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Von der Schulbank in die Ausbildung

OZ-Schulnavigator Teil 17: Die Nordlicht-Schule Von der Schulbank in die Ausbildung

Nordlicht-Schule setzt auf ein vielfältiges Angebot: Berufsorientierung, MINT-Fächer, Deutsch als Zweitsprache und Ganztagskurse

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Friederike Schwat (16), Justin-Kay Böhme (15), Lea Prehn (15) und Danilo Müller (15, von links) arbeiten in der schuleigenen Bibliothek. Über 900 Bücher wurden dort erst vor kurzem neu angeschafft.

Quelle: Fotos: Lea–marie Kenzler

Lichtenhagen. Auf dem weitläufigen Schulhof im Nordwesten der Hansestadt schießen Schüler auf ein Fußballtor. Die meisten von ihnen sind nicht in Deutschland geboren, sie müssen die Sprache erst noch erlernen. Doch beim Fußballspielen ist das nicht wichtig, denn Sport schweißt zusammen. Die meisten Schüler der Realschule kommen aus Lichtenhagen und haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Förderschwerpunkte. Darauf ist die Nordlicht-Schule eingestellt. Wie sie das macht, zeigt Teil 17 des OZ-Schulratgebers.

 

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Die Nordlicht-Schule befindet sich auf einem großen Schulgelände im Stadtteil Lichtenhagen.

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„„Der Schwerpunkt Berufsorientierung ist uns ein Anliegen. Wir bereiten die Schüler auf das Berufsleben vor und geben ihnen viele Einblicke in ihre beruflichen Möglichkeiten.“Nico Müller Schulleiter

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„„Ich genieße die Arbeit mit unseren Schülern. Jeder von ihnen hat individuelle Bedürfnisse. Es gibt täglich eine neue Herausforderung, die fast nie negativ ist.“Stephanie Hartmann Koordinatorin

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„„Ich wohne in Lichtenhagen und gehe gern zur Schule. Hier habe ich nette Lehrer und es gibt tolle Freizeitangebote. Ich spiele zum Beispiel Flag-Football.“ Max Zitzow (15) Schüler

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„„Ich habe großen Spaß mit den Schülern. Sie sind sehr ehrlich und ich achte auf ein gutes Verhältnis. Für die Schülerzeitung recherchieren 12 Schüler und schreiben Artikel.“ Sebastian Gelke Lehrer

Ausstattung: 900 neue Bücher

Die Bibliothek der Schule wurde mit 900 neuen Büchern aufgerüstet. Darunter befinden sich viele Jugendbücher, Comics und Romane, die von den Schülern regelmäßig ausgeliehen werden.

Es gibt ein Atrium im Neubau für Veranstaltungen und einen großen Schulhof mit Grünflächen und Sportanlagen. Eine Lehrküche und zwei Computerräume sind ebenfalls vorhanden.

Zahlen & Fakten

275 Schüler besuchen die Nordlicht-Schule in Lichtenhagen.

Als „Gesunde Schule“, „MINT-Schule“ und „Seminar- und Ausbildungsschule“ wurde die Einrichtung zertifiziert.

Die Bibliothek wird vom ältesten Leserat Lichtenhagens unterstützt.

40 Jahre gibt es das Schul-Gebäude schon.

Lehrer: ETEP- Ausbildung

„ETEP“ steht für Entwicklungstherapie und Entwicklungspädagogik. An der Nordlicht-Schule gibt es ein spezielles Ausbildungsprogramm, das Lehrkräfte im Bereich der sozial-emotionalen Förderung bei Kindern und Jugendlichen schult. Außerdem gibt es eine Schulsozialarbeiterin und eine Sozialpädagogin. Lehrkräfte mit einer sonderpädagogischen Ausbildung gibt es ebenso.

Freizeitangebot: buntes Programm

Im Ganztagsbereich hat die Lichtenhagener Schule zahlreiche Angebote. Ob Kreativ-Kurse, Theater und Tanzen, Fotografie, tiergestützte Pädagogik und Musikstunden, Skateboard, Fußball, Leichathletik oder Flaggen-Football – es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Eine weitere Kooperation gibt es mit dem DRK. In Wettbewerben können die Schüler ihr Können zeigen.

Förderangebot: Schulwerkstatt

Im Werkstattunterricht werden Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung in kleinen Gruppen unterrichtet und individuell unterstützt. Es gibt auch eine DAZ-Klasse, die „Deutsch als Zweitsprache“ fokussiert und zur Integration geflüchteter Kinder beiträgt. Ein weiteres Angebot ist die Mathematik-Förderung für Migranten und Begabte.

Verpflegung: Kantine nebenan

Die Schüler- und Kinderspeisung „Hanse-Menü“ befindet sich gegenüber der Schule. Dort werde nach den Vorgaben der „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ gekocht. Außerdem gibt es eine schuleigene Caféteria, in der Fingerfood, Sandwiches, Burger und belegte Brötchen angeboten werden. Getränke- und Snack-Automaten stehen in der Schule ebenfalls zur Verfügung.

275 Schüler besuchen in diesem Schuljahr die Lichtenhagener Realschule. Es gibt 14 Klassen und eine DAZ-Klasse. „DAZ“ heißt „Deutsch als Zweitsprache“ – der Unterricht zielt hier auf die Sprachförderung geflüchteter Schüler ab. In 20 Stunden pro Woche kommen sie im Sprachunterricht zusammen. „Wir haben viele Kinder, die dieses Angebot nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Integration gelingt“, sagt Schulleiter Nico Müller. Die meisten Schüler streben die mittlere Reife an, seltener bleibt ein Schüler nur bis zur Berufsreife an der Schule.

Parallel zu den Klassen gibt es an der Nordlicht-Schule Unterricht für Schüler mit emotionalem und sozialem Förderbedarf in sogenannten Schulwerkstätten. „Hier werden die Schüler in kleinen Gruppen beschult, das erleichtert eine individuelle Förderung“, so Schulleiter Müller. Und weil nicht jeder Lehrer eine Zusatzqualifikation für diesen Förderbedarf hat, bietet die Schule „ETEP“

(Entwicklungstherapie und Entwicklungspädagogik) in Kursen an. Das ist eine freiwillige Zusatzausbildung, die allen 21 Pädagogen offensteht. Sebastian Gelke ist seit 2011 Lehrer an der Realschule und ETEP-ausgebildet. „Mein Hauptaugenmerk liegt auf dem Umgang mit Schülern. Mit dieser Zusatzausbildung kann ich in jeder Situation richtig reagieren“, so Gelke.

Als der junge Lehrer an die Schule kam, hatte er andere Erwartungen. „Manche sprachen von einer Brennpunktschule, das hat sich nie bestätigt“, sagt er. Gelke nehme den schulischen Alltag als angenehm wahr. Das soziale Umfeld, der Spaß mit den Schülern, die Ausstattung der Schule – das alles habe ihn positiv überrascht.

Weitere Schwerpunkte setzt die Schule auf die MINT-Fächer, auf Umwelt- und Medienerziehung. „Wir freuen uns, das Zertifikat erneut erhalten zu haben“, so Schulleiter Müller. Außerdem liege der Fokus auf der beruflichen Orientierung. Dazu sei auch in diesem Jahr eine Berufsmesse geplant, in der sich Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder Liebherr an der Schule vorstellen. „In Vorträgen stellen die Anbieter Berufsbilder von Auszubildenden vor. Auch eine Bewerbungsmappe und Vorstellungsgespräche werden thematisiert“, erklärt Koordinatorin Stephanie Hartmann. Damit wollen sie jedem Schüler eine Perspektive nach dem Abschluss aufzeigen.

Ein klassenübergreifendes Projekt an der Schule heißt: „Klasse Seenotretter“. Die Schüler beschäftigen sich dort ein Jahr lang immer wieder mit den Aufgaben der Seenotrettung und Schifffahrt. „Auch das ist Berufsorientierung“, sagt Lehrerin Hartmann.

Das gute Lehrer-Schüler-Verhältnis betonen nicht nur die Pädagogen. „Schule macht Spaß. Ich habe nette Lehrer und es gibt gute Freizeitangebote“, sagt Schüler Max Zitzow (15). Er freue sich schon auf die nächste Runde Flag-Football mit Freunden.

Kontakt: Ratzeburger Str. 9, Telefon ☎ 0381/ 381 414 60, E-Mail:

nordlicht-schule@t-online.de Info: www.nordlicht-schule.jimdo.com

Lea-Marie Kenzler

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