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Requisiteur träumt vom Applaus auf der Bühne

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Requisiteur träumt vom Applaus auf der Bühne

Detlef Hänsch ist der neue Requisitenleiter und hat eine wechselvolle Karriere am Theater hinter sich.

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Detlef Hänsch mit einer Requisite, einem Schädel, in der Hand: Er kennt sich nicht nur hinter, sondern auch auf der Bühne aus.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Wenn das Volkstheater am 20. September mit einem spektakulären „Stapellauf“ in die neue Spielsaison startet, dann hat Detlef Hänsch einen großen Anteil daran. Ohne ihn würde alles fad und einfallslos aussehen. Als neuer Requisitenleiter ist er dafür zuständig, dass jeder Schauspieler in den drei Inszenierungen das richtige Werkzeug in die Hand bekommt und die Dekoration auf der Bühne möglichst echt wirkt. Die meisten Utensilien baut Hänsch mit seinem vierköpfigen Team selbst. „Handwerkliches Geschick muss man schon haben. Aber das bringe ich aus DDR-Zeiten mit. Da wurde ständig improvisiert“, sagt der gebürtige Neustrelitzer und lacht. Einen Lehrgang in Pyrotechnik musste er trotzdem belegen — da hilft auch kein Improvisieren.

Mit diesem Job ist er seinem Traum schon ganz nahe. Aber das Schönste wäre, „wieder eine kleine Rolle zu übernehmen und vor dem Publikum zu stehen“, erzählt der 56-Jährige. Wenn dann die Menschen in den ersten Reihen fasziniert dem Stück folgen, ist er in seinem Element.

Das Theater hat ihn großgezogen. Schon als 14-Jähriger wurde er auserkoren für die Ballettschule in Leipzig. „Ich hatte an sechs Tagen in der Woche sechs Stunden Training und nebenbei noch Schule“, erinnert er sich. Der Kraftakt hat sich gelohnt. Er studierte von 1970 an Bühnentanz und gastierte dann als Solist am Staatlichen Folkloreensemble der DDR „auf allen Bühnen der Republik“. Schließlich blieb er in seiner Heimatstadt und trat im Theater Neustrelitz auf. Die harte Zeit lehrte ihn auch den Umgang mit Schmerzen: „Ich bin hart im Nehmen. Wenn etwas wehtut, hält man es eben aus.“ Hänsch zuckt mit den Schultern. Doch 14 Jahre später spielte das Knie nicht mehr mit. Er musste aufhören. Für immer.

Um den Kontakt zum Theater nicht ganz zu verlieren, begann er, als Requisiteur hinter der Bühne zu arbeiten, übernahm hin und wieder kleine Rollen. Es folgte ein Job in der Konzert- und Gastspieldirektion Neubrandenburg und anschließend der Gang in die Selbstständigkeit: „Ich habe 14 Jahre lang eine Agentur für Künstler und Touristik geleitet“, erzählt Hänsch Nun, viele Jahre später ist er in Rostock angekommen. Hänsch ist hier für zwei Spielzeiten angestellt und würde am liebsten „bis zur Rente“ am Rostocker Theater bleiben. Denn ohne die Spielstätte ginge es nicht mehr.

Vorsichtshalber hat er begonnen, Gesangsunterricht zu nehmen. Nur falls er eines Tages doch noch einmal auf der Bühne stehen und den Applaus genießen darf.

 



Katarina Sass

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