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Rostock Vorwurf Betrug: OB Methling steht zum Sparkassen-Chef
Mecklenburg Rostock Vorwurf Betrug: OB Methling steht zum Sparkassen-Chef
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00:00 12.07.2013
Der große Hotelkomplex und der Yachthafen haben Hohe Düne und der Rostocker Hafeneinfahrt ein neues Gesicht gegeben. Quelle: Hartmut Klonowski
Stadtmitte

Es gibt kein Pardon für Subventionsbetrug. So muss sich auch der Chef der Ostseesparkasse (Ospa) Frank Berg im Verfahren um die Fördermittelvergabe für die Yachthafenresidenz Hohe Düne vor Gericht verantworten. Er bekommt jedoch Rückendeckung vom amtierenden Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Ospa, Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR).

„Ich habe Frank Berg als einen absolut korrekten und immer im Sinne der Allgemeinheit handelnden Banker kennengelernt“, sagt Methling. Ihm sei es zu verdanken, dass die Ospa bei einer schlechten Ausgangslage auf die Straße des Erfolgs zurückgeführt worden sei. „Daher bin ich von seiner Unschuld überzeugt. Dennoch werden wir sehr sorgfältig alle Vorwürfe prüfen“, so Methling.

Berg selbst reagierte gestern über eine Erklärung der Ospa: Das Unternehmen sei überzeugt, dass das, was in der 55 000 Seiten umfassenden Anklageschrift steht, nicht stimmen kann. „Wir sind sicher“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, „dass sich Herr Berg zu jeder Zeit korrekt und sachgerecht verhalten hat.“ Man halte „die gegen ihn erhobene Anklage für unbegründet“.

Die Ospa und der ebenfalls angeklagte Yachthafen-Investor Per Harald Lökkevik arbeiteten jedoch nicht nur bei der Finanzierung von Hohe Düne zusammen. Die Sparkasse geriet bereits 2005 wegen Geschäften mit dem Norweger in die Kritik. Sie verkaufte damals Beteiligungen an dessen Immobilienfondsgesellschaft Bema. Die baute mit dem Geld von etwa 2500 Anlegern in Mahlow bei Berlin 500 Wohnungen und ein Hotel.

Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest warnten vor „massiven unlauteren Geschäftspraktiken“ dieser Fondsgesellschaft. Auch das Deutsche Institut für Anlegerschutz (Dias) hatte 2005 vor Angeboten der Bema (ursprünglich Cura) gewarnt. Dias informierte damals, die Ospa habe nicht nur die Gesellschafteranteile sondern auch die Anlegergelder für das Immobiliengeschäft finanziert. Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte im August 2011 Anklage gegen Lökkevik wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs in Hohe Düne erhoben. Sie geht davon aus, dass er wohl die 50 Millionen Euro Fördermittel zu Unrecht bekommen hat. Der Norweger, dem eine Villa in Hohe Düne und eine Villa auf Lanzarote gehört, hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Lökkevik saß bereits neun Monate in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft sieht jedoch nach der zweijährigen Ermittlung ihre Position gefestigt. „Wir stehen mit unserer Auffassung nicht allein“, sagt Oberstaatsanwalt Andres Ritter. Er verweist auf das Oberlandesgericht Rostock und ein Gutachten der Europäischen Kommission. Auch die sei überzeugt, dass europäisches Förderrecht missachtet wurde. Wobei es im Fall des ebenfalls angeklagten früheren Wirtschaftsministers Otto Ebnet (SPD) und im Fall von Frank Berg rechtlich völlig egal sei, so Staatsanwalt Ritter, ob sie diesen Subventionsbetrug angeregt oder nur durchgewunken haben.

Neben Ebnet und Berg muss sich auch der einstige Geschäftsführer der Yachthafenresidenz Klaus Dieter Blasche vor Gericht verantworten. Er wurde 2008 in den Ruhestand verabschiedet.

Bauherr war die Odin AG
Der norwegische Investor Per Harald Lökkevik hat das Areal in Hohe Düne 1997 übernommen. Bauherr für Hotel, Yachthafen und Teile des Wohnparks „Am Tonnenhof“ war Lökkeviks Firmen-Imperium Odin AG. Dazu gehört auch die Tochterfirma Bema, die Anlagen für einen Wohnpark in Mahlow bei Berlin verkauft hat. Das Hotel in Hohe Düne ist 2005 eröffnet worden. Die Yachthafenresidenz mit Kongresszentrum und der Sportboothafen waren zentrale Objekte bei der gescheiterten Bewerbung der Hansestadt um die Ausrichtung der Olympischen Segel-Wettbewerbe im Jahr 2012.

Thomas Sternberg

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