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Verwaltungsmitarbeiter sollen Brände löschen

Stadtmitte Verwaltungsmitarbeiter sollen Brände löschen

Personalnot: Rostocks Stadtwehrführer sucht in den Amtsstuben nach Helfern am Feuerwehrschlauch.

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Steffen Grafe, Stadtwehrführer

Stadtmitte. Veraltete Technik und Personalmangel: Die Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt haben auch 2013 mit altbekannten Problemen zu kämpfen. Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag will Stadtwehrführer Steffen Grafe nun gegen die Personalengpässe bei den freiwilligen Brandbekämpfern vorgehen. Verwaltungsmitarbeiter sollen sich den Löschkräften anschließen.

„Wir sind bemüht, einen Ansatz zu finden, um die Personalnot zu bekämpfen. Hierfür versuchen wir, auch Mitarbeiter der Verwaltung und des öffentlichen Dienstes zu gewinnen“, erklärt Grafe. Besonders im innerstädtischen Bereich gebe es schon kleine Erfolge. „Wir haben im Bereich der Innenstadt mit Mitarbeitern der Universität gute Erfahrungen gemacht. Diese sind zum größten Teil schon zu Studentenzeiten in der freiwilligen Feuerwehr gewesen“, sagt Grafe.

Besonders die Freistellung der Kameraden für das Ehrenamt sei hier unproblematisch, und es müssten in der Regel auch keine Verdienstausfälle gezahlt werden. Sozialsenatorin Liane Melzer (SPD) bemühte sich indes, die Begehrlichkeiten in Bezug auf das Verwaltungspersonal in Schach zu halten. „Natürlich freut sich die Stadt über jeden Mitarbeiter, der über seine Tätigkeit hinaus ehrenamtlich tätig ist“, sagte sie. Aber in den vergangenen Jahren hätten sich die Arbeitsaufgaben in der Verwaltung verdichtet, was ein solche Engagement erschwere. Neben dem Ehrenamt des Wahlhelfers gebe es eine Fülle weiterer Ehrenämter, denen die Verwaltungsmitarbeiter nachkämen.

Damit stößt Melzer in das Horn, das auch viele Arbeitgeber zurückschrecken lässt, wenn es um die Anstellung von freiwilligen Feuerwehrleuten geht, denn es gibt eine Freistellungspflicht. Bei 250 bis 300 Stunden, die jeder freiwillige Brandbekämpfer jedes Jahr im Durchschnitt leistet, eine Belastung. „Da hilft es nur, an die Chefs zu appellieren, sich Gedanken zu machen, wie es ist, wenn mal seine Firma brennen sollte“, gibt Stadtwehrführer Grafe zu bedenken.

Doch schon mit kleineren Maßnahmen könnten dringende Probleme gelöst werden. „Wir brauchen neue Schutzbekleidung. Die jetzige ist veraltet. Vor allem leichte Kleidung für den Sommer fehlt. Wenn die Kameraden bei 30 Grad einen Flächenbrand löschen, geht das sehr auf die Fitness“, sagt Feuerwehrmann Grafe.

Karsten Wilke

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