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Drei Männer für die große Bühne

Stadtmitte Drei Männer für die große Bühne

Wer wird neuer Intendant am Volkstheater? Am Dienstag stellen sich Bewerber den Rostocker Gremien vor.

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Manuel Soubeyrand (55), Intendant W�rttembergische Landesb�hne Esslingen.

Stadtmitte. Drei Männer stehen kommende Woche im Fokus der Rostocker Politik: Manuel Soubeyrand (55, Intendant der Württembergischen Landesbühne Esslingen), Sewan Latchinian (51, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg) oder Hermann Schneider (50, Intendant des Mainfranken-Theaters Würzburg) könnten ab 2014 neuer Intendant des Volkstheaters sein. Die drei Dramaturgen stellen sich dem Hauptausschuss der Bürgerschaft und dem Theater-Aufsichtsrat vor; möglich, dass schon Dienstag eine Entscheidung fällt, denn die Zeit drängt.

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Sewan Latchinian (51), Intendant der Neuen B�hne Senftenberg.

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Allerdings werden auch Stimmen laut, die ein umfangreicheres Auswahlverfahren fordern. Im Gespräch für die Nachfolge von Intendant Peter Leonard ist auch noch eine Frau: Dominica Volkert (Operndirektorin und Leitende Dramaturgin am Theater Freiburg), die zunächst nicht zum Vorstellungstermin eingeladen worden sein soll.

Bis zum Sommer müssten Weichenstellungen am Theater erfolgt sein, sonst könnte der neue Intendant wichtiges weiteres Personal nicht verpflichten, da Fristen ablaufen. Üblich ist, dass ein künstlerischer Leiter sein neues Spitzenpersonal mitbringt. „Er muss dem Haus ein scharfes Profil geben, die Handschrift des Theaters definieren und strukturelle Entscheidungen treffen“, so stellt sich Stefan Rosinski, kaufmännischer Geschäftsführer des Volkstheaters, seinen neuen „qualifizierten und starken künstlerischen Leiter“ vor.

Einen kleinen Blick hinter die Rostocker Theaterkulissen hat bislang nur Manuel Soubeyrand geworfen. Als Regisseur hat er in den vergangenen Jahren mehrere Stücke wie „Das Ballhaus“ und „Die Räuber“

auf die Bühne gebracht. Er ist ab 2014 frei, denn sein Nachfolger in Esslingen steht fest.

Schon einmal bekam Sewan Latchinian in Rostock einen Korb, als er sich 2002 auf die Intendantenstelle des Volkstheaters beworben hatte und Steffen Piontek ihm den Rang ablief. Latchinian wollte damals das Musiktheater abschaffen, diesmal bewirbt er sich mit der Ankündigung, dass er auch Kaufmann sein kann. Ein Schlag gegen die Doppelspitze? Große Chancen werden ihm nicht eingeräumt. Der Grund: Er soll exorbitante Gehaltsforderungen gestellt haben von 160 000 bis 170 000 Euro im Jahr. Derzeit verdient er 84 000 Euro, sein Rostocker Kollege Peter Leonard etwa 120 000 Euro.

Latchinian gelte als der Favorit von Ulrich Khuon, dem Chef der Intendanten-Findungskommission. Pikant: Beide kennen sich offenbar gut von gemeinsamen früheren Projekten. Ein Umstand, der in der Rostocker Politik kritisch beäugt wird.

Dritter Kandidat ist Hermann Schneider aus Würzburg. Er hatte schon im Sommer 2012 öffentlich bekannt, mit anderen Häusern im Gespräch zu sein, obgleich sein Vertrag als Chef des Dreispartenhauses in Würzburg noch bis 2017 läuft. Das Mainfranken-Theater verzeichnet einen starken Besucherschwund, auch weil die Inszenierungen wohl am Publikumsgeschmack vorbeigingen. Schneider soll gestern seine Bewerbung für Rostock zurückgezogen haben.

Ob sich der Hauptausschuss unter diesen Umständen schnell auf einen Kandidaten einigen wird, ist fraglich. „Das hängt ganz stark von der Anhörung ab“, sagt Steffen Wandschneider von der SPD. Namen nennt er keine, hält aber alle drei für „gute Kandidaten“. „Wir haben ein Luxusproblem“, so Wandschneider, jeder sei auf seine Art geeignet, und „sie unterbreiten der Stadt interessante Angebote“.

CDU-Fraktionschef Dieter Neßelmann verlässt sich auf die „hochkarätig“ besetzte Findungskommission, die „gute Leute präsentieren wird“. Sybille Bachmann vom Rostocker Bund fordert, dass das Auswahlverfahren ausgeweitet werden sollte, denn „die guten Bewerber sind schon längst untergekommen“. Sie kritisiert das lange Verfahren in Rostock. Bereits imDezember lagen die Bewerbungen im Rathaus auf dem Tisch. Eva-Maria Kröger (Linke) plädiert: „Vielleicht sollten die Theater-Angestellten eine Chance bekommen, eine Empfehlung abzugeben.“

Schlechter Ruf zeigt Wirkung
Nichts reist schneller als ein schlechter Ruf: Dass in Rostock seit Jahren ohne nennenswerten Fortschritt über das Volkstheater diskutiert wird, hat sich in der Branche rumgesprochen. Für die Spitzenposten erntet die Hansestadt nur wenig Interesse von Spitzenleuten, zumindest scheint die Auswahl unter den Bewerbern, die das Haus inhalt- lich voranbringen könnten und bezahlbar sind, gering. Neubau, Standort, inhaltliche Vielfalt, Fusionsgewitter mit dem Bildungsminister — die Dauerdiskussionen ums Theater nerven die Rostocker. Unwürdig auch die jüngste Debatte, die Theater GmbH möge sämt- liche Ausgaben im Rathaus ab- segnen lassen. Das spricht sich rum.

Die Ausschreibung um die Rostocker Intendanten-Stelle wird im Rathaus seit fast einem Jahr stiefmütterlich behandelt. Konsequenz: Ein favorisierter Bewerber sagt wieder ab, weil er keine Lust auf die Querelen hat, andere haben schon was Besseres gefunden. Wer auch neue(r) Intendant(in) am Volkstheater wird, sie/er ist nicht zu beneiden, selbst bei einem noch so fürstlichen Salär.

Frank Pubantz und Doris Kesselring

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Rostock
Drei Bewerber gibt es auf die Stelle des Intendanten am Volkstheater Rostock.

Aus ganz Deutschland stammen die Anwärter für den Posten am Rostocker Volkstheater, der 2014 frei wird.

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