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Flugblatt wirbt für alten Fährhafen

Warnemünde Flugblatt wirbt für alten Fährhafen

Bürgerinitiative will alle Warnemünder Haushalte erreichen. Parallel informieren Plakate über die neue Idee.

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Billy Parczyk und Heiko Schulze vor der Informationstafel am Alten Strom.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Heute startet eine groß angelegte Flugblattaktion in Warnemünde. Die Interessengemeinschaft (IG) Alter Fährhafen steckt Karten unter der Überschrift: „Warnemünde droht Gesichtsverlust. Geht unsere Identität baden?“ in alle der rund 3300 Warnemünder Haushalte. Bis Montag sollen alle Briefkästen bestückt sein.

„Wir wollen erreichen, dass alle Warnemünder die Möglichkeit haben, sich vor der Präsentation des Funktionsplans für die Mittelmole am 14. April über unseren Vorschlag zu informieren“, sagt Heiko Schulze von der IG.

Die Interessengemeinschaft um den Warnemünder Künstler Hansi Parczyk schlägt vor, die beiden Fährtaschen zu erhalten und das frühere Abfertigungsgelände davor als eine hügelige Landschaft mit viel Grün zu gestalten. Im Mittelpunkt soll ein Rundbau entstehen, der kulturell und durch die Warnemünder Vereine genutzt werden könnte. Eine Mischung aus Information, Unterhaltung, Erholung, Gastronomie und Service soll Urlauber wie Rostocker gleichermaßen anziehen.

Zusätzlich zur Flugblattaktion, so informiert Schulze, werden ab heute auch Plakate in den Warnemünder Geschäften, Hotels und Gaststätten zu sehen sein. Gestern konnte die IG am Liegeplatz der Fahrgastschiffe von Rainer Möller eine Schautafel befestigen, die ebenfalls für die neue Idee für den früheren Fährhafen wirbt.

Wenn am 14. April die Rostocker Stadtplaner den Funktionsplan zur Neugestaltung der Mittelmole erstmals in Warnemünde öffentlich vorstellen, will die Bürgerinitiative auch ihren Vorschlag einbringen.

„Möglichst viele sollen dann wissen, um was es geht“, sagt Billy Parczyk, Ehefrau des Grafikers. Sie ist für die Logistik der Flugblattaktion verantwortlich. „Unter den 15 Helfern wurden alle Warnemünder Straßen klar aufgeteilt, damit kein Haushalt übersehen wird“, so Billy Parczyk.

Um die Folgen von „städtebaulicher Fantasielosigkeit und Wirtschaftskalkül“ abzuwenden, könne nur „ein lauter Aufschrei“ die Akteure hinter den Kulissen zum Überdenken ihrer Planung bringen, begründet Heiko Schulze den aufwendigen Einsatz der Bürgerinitiative. Sollte es nicht klappen oder können die Warnemünder von der Idee „Alter Fährhafen“ nicht überzeugt werden, „dann können wir wenigstens sagen, dass wir es versucht haben“, so Schulze.

Eher pessimistisch ist mit Blick auf einen grundsätzlich neuen Planungsansatz auch der Warnemünder Geschäftsmann Burkhard Rohde: „Längst sind vollendete Tatsachen geschaffen. Es zählt nur die Rendite. Alles andere ist Alibi.“ Trotzdem sieht Rohde in dem Vorschlag der IG ein gutes Diskussionsangebot.

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass die bisherigen Überlegungen hin zu dem Funktionsplan im „Forum Mittelmole“ diskutiert worden seien. Dort haben neben der Stadt auch der Eigentümer und Investor der Fläche, die Wohnungsgesellschaft Wiro, sowie Ortsbeirat, Tourismuszentrale, Sportbund und andere Betroffene mitgewirkt.

• Informationen:

www.conexeum.de/media/buerger_infoflyer.pdf

Kauf war im Jahr 2010
Der Eigentümer der größten Mittelmolen-Fläche ist die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro. Sie hat das 67 000 Quadratmeter große Areal auf der Mittelmole im Jahr 2010 von der Reederei Scandlines für 14,2 Millionen Euro gekauft. Die Wiro will das Areal ab 2016 vor allem für den Bau von Mietwohnungen nutzen. Zurzeit werden ein Funktions- sowie ein Bebauungsplan erarbeitet.



Als ein erster Schritt läuft gerade das Sichern der Kaikante zum Seekanal und am östlichen Molenkopf. Danach sollen die beiden Fährtaschen zugeschüttet werden, weil sie nach dem Urteil von Gutachtern nicht zu retten sind. Die neue Fläche soll nicht als Bauland genutzt werden.



Die Fähr-Anlage ist kein technisches Denkmal, lediglich der Warnemünder Bahnhof steht unter Denkmalschutz. Die beiden Fährtaschen liegen seit 1995 brach. Damals stellte die Dänische Staatsbahn den Fährbetrieb nach Gedser ab Warnemünde ein und verlagerte die Abfahrten in den Seehafen.

 



Thomas Sternberg

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Warnemünde
Heiko Schulze und Billy Parczyk werben für eine völlig andere Idee, um auf der Warnemünder Mittelmole das frühere Fährbecken und die Fläche davor zu nutzen.

Eine Bürgerinitiative will in Warnemünde bei Rostock 3300 Haushalte erreichen. Ziel der Flugblattaktion ist es, über einen Funktionsplan für die Mittelmole zu informieren.

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