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Rostock Versorgungslücken: Notfallrettung in Gefahr
Mecklenburg Rostock Versorgungslücken: Notfallrettung in Gefahr
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00:05 28.04.2016
Das gut funktionierende Notarzt-System im Landkreis ist in Gefahr, wenn die Honorarärzte Sozialabgaben zahlen müssen. Quelle: Stefan Tretropp

Die Notfallrettung rund um Bad Doberan ist gefährdet. Durch das Ausweichen etlicher Honorarnotärzte in andere Bundesländer könnten Versorgungslücken im notärztlichen Bereich auftreten. Das teilt Ralf-Peter Odebrecht, Leiter des Eigenbetriebs Rettungsdienst im Landkreis Rostock, in seinem Vorbericht zum Wirtschaftsplan 2016 mit. Diesen haben die Kreistagsmitglieder in ihrer gestrigen Sitzung in Bad Doberan beschlossen.

Hintergrund für die Gefährdung ist eine Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung, die inzwischen in zahlreichen Fällen die Tätigkeit von Honorarnotärzten im Rettungsdienst als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung beurteilt hat. „Das beobachten wir mit großer Sorge“, sagt Ralf-Peter Odebrecht. Einige Mediziner arbeiten nebenbei als Notarzt auf Honorarbasis. Zu erwarten sei laut Odebrecht, dass durch die fehlende Motivation, ein zweites versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis einzugehen, Versorgungslücken auftreten könnten.

Sollte die Versicherungspflicht umgesetzt werden, muss der Eigenbetrieb mit Mehrkosten beim Personal in Höhe von rund 300 000 Euro rechnen. Insgesamt drei Hilfsdienste sind im Landkreis am Boden im Einsatz: Das Deutsche Rote Kreuz mit den Kreisverbänden Bad Doberan und Güstrow, der Arbeiter-Samariter-Bund mit dem Kreisverband Bad Doberan und dem Ortsverband Güstrow sowie die Ambulanz Millich.

Die Standorte des DRK-Kreisverbandes Bad Doberan, des ASB Kreisverbandes Bad Doberans sowie der in Altkalen sind mit Honorarärzten abgesichert. Die Versorgung des Landkreises mit der notärztlichen Versorgung sieht der Leiter des Eigenbetriebs als eine Herausforderung in der Zukunft an.

Der Rettungsdienst zählte 2015 genau 35706 Einsätze. 663 mehr als 2014. Für dieses Jahr sind unter anderem Investitionen in Höhe von 176500 Euro für die Einführung des digitalen Sprach- und Datenfunkes notwendig. Zudem soll für 100 000 Euro ein neues Fahrzeug angeschafft werden.

Von Anja Levien

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