff, Leiterin der Welt-Musik-Schule „Carl Orff“. Sie kannte den Fotografen persönlich, weshalb es ihr ein besonderes Anliegen ist, seine Werke auszuhängen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Remember“, zu Deutsch Erinnern, heißt das selbst geschriebene Lied einer Schülerin der Musikschule, welches sie zur Eröffnung der Ausstellung sang. „Der Titel passt super zu der Vernissage, da die Fotografien auf eine Zeit zurückblicken, die gerade den jüngeren Generationen kaum noch geläufig ist“, erklärt Pfaff. Ähnlich sehen es Holger Feist (58) und Sigrid Schmidt (65). „ Ich habe die Zeit bewusst erlebt und sehe, wie die Erinnerung langsam verblasst. Daher finde ich es wichtig, der Zeit mit solchen Veranstaltungen zu gedenken“, sagt Feist. „Die Stadt war fast völlig zerstört und musste komplett neu aufgebaut werden. Für junge Leute unvorstellbar“, ergänzt Schmidt.

Dies bestätigt auch Tim Borch. Der 24-jährige Student kommt ursprünglich aus Potsdam und kennt sich mit der Geschichte der Hansestadt nur wenig aus. „Ich identifiziere mich mit der Zeit nicht, dennoch finde ich es wahnsinnig interessant, zu sehen, unter welchen Umständen die Menschen hier gelebt haben“, meint er. Besonders gut gefallen dem Biologiestudenten die Inszenierung der Bilder und die musikalische Begleitung: „Man merkt richtig, wie viel Mühe und Arbeit in dieser Ausstellung stecken.“ Nicht nur die sorgsam ausgesuchte Musik weist darauf hin, sondern auch die Tatsache, dass Franziska Pfaff selbst den Tag der Arbeit nutzte, um die Bilder zu rahmen und entsprechend der unterschiedlichen Stadtteile zu sortieren.

Auch Volker Kretschmer, selbsternannter Fan der Welt-Musik-Schule, ist entzückt von der Ausstellung. „Frau Pfaff hat wundervoll zusammengefasst, was der Künstler auszudrücken versucht. Es ist alles sehr schön hergerichtet“, sagt der 75-Jährige. Er selbst lebt erst seit 2008 in der Hansestadt, doch durch seine Frau, die aus Rostock stammt, hat er viel von der Stadtgeschichte mitbekommen. „Es interessiert mich sehr, wie sich Rostock seither entwickelt hat und das kann man auf den Bildern sehr gut erkennen.“

Wer sich ebenfalls für die Historie und Entwicklung der Stadt interessiert und gleichzeitig einen Einblick in die Zeit nach der Wende erhalten möchte, der kann sich den ganzen Sommer über die Fotografien von Helge Bullmann in der Musikschule „Carl Orff“ in der Wallstraße 1 anschauen.

Susanne Gidzinski

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