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Rostock Warnemünde wächst aus dem Sand
Mecklenburg Rostock Warnemünde wächst aus dem Sand
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01:08 18.04.2018
Mit Hein Hannemann und seiner Erfinderin setzt sich Andrius Petkus bei seiner Arbeit am Pier 7 auseinander.
Warnemünde

. Es ist schon die neunte Warnemünder Sandwelt, die in diesen Tagen am Pier 7 entsteht – und sie hat ein großes Thema: „Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock“. „Dabei haben wir einen Schwerpunkt auf die Geschichte und die Menschen in Warnemünde gelegt“, sagte gestern Othmar Schiffer-Beltz, der die Sandwelt im Pier 7 gestern der Öffentlichkeit vorstellte.

Die neue Sandwelt am Pier 7 steht unter dem Thema „Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock“

Besuchern wird mit Sicherheit die Skulptur des Warnemünder Korbflechters Wilhelm Bartelmann sofort ins Auge fallen. Er gilt als Erfinder des Strandkorbs. „Es ist die erste farbige Sandskulptur, die wir in Warnemünde erschaffen“, betonte Othmar Schiffer-Beltz, man werde dabei mit Acryl-Farben arbeiten.

Hinter dem Badepanorama steht eine besondere Künstlergruppe. Es ist die Künstlerfamilie Mylinikov – Pavel, seine Frau Daria und Tochter Jaroslava. Alle drei kommen aus Russland – und das Motiv für ihre Skulptur stammt von der erst sieben Jahre alten Jaroslava. Zu dem Pavillon gehört ein Strandkorb, der in das Kunstwerk eingearbeitet worden ist. „Auf dem kann man auch sitzen, um sich fotografieren zu lassen“, erklärte Schiffer-Beltz beim Rundgang. Außerdem werde man noch einen weiteren Strandkorb zum Verweilen aufstellen.

Der Besucheransturm werde so richtig losgehen, wenn wieder mehr Kreuzfahrtschiffe anlegen, erwartet der künstlerische Leiter. Gleichzeitig weiß er natürlich um die Bedeutung des Strandkorbs, der sich mittlerweile in der ganze Welt verbreitet hat.

In diesem Jahr werden Besucher der Sandwelt einem weiteren populären Warnemünder begegnen: Lotsenkapitän und Seenotretter Stephan Jantzen. Aus dem Sand geschaffen, wird er von dem polnischen Bildhauer Wiaczeslaw Borecki, der gestern sein Kunstwerk gern Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums Nordost der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), zeigte. Petkurs kann auf viele Erfolge bei internationalen Wettbewerben verweisen, er ist auch bekannt als Rekordhalter für die größte Eisskulptur in Vilnius. Auch die Eiszeit in Rövershagen hat er jahrelang mit seinen Figuren geprägt.

Westphal war erfreut, dass Jantzen für diesen Sommer seinen Platz am Pier 7 gefunden hat: „Es gibt immer weniger Leute, die ihn noch kennen, vor allem unter den Jüngeren.“ So dürfte es auch Hein Hanneman gehen, einem blonden Jungen aus Warnemünde, er ist zwar nur eine Romanfigur, aber wahrscheinlich deswegen hat sich Andrius Petkus der von Sophie Kloers aufgeschriebenen Geschichte an genommen und zum Bestandteil der „geheimnisvollen Stadt“ werden lassen. Geheimnisvoll ist es allemal, weil die Autorin ihr Buch unter einen männlichen Künstlernamen veröffentlicht hat.

Die Künstler kommen in diesem Jahr aus Polen, der Tschuwaschischen Republik, der Mongolei, Litauen und Russland. Weitere Motive aus der Rostocker Stadtgeschichte sind die Vicke-Schorler-Rolle und der Rostocker Greif.

„Die Künstler freuen sich, dass sie im schönen Warnemünde sein können und genießen den Aufenthalt hier“, sagte Othmar Schiffer-Beltz, der ankündigte, dass auch Führungen durch die neue Sandwelt angeboten werden.

Mit Veranstaltungen wie der Sandwelt hat Ottmar Schiffer-Beltz große Erfahrungen: Er hat mittlerweile mehr als 17 Eis-, Schnee- und Sandfiguren-Ausstellungen in Karls Erlebnis-Dörfern in Szene gesetzt.

Sandkunst bis zum Oktober in Warnemünde zu sehen – Spezielles Material ist erforderlich

Noch bis zum 23. April können sich die Warnemünder und ihre Gäste ansehen, wie die neue Sandwelt an der Gaststätte „Pier 7“ am Passagierkai entsteht. Die Künstler lassen sich gern über die Schultern schauen. „Am Sonntag ist alles fertig, wenn das Wetter es will“, sagt Othmar Schiffer-Beltz. Danach kann man während der Öffnungszeiten von Pier 7 die Schau besuchen. Derzeit können die Besucher von 8 bis 19 Uhr kommen. Laufen Kreuzfahrtschiffe ein, ist „Pier 7“ bis maximal 22 Uhr geöffnet. Die Schau wird bis Oktober dauern. Begonnen haben die Künstler am 13. April.

Für die Kunstwerke ist ein besonderer Sand erforderlich. „Sand vom Ostseestrand geht nicht“, sagt Othmar Schiffer-Beltz, „er ist zu rundgewaschen, aus ihm können keine Skulpturen entstehen.“

Für die Sandwelt sind 300 Tonnen spezieller Sand aus einer Sandgrube im brandenburgischen Niederlehme angefahren worden. Er verfügt über eine eckige Kornstruktur und lässt sich leichter verdichten und verarbeiten als der Ostseesand.

Erst am Kai wird dem Sand Wasser beigegeben. Gestützt werden die Sandrohlinge von einem stabilen Holzgerüst. Dies macht es erst möglich, dass überdimensionale Figuren entstehen können.

Michael Schißler

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