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Gedenkstein erinnert an Kriegsgefangene

Hohe Düne Gedenkstein erinnert an Kriegsgefangene

Ein Überlebender des Lagers in Hohe Düne kommt aus Südfrankreich zur Einweihung.

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Rolando Schadowski (FDP).

Hohe Düne. erinnert an ein dunkles Kapitel lokaler Geschichte: In einer Feierstunde wird ein Gedenkstein eingeweiht, der an Gefangene erinnert, die im Zweiten Weltkrieg in einer Baracke untergebracht waren und von dort aus zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. In dem Gefangenenlager Hohe Düne lebten ausschließlich französische Geistliche. Mit dem Stein wird die Idee einer Einwohnerin aus dem Jahr 2006 am Sonntag tatsächlich Wirklichkeit.

Einziger noch Lebender aus dem Lager ist der mehr als 90 Jahre alte Michel de Gastines, der heute in einem Seniorenheim in Südfrankreich wohnt und als Ehrengast eingeladen ist. „Wenn es Herrn de Gastines‘ körperliche Verfassung erlaubt, wird er am kommenden Montag auch Gast in drei Schulen sein, die sich um seinen Besuch bemüht haben“, sagt Rolando Schadowski, Kreisvorsitzender der FDP.

Am Zustandekommen der Erinnerungsstätte in der Nähe des Ortsausgangs der Marinekaserne hat Schadowski großen Anteil. Er hatte die Organisation der Vorbereitungen übernommen, als er noch Mitglied im Ortsbeirat Markgrafenheide war. „Wir rechnen es ihm hoch an, dass er das Projekt nicht aufgegeben hat, als er wegen anderer Aufgaben den Ortsbeirat verließ“, lobt Jürgen Dudek (Rostocker Bund), Vorsitzender des Beirats. „Als studierter Historiker habe ich schnell eine Affinität zu diesem Thema entwickelt“, erklärt Schadowski sein Engagement. „Ich sehe hierin eine ganz konkrete Möglichkeit, die Erinnerung wachzuhalten. Und gerade im Jahr der deutsch-französischen Freundschaft ist das ein Beitrag, der einfach passt.“

Der größte Teil der Kosten im mittleren vierstelligen Bereich ist durch private Spenden und Sponsorenleistungen aufgebracht worden. Die Stadt unterstützt die Bewirtung des Ehrengastes.

Die Einweihung des Steins ist für Sonntag um 10 Uhr angesetzt. Die Beteiligung interessierter Bürger ist ausdrücklich erwünscht. Zugesagt hat auch schon Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU).

Sie wird eine kurze Ansprache halten. Neben de Gastines wird auch Klaus Dördelmann erwartet — er lebte als Kind in Warnemünde und hielt zu Michel de Gastines Kontakt.

Die zuständige Polizeistation will die Veranstaltung unmittelbar an der Verbindungsstraße zwischen Markgrafenheide und Hohe Düne verkehrlich absichern. Parken am Fahrbahnrand soll in dieser Stunde unter Beachtung gegenseitiger Rücksichtnahme toleriert werden. Empfehlenswert ist die Anreise mit dem Bus. Unmittelbar neben der neuen Gedenkstätte befindet sich die Haltestelle „Strand“.

Flyer zur Geschichte
Ein Flyer der Rostocker Geschichtswerkstatt zur Thematik „Kriegsgefangene in Rostock“ zeigt die Orte der

Internierung und der Zwangsarbeit

in der Hansestadt.


Das Gefangenenlager B 304 Hohe Düne entstand Anfang 1941, kurz nachdem Hitler-Deutschland Frankreich überfallen hatte. Etwa 60 Geistliche wurden dort eingesperrt.


2003 wurde die Chronik „B 304. Französische Geistliche in einem Rostocker Kriegsgefangenenlager — 1941-1945“ veröffentlicht.

 

 

Achim Treder

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