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Bootsstege auf verfaulten Pfählen

Warnemünde Bootsstege auf verfaulten Pfählen

Die Stadt sperrt Liegeplätze am Nordostufer des Alten Stroms. Ziel: Reparatur noch vor der Warnemünder Woche.

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Der Kran wurde gestern umgelegt.

Quelle: Achim Treder

Warnemünde. Sie hatten sich gestern zum Kranen ihrer Yachten auf der Warnemünder Mittelmole verabredet. Doch für einen Teil der Bootsbesitzer, die ihre Liegeplätze am Nordostufer des Alten Stromes haben, begann der Start in die neue Saison mit einer Hiobsbotschaft. „Donnerstagnachmittag habe ich erfahren, dass der Steg gesperrt werden soll“, berichtet Reinhard Kay (64), der seit zwölf Jahren auf Höhe des alten Yachthafens seinen Liegeplatz hat. Andere habe es erst gestern früh erfahren.

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Der Kran wurde gestern umgelegt.

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„Ja, es stimmt“, sagt Hafenbau-Amtsleiter Heiko Tiburtius. „Wir haben durch ein Ingenieurbüro und Taucher eine Untersuchung durchführen lassen. Die Pfähle, die die Plattform in diesem Bereich tragen, sind so schlecht, dass dies ein sofortiges Handeln erfordert.“ die Pfähle sind verfault und halten sich zum Teil nur noch gegenseitig. „Wir werden sofort alle Nutzungen der Steganlage in diesem Bereich unterbinden“, so Tiburtius.

Das Gutachten der Untersuchung kam erst in dieser Woche. Eine der ersten Konsequenzen war gestern der Abbau des stationären Kranes der Landessportschule, der vor allem bei Segelregatten zum Einsatz kommt. Und bei solchen Ereignissen wie der Warnemünder Woche unentbehrlich ist.

Gesperrt ist ein Abschnitt von 75 Metern. Bis Anfang der Woche soll das runde Dutzend Yachten, die dort ihren Liegeplatz haben, verschwunden sein. Ins Wasser gelassen wurden sie gestern noch.

Tiburtius erklärte, dass die Hafenbehörde die Yachtbesitzer bei der Suche nach Ausweichplätzen unterstützen wolle. Und auch Jörn Etzold, Leiter der Landessportschule, zu der der alte Yachthafen gehört, signalisierte, dass er den Booten Asyl gewährt — „so lange noch Platz im Hafen ist“.

Michaela Raddatz vom Hafenbauamt versicherte gestern, dass die Stadt alles unternehmen wolle, um die marode Fläche bis Mai, spätestens bis Juni zu reparieren. Eine vollständige Sanierung komme aus Kostengründen jedoch nicht infrage. „Notwendig wäre eine Sanierung“, räumt Raddatz ein. Doch vor dem Hintergrund, dass die Mittelmole insgesamt überplant und neu geordnet werden soll, sei eine entsprechende Investition nicht zu rechtfertigen.

Die Reparatur soll fast alle Nutzungen der betroffenen Fläche wieder möglich machen. „Nur der Kran wird nicht wieder aufgebaut werden können“, so Raddatz. Daran mag Etzold noch gar nicht denken. Er hofft, dass in einem Gespräch aller Beteiligten in der kommenden Woche auch zum Thema Kran eine akzeptable Lösung gefunden wird.

Etwas kompliziert wird die Vorbereitung der Reparatur auch deshalb, weil sich die Steganlage, die auch 14 Meter breit ist, in unterschiedlichen Zuständigkeiten befindet. „Wir für unseren Teil können die Finanzierung absichern“, informiert die Frau vom Hafenbauamt. Der andere Teil sei in Zuständigkeit der Kommunalen Objektbewirtschaftung der Hansestadt (KOE). Eine KOE-Beteiligung sei unbedingt erforderlich, „es macht keinen Sinn, wenn wir nur unseren Teil reparieren“.

Vorausgesetzt, die Finanzierung ist gesichert, müsse eine Ausschreibung erfolgen. Die Reparaturen, so Raddatz, würden nur zwei Wochen benötigen.

Der marode Zustand des hölzernen Unterbaus der Steganlagen am Nordostufer des Alten Stromes ist bereits seit mehreren Jahren bekannt. „Man muss kein Experte sein, um dies festzustellen“, sagt Michaela Raddatz. In einem besonders schlimmen Zustand befindet sich die äußere Pfahlreihe. Der Kran, der mit seinem Betonsockel ebenfalls auf der hölzernen Wasserbaukonstruktion stand, konnte ursprünglich mal fünf Tonnen heben. Wegen des verfaulten Holzes hatte er zuletzt nur noch eine Zulassung bis 1,5 Tonnen.

Ständige Baustelle
Die Uferbefestigungen am Alten Strom sind eine ständige Baustelle. Große Abschnitte wurden erst in den 90er Jahren völlig erneuert. Einzelne Bereiche wurden seit dem aber bereits mehrfach repariert und auch saniert. Auf der Nordwestseite des Alten Stromes werden zurzeit Metallkonstruktionen als Unterbau für die Stege geschaffen.

Achim Treder

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