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Rostock Vorhang auf: Bierbühne öffnet heute
Mecklenburg Rostock Vorhang auf: Bierbühne öffnet heute
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00:00 15.09.2018
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Sie stehen auf kleinen Podesten im Licht der Scheinwerfer, geschützt von sauber polierten gläsernen Hauben – und wer genauer hinsieht, kommt leicht ins Schmunzeln, denn bei dem, was da so spektakulär in Szene gesetzt wird, handelt es sich einfach um ein paar braune Bierflaschen. Im Barnstorfer Weg in Rostock eröffnet Michael Reese heute (15. September) seine „Bierbühne“, ein Fachgeschäft für handwerklich gebrauten Gerstensaft aus kleinen, konzernfreien Brauereien.

Michael Reese will den Rostockern in Seminaren und Verkostungen Nachhilfe in Sachen Bierbildung geben. Quelle: Foto: Katja Bülow

Mehr als 400 regionale, nationale und internationale Sorten hat der Unternehmer in seinem Laden stehen – vom einfachen Feierabendbier für zwei Euro die Flasche bis hin zu seltenen Raritäten, für die der Kunde bis zu 13,50 Euro berappen muss.

Der 30-Jährige, der gerade noch auf einer Klappleiter gestanden hat, um die letzten Regale einzuräumen, lässt den Blick an den bunt etikettierten Flaschen entlang gleiten und stellt klar: „Es gibt einfach viel, viel mehr als nur das Standard-Pils aus dem Supermarkt.“

Er greift zu einer mit Siegelwachs verschlossenen Flasche aus Estland und erklärt: „Die teuersten, das sind die, die lagerfähig sind. Die kann man wie einen guten Wein weglegen und nach ein paar Jahren wieder rausholen.“ Viele dieser Kostbarkeiten sind mit um die 15 Prozent Alkohol ziemlich stark – außerordentlich aromatische Biere, die oft auch noch für ein oder zwei Jahre in Whiskey oder Sherryfässern gelagert wurden. Michael Reese bedauert: „Es gibt eine so große Vielfalt, aber gerade bei den Deutschen gibt es in Sachen Bierbildung viel Nachholbedarf.“

Der gebürtige Niedersachse aus der Braustadt Einbeck hatte schon während seines Studiums in Kiel und Hamburg einen eigenen Bierblog. Später, als er mit seiner Freundin nach Lübeck zog, stellte er fest, dass es dort noch kein einziges Bierfachgeschäft gab und eröffnete kurzerhand selber eines. Zweieinhalb Jahre ist das inzwischen her. Der winzige Eckladen, in dem er mit nur 80 verschiedenen Bieren angefangen hatte, ist längst zu klein geworden, so dass ein Umzug des Geschäfts in größere Räume nötig wurde. Nun will Reese die zweite Filiale eröffnen, sein Konzept aus der einen Hansestadt in die nächste tragen. In dem Laden im Barnstorfer Weg sollen Bierseminare stattfinden. Bei der offiziellen Eröffnungsparty ist außerdem die Brauerei „Sudden Death Brewing“ vom Timmendorfer Strand zu Gast. Geöffnet ist die Bierbühne dienstags bis sonnabends von 12 bis 22 Uhr.

Bier für jede Jahreszeit

Ein Lieblingsbier zu nennen, das fällt Michael Reese schwer. Er erklärt: „Das hängt sehr von der Jahreszeit ab.“

Im Sommer, bei Temperaturen um die 30 Grad, sind seiner Meinung nach Sauerbiere die perfekte Erfrischung – prickelnde, leichte Biere, die allerdings in Deutschland noch kaum bekannt seien.

Im Frühling und im Herbst trinkt der Bierfachmann am liebsten ein Indian Pale Ale (IPA). „Das sind Bierstile, die sehr hopfenbetont sind. Meist hell und vom Geschmack her fruchtig herb, viel intensiver und meist auch etwas alkoholhaltiger als das klassische Pils.“

Im Winter schließlich greift Reese am liebsten zu einem ungekühltem Dunkelbier – gerne auch in einer der vielen Weihnachtsversionen mit Zimt oder Anis.

Katja Bülow

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