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Volkstheater Benefiz im Theater Bühne 602
Mecklenburg Rostock Volkstheater Benefiz im Theater Bühne 602
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00:00 14.10.2017
Der Deutschkurs der Baltic-Schule konnte dank der Spende das Theater besuchen, für einige Schüler war es das erste Mal. Quelle: Foto: Johanna Hegermann
Stadthafen

Als „Mia“ steht Lydia Wilke in dem gleichnamigen Stück von Nick Wood auf der Bühne. Mit einer Tasche voller Geschichten und einer bangen Frage: „Wo ist meine Schwester?“ Seit zwei Jahren sucht sie die mittlerweile 15-Jährige, die unter mysteriösen Umständen verschwand. Erst verdrängt sie ihre Sorgen, albert herum, doch ihre Geschichte holt sie schnell wieder ein.

Heute geht es aber nicht nur darum, was auf der Bühne geschieht, sondern um das Publikum. Denn die Schüler aus drei verschiedenen Schulen können das Stück in der Bühne 602 dank einer Spende kostenlos besuchen. Und sie werden nicht die Einzigen bleiben.

Denn das Steuerberater-Büro Freund & Partner hat der Compagnie de Comedie 500 Theaterkarten für benachteiligte und bedürftige Menschen gesponsert. „Wir haben die Aktion schon länger geplant, die Karten sollten vor allem für das Weihnachtsmärchen genutzt werden“, sagt die Diplom-Finanzwirtin Mandy Eigenauer. Dass nun Schülern ermöglicht wurde, das aufwühlende Jugendstück zu sehen, findet sie besonders wichtig. „Solche Aktionen kommen oft zu kurz.“

Die Compagnie-Chefin Martina Witte ist begeistert. „Ich finde diese Idee großartig, so können wir vielen Menschen auch Vorstellungen bieten, die aufrütteln sollen.“ Oft scheitere es daran, dass nicht alle die Möglichkeit haben, den Eintrittspreis zu zahlen. „Und wir sprechen hier von rund fünf Euro.“ Mit der Spende habe man nun die Chance, noch mehr Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu erreichen.

Auch Stephanie Queudet von der Baltic-Schule in Toitenwinkel konnte dank der Freikarten mit ihrem Deutschkurs für Schüler mit Migrationshintergrund das Stück besuchen. „Die Gelegenheit ist sehr schön. Das Stück war auch für Nicht-Muttersprachler super“, sagt die Lehrerin. Für einige ihrer Schüler war es der erste Theaterbesuch ihres Lebens. „Sie verstehen nicht alles, aber das ist nicht schlimm.“ Schließlich gehe es auch um die Emotion und Mimik der Schauspielerin. Der 14-jährigen Nour aus Syrien habe es gut gefallen. „Die Geschichte war aber ein bisschen traurig“, findet sie.

jh

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