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Hafenkapitän: Initiative von Aida löst Druck auf die Branche aus

Warnemünde Hafenkapitän: Initiative von Aida löst Druck auf die Branche aus

Rostocker Reederei hat der Luftverschmutzung auf den Meeren und in den Häfen den Kampf angesagt. Umweltsenator hofft auf Impulse für die gesamte Hochseeschifffahrt.

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Die Reederei Aida Cruises will sauberer werden.

Quelle: Achim Treder

Warnemünde. Das Konzept für eine saubere Kreuzschifffahrt der Rostocker Reederei „Aida Cruises“ zaubert in die Gesichter der Kreuzfahrt-Gegner ein Lächeln. Rita Block (58) aus Warnemünde hofft, dass sie die angekündigten Verringerungen im Schadstoffausstoß möglichst schon 2014 selbst spürt. „Ich liebe Kreuzfahrtschiffe“, sagt sie. „Aber ich spüre auch an meinem Atem, wenn mal mehrere Schiffe bei uns am Kai liegen.“

Aida hat in der vergangenen Woche in Hamburg bekanntgegeben, dass die Schiffsneubauten, die 2015 und 2016 in Dienst gestellt werden, mit dem modernsten Dreifach-Filtersystem ausgestattet werden. „Mit dieser bislang einzigartigen Technologie können wir erstmals alle drei Emissionen — Rußpartikel, Stickoxide und Schwefeloxide — um 90 bis 99 Prozent reduzieren“, sagt Aida-President Michael Ungerer.

Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), der noch vor zwei Wochen den Wunsch ausgesprochen hat, dass Aida eine Vorreiterrolle übernehmen möge, ist auch erleichtert. „Ohne gesetzliche Vorgaben wird von Aida ein freiwilliges Investitionsprogramm aufgelegt, das wegweisend für die gesamte Kreuzfahrtbranche, hoffentlich sogar für die Hochseeschifffahrt insgesamt sein wird“, kommentiert Matthäus die Bekanntgabe des Programms.

Rostocks Hafenkapitän Gisbert Ruhnke warnt vor Euphorie. „Es gibt viele hoffnungsvolle Ansätze“, sagt er. „Der Prozess wird aber dauern.“ Dass aber ausgerechnet von einem Unternehmen aus der Hansestadt ein entscheidender Impuls ausgehe, erfülle ihn mit Stolz. „Wenn erst einmal einer die Vorreiterrolle übernommen hat, dann wird auch Druck auf die anderen erzeugt“, so Ruhnke.

Als Bündnis 90/Die Grünen Mitte August im Ostseebad mit Warnemündern über Schadstoffemissionen diskutierten, die von Kreuzfahrtschiffen während ihrer Hafenliegezeiten ausgehen, schilderten Anwohner des Kreuzfahrthafens ihre direkte Betroffenheit. „In der Kreuzfahrtsaison können wir oft tagelang nicht die Fenster öffnen“, sagte beispielsweise Jürgen Brand, der in der Residenz am Neuen Strom wohnt und eigentlich der sauberen Luft wegen von Frankfurt am Main nach Hohe Düne gezogen war.

Die Forderung nach einer Reduzierung des Schadstoffausstoßes der Kreuzfahrtschiffe während ihrer Liegezeiten ist in Warnemünde bereits seit mehreren Jahren im Gange, ebbte aber langsam ab. Vor dem Hintergrund eines erneuten Zuwachses an Schiffsanläufen ist sie in diesem Sommer jedoch erneut entbrannt. Nach dem Grünen-Forum regte Matthäus an, die Arbeitsgruppe, die es dazu im Ortsbeirat gegeben habe, wieder zu aktivieren.

Nachrüstung geplant
Die von der Aida-Reederei verkündete Umwelt-Initiative umfasst ein ganzes Paket von Maßnahmen.


Neben dem Einbau von modernen Filteranlagen in neuen Schiffen zählt auch die Nachrüstung älterer Schiffe mit dieser Technik dazu.


Alle seit 2007 gebauten Schiffe der Reederei sind für Landstrom vorbereitet. „AidaSol“ könnte sofort ans Netz.

 

Achim Treder

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