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Beirat stemmt sich gegen neue Ferienwohnungen

Warnemünde Beirat stemmt sich gegen neue Ferienwohnungen

Die Bürgerschaft entscheidet in der Oktober-Sitzung über Verkauf des traditionsreichen Ärztehauses in der Kurhausstraße 1.

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Das Hotel ist zu. Dort entstehen jetzt Angebote für Mieter auf Zeit.

Warnemünde. Aus Angst vor neuen Ferienwohnungen will der Warnemünder Ortsbeirat zwei größere Bauvorhaben verhindern. Er sprach sich sich gegen den Umbau des Hotels am Kirchenplatz 6 und gegen die Pläne für das Ärztehaus in der Kurhausstraße 1 aus.

In dem leergezogenen Ärztehaus sollen — so eine Bauvoranfrage — 22 Suiten und acht Balkone zur Nordseite entstehen. „Da diese Suiten nur zeitweise vermietet werden sollen, bekommen sie den Charakter von Ferienwohnungen, darum ist das nicht zulässig“, begründet Arndt Zindler, Vorsitzender des Bauausschusses des Ortsbeirates die ablehnende Haltung seines Gremiums. Dieser Auffassung schließt sich der Ortsbeirat an und lehnt das Vorhaben ab. „Es ist nach dem Willen der Hansestadt nicht zulässig, weitere Ferienwohnungen in Warnemünde einzurichten“, sagt dessen Vorsitzender Alexander Prechtel.

Eigentümer des Hauses ist die Hansestadt selbst. Die Kommunale Objektbewirtschaftung (KOE) hat das Gebäude zum Höchstgebot ausgeschrieben. „Unsere Ausschreibung ist frei von einer Nutzungsvorgabe, es geht nur um die Immobilie“, sagt Nico Seefeldt von der KOE. Der Preis für das Haus soll bei mindestens 1,5 Millionen Euro liegen. Ein erster Interessent bekam die Finanzierung nicht hin, mit einem zweiten Interessenten sei man sich einig, so Seefeld.

Gestern ist dieser Verkauf Thema im Liegenschaftsausschuss der Hansestadt gewesen, und am 9. Oktober soll abschließend die Bürgerschaft den Verkauf des Hauses besiegeln. Und die Nutzung? Das sei Sache des neuen Eigentümers, so Seefeldt. Wobei er darauf verweist, dass die Entscheidungen des Ortsbeirates schließlich nur empfehlenden Charakter habe.

Wie deutlich am zweiten durch den Ortsbeirat abgelehnten Bauvorhaben zu sehen ist. Hier soll das frühere und jetzt leerstehende Hotel am Kirchenplatz 6 umgebaut werden. Aus den Hotelzimmern sollen kleine Wohnungen werden, die beispielsweise an Firmenmitarbeiter vermietet werden sollen, die zeitweise in Warnemünde tätig sind. Da der Ortsbeirat auch hier die Gefahr neuer Ferienwohnungen sieht, hat er den Umbau abgelehnt. Nur sieht die Rostocker Stadtverwaltung das ganz anders und hat bereits die Baugenehmigung erteilt.

Als Beispiel für unklare Rechtsauffassungen beim Umgang mit Ferienwohnungen nennt Alexander Prechtel das Haus Wachtlerstraße / Ecke Dänische Straße. Dort sind 28 Ferienwohnungen entstanden. Der Eigentümer hat sich von der Pflicht freigekauft, Stellplätze zu den Ferienwohnungen zu bauen. Doch da gehen die Feriengäste nicht mit. Sie machen Druck und so wird nach einem Kompromiss gesucht.

Probeweise sollen die Urlauber nun zum Be- und Entladen ihre Autos im Halteverbot in der Dänischen Straße abstellen dürfen.

Kein Problem gibt es übrigens bei der Erweiterung des Ärztehauses am Kirchenplatz. Es soll um eine Etage aufgestockt werden, um Platz für eine weitere Praxis zu gewinnen. Das Gebäude soll auch einen Fahrstuhl bekommen.

Geburtshaus
Das „Doktorhus“ in der Kurhausstraße ist 1921 umgebaut worden. Vorher ist es als als Fremdenheim „Margarete“ genutzt worden. Der bedeutende Augenarzt Professor Carl Wilhelm von Zehender hat dort von 1906 bis 1919 gelebt. Bis 1969 war die Kurhausstraße 1 „Geburtshaus“. 1998 wurde das Haus außen, 2005 innen saniert. Ab 2010 zogen Ärzte und Apotheke aus.

 

Thomas Sternberg

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