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Rostock Geboren im Jahr des Tigers: Tierschutz als Lebensaufgabe
Mecklenburg Rostock Geboren im Jahr des Tigers: Tierschutz als Lebensaufgabe
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00:00 01.04.2014
Norbert Schmidt (v.l.), Sarah Hein, Andrea Völter, Barbara Linkis, Monika Schildt, Annika Weber, Ingrid Biegel und Anjaly Hein. Quelle: Thomas Sternberg

Auf dem Hof im Stolteraer Weg 12 a in Diedrichshagen wimmelt es nur so von Vierbeinern. Da scheint Vorsicht geboten. „Kommen Sie nur rein, die Hunde haben vor Fremden mehr Angst als umgekehrt“, sagt Andrea Völter. Die junge Frau gehört zu den Mitstreitern des Warnemünder Vereins „Tiere in Not“, den es jetzt schon seit 20 Jahren gibt.

Gegründet hat ihn Barbara Linkis (75). Wohnhaus und Vereinssitz waren viele Jahre lang am Alten Strom. Das war eine durchaus konfliktreiche Zeit, denn die enge Bebauung und die unzähligen Katzen, Hunde, dieser und jener Schwan sowie andere gefiederte Zweibeiner auf dem Hof ließen mit unter den nachbarschaftlichen Haussegen schief hängen. Mit dem Umzug nach Diedrichshagen hat sich vieles entspannt.

„Wir haben in den vergangenen 20 Jahren rund 2000 Katzen und Hunde gerettet und neu vermittelt“, berichtet Barbara Linkis stolz. Sie lebt für die Tiere und so sind die Grenzen zwischen Tier- und Menschenreich bei ihr fließend. Wo Barbara Linkis ist, fühlen sich die Hunde und Katzen eben wohl. Der aktive Tierschutz ist nicht irgendein Vorsatz, er ist bei ihr eine Lebenshaltung. „Der Schutz der Tiere zieht sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben“, bestätigt sie. Und das lässt sie jetzt auch in einem Buch Revue passieren. „Im Namen des Tigers“ heißt es.

Die logische Begründung für den Titel ist nicht nur das Geburtsjahr 1938 der Autorin, das Jahr des Tigers, sondern auch die Überzeugung der engagierten Tierschützerin: „Wenn der Tiger erhalten bleibt, bleibt die Welt erhalten“. Sie beschreibt in dem Buch die Stationen ihres Lebens, die sie von Potsdam über Hiddensee nach Warnemünde geführt haben. Sie war nach ihren Fachschulstudium in der Gastronomie tätig. In Rostock hat sie im inzwischen abgerissenen Hotel Warnow gearbeitet. Auch ihr Sohn Christian ist Gastronom und führt in Warnemünde das Lokal „Twee Linden“.

„Er unterstützt mich sehr“, sagt Barbara Linkis. Schließlich reist sie nach wie vor nach Portugal, um dort Hunde zu retten und in Deutschland zu vermitteln. „Alle Hunde waren in Quarantäne, sind untersucht und geimpft“, informiert Linkis.

Drei Jahre lang hat sie an ihren Erinnerungen geschrieben. Und irgendwie ist es auch selbstverständlich, dass die Erlöse aus dem Verkauf in den Tierschutz fließen.

Während Monika Schild von Anfang an beim Verein „Tiere in Not“ hilft, freut sich die Vereinsgründerin, das auch immer mehr Kinder und Jugendliche dazukommen. Sie helfen, die Tiere zu bewegen oder machen sich auf dem Anwesen nützlich. Die gute Seele auf dem Hof ist Norbert Schmidt, und Ingrid Biegel kümmert sich seit vielen Jahren um die Bücher. Alle zusammen sind sie rund 30 Vereinsmitglieder. Sie kommen aus Warnemünde, Diedrichshagen und dem Nordwesten der Hansestadt.

Viel hat der Verein schon erreicht, doch es gibt noch viel zu tun. „Was den Natur- und Tierschutz angeht, muss die Welt einfach besser werden“, sagt Barbara Linkis und leistet weiter von Warnemünde aus ihren Beitrag.

Kontakt: zum Verein „Tiere in Not“: ☎ 0381 / 519 15 06; Buchbestellung über die ISBN: 978-3-00-031735-4

Vereine betreuen die beiden Rostocker Tierheime
Der Rostocker Tierschutzverein wurde im Jahr 1990 neu gegründet. Seinen Ursprung hatte dieser Verein jedoch bereits im Jahre 1864 als einer der ersten Tierschutzvereine Deutschlands. Der Verein ist Träger des Tierheimes Schlage. Seit 1992 gibt es dort die Herberge für Tiere in Not. Helle und saubere Unterkünfte verteilen sich zwischen Grünanlagen und Bäumen. Einst befand sich dort eine Stallanlage eines Landwirtschaftsbetriebes.

Der Förderverein Rostocker Tierheim kümmert sich um das Tierheim. Es übernimmt städtische Aufgaben. Dort werden fund- oder herrenlose Tiere vorübergehend untergebracht und versorgt. Es gibt auch Tieraufnahmen bei akuter Gesundheitsgefährdung des Besitzers. Die Tiere werden artgerecht versorgt, tierärztlich untersucht und eventuell behandelt. Anschließend wird dann ein neues zu Hause für die Pfleglinge gesucht.



Thomas Sternberg

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