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Von Karikaturen, hellem Wahnsinn und Radieschen

Von Karikaturen, hellem Wahnsinn und Radieschen

Die Societät Maritim hat gestern Abend die Ausstellung „Gezielte Streifschüsse“ eröffnet. International: Die Karikaturen sind auf Denglisch.

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Zum Scherzen aufgelegt: Rostocks Autor Klaus Koch (l.) und Künstler Feliks Büttner. Fotos (3): Karolin Hebben

Stadtmitte — „Hier rennen nur Karikaturen rum“, sagt Künstler Feliks Büttner (53). Mit viel Humor wurde die Ausstellung „Gezielte Streifschüsse“ am Montagabend in der Societät Maritim eröffnet. Aber erst nachträglich, denn zunächst wurde nur das Buffet für eröffnet erklärt. „Ich fühle mich an der Wand hier sehr gut aufgehoben, neben Feliks Büttner“, sagt Karikaturist Peter Rommel (78) und beißt in ein Radieschen. Die beiden Rostocker Künstler sind selbst mit Karikaturen in der Ausstellung vertreten.

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Zum Scherzen aufgelegt: Rostocks Autor Klaus Koch (l.) und Künstler Feliks Büttner. Fotos (3): Karolin Hebben

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„Rent a rentner“ heißt es auf einem von Rommels Ausstellungsstücken. Büttner findet auch: „Ich hänge hier ganz gut rum. Ich hänge eigentlich immer gut rum.“ So wurde auch ein Gläschen Wein zu sich genommen: Büttner trinkt Weißwein, der von ihm genannte „Spiritus Erectus“ Dieter Rasch (78) Rotwein. Die Lieblingskarikatur von ihm und seiner Frau Renate Rasch

(71) ist eine, auf der Angela Merkel auf die Frage Camerons „This is your what?“, mit „Mei Handy“ antwortet. Kurt Gawlitta (71), Leiter der Region Berlin des Vereins deutsche Sprache, vertrete die Meinung der ausgestellten Karikaturisten: „Das heutige Denglisch ist der helle Wahnsinn!“

Jochen Pfeiffer (67) von der Societät Maritim fragte sich vor dem Kontakt mit dem Verein deutsche Sprache, ob er die Societät in „Gesellschaftshaus“ umbenennen solle. „Es ist aber menschlich. Mindestens das Wort ,okay‘ rutscht jedem raus“, sagt er.

Autor Klaus Koch (65) verwendet nach eigenen Angaben am häufigsten den Anglizismus „Flyer“. „Kindergarden hat sich sogar in den USA durchgesetzt. Warum benutzen wir nur das furchtbare Wort Kita?“, wundert er sich.

„Das Wichtigste heute Abend ist das Buffet“, scherzt Büttner mit einem Salatblatt im Mund. Ganz unrecht hat er offenbar nicht: Das Buffet war nach 20 Minuten leer geputzt.

Karolin Hebben

 

OZ

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