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Rostock Wahl: Mehr Stimmen per Post verschickt
Mecklenburg Rostock Wahl: Mehr Stimmen per Post verschickt
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03:51 07.09.2013
Robert Stach (50) ist Wahlleiter des Wahlkreises Rostock-Landkreis Rostock II für die Bundestagswahl. Quelle: Ove Arscholl
Stadtmitte

Wenn die Wähler am 22. September zur Bundestagswahl ihre zwei Kreuze gesetzt haben, geht die Arbeit für die Wahlhelfer im Wahlkreis 14 erst richtig los. Allein in Rostock sind 1200 im Einsatz. Ab 18 Uhr gilt es nicht nur, Zettel auseinanderzufalten, sondern auch Umschläge zu öffnen. Die Anzahl der Briefwähler nimmt zu. „Da erwarten wir mehr als zur vergangenen Wahl.

Die Leute nutzen die Briefwahl vermehrt, weil sie heute keine Begründung mehr angeben müssen“, sagt Kreiswahlleiter Robert Stach. Deshalb werden auch mehr Wahlhelfer als sonst bei der Briefwahl eingesetzt.

224 000 Wahlberechtigte im Wahlkreis 14 können persönlich in 203 Wahllokalen ihre Stimme abgeben oder sie per Post in 36 zuständige Briefwahlbezirke schicken. Aber Achtung! Nicht jeder Bürger muss in dasselbe Wahllokal wie vor vier Jahren. Anstatt ins Förderzentrum am Wasserturm müssen Wähler beispielsweise in die Jenaplanschule. „Wir haben in einigen Wahlbezirken das Problem, dass man Wahllokale suchen muss“, sagt Stach. Denn viele Kindergärten und Schulen, in denen oftmals die Lokale eingerichtet werden, sind nicht mehr öffentliche, sondern private Einrichtungen.

Robert Stach ist seit mehr als zehn Jahren als Wahlleiter tätig. Seine wichtigste Aufgabe: „Die Verkündung des Endergebnisses“, sagt er und lacht. Bis es so weit ist, steht aber noch einige Arbeit an. „Ich organisiere den Ablauf des Wahltages im Wahlkreis“, sagt er. „Wir suchen auch noch Wahlhelfer. Es springen immer wieder welche ab, da ist es gut, eine Reserve zu haben.“ Pro Wahllokal werden mindestens ein Wahlvorsteher und ein Schriftführer gebraucht. „Wenn plötzlich zwei fehlen, muss nachgesteuert werden“, erzählt Stach. Es sei auch schon vorgekommen, dass Wahlhelfer ihren Wecker nicht gehört hätten. Dann heißt es telefonieren und koordinieren — und das vor 8 Uhr morgens.

Zum Auszählen ab 18 Uhr sind sechs bis acht Helfer pro Lokal eingeplant. Dann heißt es, die gültigen Stimmen von den ungültigen zu trennen. „Ungültig ist ein Stimmzettel dann, wenn der Widerwille erkennbar ist“, erläutert Stach. Beispielsweise, wenn eine Partei durchgestrichen ist. Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 14 lag bei der letzten Bundestagswahl bei 65,5 Prozent. Nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt (65,8). „Es ist wichtig, dass man wählen geht“, sagt Stach. „Es ist eine Möglichkeit, auf Politik und Gesetzgebung Einfluss zu nehmen.“

OZ-Wahlspiel im KTC
Beim OZ-Spiel zur Bundestagswahl stellen sich die Kandidaten des Wahlkreises 14 am Mittwoch, 11. September, um 17 Uhr im Kröpeliner-Tor-Center den Fragen zu internationalen, nationalen und regionalen Themen. Mit dabei: Peter Stein (CDU), Christian Kleiminger (SPD), Steffen Bockhahn (Linke), Harald Terpe (Grüne), Hagen Reinhold (FDP), Michael Slobidnyk (Piraten), Klaus-Dieter Gabbert (Freie Wähler) und Steffen Wiechmann (Einzelbewerber). Sie, liebe Leser, können während des Spiels Ihre Stimme für Kandidaten abgeben und mitentscheiden, ob die Bewerber gute Antworten gegeben haben.
Direktkandidaten: Die Energiewende ist möglich durch ...
Vorm Wahlspiel ließen wir die Kandidaten den Satz beenden: Die Energiewende ist möglich, durch...

Christian Kleiminger (SPD): ... die Beendigung des fatalen Schlingerkurses der Bundesregierung, der gute Arbeitsplätze auch in der Region Rostock im Bereich der erneuerbaren Energien ernsthaft gefährdet.

Hagen Reinhold (FDP): ... eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Wir wollen weg von der festen Einspeisevergütung hin zur Direktvermarktung plus Marktzuschlag für neue Anlagen.

Steffen Bockhahn (Linke): ..., sie gelingt, wenn wir auf viele Kleine statt auf wenige Große setzen. Viele kleine Leitungen sind billiger als wenige große, und bei Kraftwerken ist das auch so.

Harald Terpe (Grüne): ... starke Grüne und ein grünen Energieminister.

Peter Stein (CDU): ... einen klaren politischen Willen und durch Akzeptanz in der Bevölkerung mit bezahlbaren Energiepreisen. al

Anja Levien

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