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Rostock Versuchter Mord aus Eifersucht? Angeklagter bestreitet Tat
Mecklenburg Rostock Versuchter Mord aus Eifersucht? Angeklagter bestreitet Tat
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00:00 11.05.2017
Mit Baggern und Leichenhunden suchte die Polizei nach sterblichen Überresten auf dem Grundstück des Angeklagten – ohne Erfolg.

Dieser Kriminalfall hat vor knapp sieben Monaten den Landkreis Rostock erschüttert: Der 30-jährige Andre S. soll aus Eifersucht einen zwei Jahre jüngeren Nebenbuhler niedergestochen und einen weiteren Mann sogar ermordet haben. Im Prozess vor dem Landgericht Rostock hat sich der Mann aus Stormstorf bei Tessin gestern nun erstmals zu den Vorwürfen geäußert. „Ich habe keinerlei Personen geschädigt oder angegriffen“, sagt der Beschuldigte, der seit Ende Oktober 2016 in Untersuchungshaft sitzt.

Erstmals hat sich Andre S. im Prozess vor dem Landgericht Rostock geäußert

Lebenslange Haft

Auch bei versuchtem Mord ist eine lebenslange Haftstrafe möglich. Im Strafgesetzbuch heißt es: „Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.“

Angeklagt ist S. momentan nur wegen der Messerattacke. Denn die Ermittlungen im Fall eines vermissten 28-Jährigen aus Kronskamp dauern noch an. Nach wie vor stehe der Beschuldigte unter dem dringenden Tatverdacht, hier einen weiteren Nebenbuhler umgebracht zu haben, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Nur fehlt von einer Leiche weiter jede Spur.

S. und seine Ex-Freundin waren knapp ein Jahr lang zusammen, als Anfang Oktober 2016 ihre gemeinsame Tochter zur Welt kam. Kurz darauf trennte sich die Frau von dem Angeklagten und begann eine Beziehung mit einem 27-Jährigen aus Goritz bei Laage. Dem neuen Freund begegnete S., als er das gemeinsame Kind in der Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin besuchte.

Laut Anklage soll der Beschuldigte Ende Oktober dann heimlich Stärke in den Autotank des Nebenbuhlers gefüllt haben. Daraufhin sei dessen Wagen hinter Goritz liegengeblieben. S. soll gleich zur Stelle gewesen sein und mit eingeschaltetem Fernlicht hinter dem Pannenauto geparkt haben. Ohne zu zögern sei er ausgestiegen und habe auf den arglosen Mann eingestochen, heißt es in der Anklage. Das Opfer habe dabei unter anderem eine zehn Zentimeter lange klaffende Halswunde erlitten.

S. soll noch ein zweites Mal zugestochen haben. Dem Opfer sei es trotzdem gelungen, in einen Wald zu fliehen und sich zu verstecken. S. habe daraufhin mit seinem Wagen den Wald ausgeleuchtet. Ohne Erfolg. Dann sei er nach Hause gefahren.

Der Verletzte habe später ein vorbeifahrendes Auto angehalten und sei so in ein Krankenhaus gelangt. Dort habe er vier Tage lang stationär behandelt werden müssen. Bis heute leide der Mann unter den psychischen Folgen und habe sichtbare Narben im Halsbereich.

S. bestreitet die Tat. Er sei zu keiner Zeit in der Nähe von Laage gewesen und könne niemanden angegriffen oder verletzt haben. Schließlich habe er den Tag mit seiner Ex-Freundin und seinen Kindern verbracht. Auch sei er bei seinen Eltern gewesen. Als er dann abends zuhause war, habe er mit einer guten Freundin telefoniert, etwas gegessen und ferngesehen. Bis er auf seinem Gehöft Schritte hörte und Taschenlampen sah – die Polizei. „Ich war sehr überrascht und betroffen, als ich festgenommen und mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, jemandem etwas angetan zu haben“, sagt der 30-Jährige.

S. führte vor Gericht weiter aus, dass er alleinerziehender Vater von zwei Söhnen sei. Die Beziehung zu seiner Ex-Freundin sei von Höhen und Tiefen geprägt gewesen. Mehrmals hätten sie sich getrennt – und wieder versöhnt. Seine ehemalige Lebensgefährtin habe immer wieder extreme Gefühlsausbrüche zwischen Gutmütigkeit und Hass gezeigt, sagt er. S. habe sich daher zwischenzeitlich auch schon von ihr getrennt gehabt. Hinzu kamen Streitereien über den Umgang mit der Tochter.

Fragen des Gerichts, der Staatsanwaltschaft oder des Nebenklägers wollte S. gestern zunächst nicht beantworten. Es wurden noch mehrere Zeugen gehört. Bis Mitte Juni hat das Landgericht sieben weitere Termine anberaumt.

André Wornowski

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