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Rostock Heimatmuseum erinnert an Horst Köbbert
Mecklenburg Rostock Heimatmuseum erinnert an Horst Köbbert
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01:22 13.01.2015
Museumschefin Kathrin Möller (v.r.), Thomas Ballenberger und Svenja Gierse zeigen typische Köbbert-Requisiten. Quelle: Thomas Sternberg

Das Heimatmuseum bietet in diesem Jahr technische Neuigkeiten, weitere Modernisierungen im Haus und neue Ausstellungen. Eine ist dem Warnemünder Entertainer und Sänger Hort Köbbert gewidmet, der im vergangenen Jahr starb.

„Wir haben aus dem Nachlass rund 20 Objekte bekommen“, sagt Museumschefin Katrin Möller. Darunter auch Köbberts Taucherhelm, die legendäre Mütze, die maritime Krawatte aus den „Kessel“-Sendungen, Requisiten aus den unzähligen Fernsehsendungen und Manuskripte, die er für sein Bühnenprogramm oder für Fernsehauftritte geschrieben hat. In einer Medienstation in der Bade-Abteilung sollen Besucher Ton- und Filmaufnahmen mit Köbbert abrufen und ein paar Objekte betrachten können.

Anderen, die den Namen Warnemünde in die Welt getragen haben, den Schiffern, ist die diesjährige Sonderausstellung gewidmet. Spannende Dokumente, Briefe und Mitgebrachtes soll ab Juni gezeigt werden.

„Wir haben tolle Stücke aus Übersee und Afrika im Bestand und wollen auch Auszüge aus Briefen und Dokumenten präsentieren“, so Kathrin Möller. Wobei nicht nur Schildkrötenpanzer, seltene Muscheln oder fremde Gerätschaften ihren Weg nach Warnemünde fanden. Mancher Kapitän erwarb in Afrika auch Jungen, die als Spielgefährten für die Kinder daheim oder als Haushaltshilfen gedacht waren. Nichts Ungewöhnliches in der Kolonialzeit.

Sowohl die kleine Präsentation zu Horst Köbbert als auch die größere Sonderausstellung über die Warnemünder in der Welt wird wieder zahlreiche Gäste anlocken. Rund 12000 Besucher zählte das Heimatmuseum im vergangenen Jahr.

„Wir haben es 2005 mit 5600 Besuchern im Jahr übernommen“, benennt Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins, den Sprung. Er hält mittelfristig sogar 15000 Besucher für möglich. Dann wären allerdings die Möglichkeiten des Hauses auch ausgereizt, ist Heimhardt überzeugt.

In diesem Jahr will die Kommunale Objektbewirtschaftung (KOE), die das Haus als städtische Immobilie betreut, den Fußboden im Altenteiler erneuern. Perspektivisch soll auch der Blick in einen der beiden alten Feldsteinkeller, die jetzt zugeschüttet sind, möglich sein. „Einen von ihnen wollen wir zumindest sichtbar machen“, sagt Heimhardt. Er denkt an eine Glasscheibe im Boden, durch die Besucher auf den historischen Keller schauen können.

Noch in diesem Jahr, geplant ist ab Mai, hält die ganz moderne Technik Einzug ins Museum. Dann wird ein Audioguide für die Dauerausstellung in Deutsch und Englisch angeboten. „Wir haben vom Lions-Club eine Spende von 10000 Euro bekommen, damit können wir das Projekt realisieren“, sagt die Museumschefin. Angeboten wird ein etwa 45-minütiger Rundgang mit Geschichten, Bildern und eben auch kleinen Videos. „Es ist ein enormer Gewinn, denn wir können jetzt auch die Geschichten zu den einzelnen Objekten erzählen, Hintergrund-Informationen vermitteln“, erklärt Kathrin Möller die Zielstellung mit den Audioguides, die es so, nämlich auch mit Fotos und Videos, in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gibt. Vor allem die ausländischen Besucher und die Kreuzfahrttouristen, aber auch die Warnemünder Stammgäste werden das Angebot gern annehmen, ist Kathrin Möller überzeugt.

200 Mitglieder
In der Vogtei haben am 9. Oktober 2004 genau 26 Frauen und Männer den Museumsverein mit dem Ziel gegründet, das Heimatmuseum künftig zu betreiben. Ein Jahr später übernahm der Verein die Einrichtung. Heute zählt er 200 Mitstreiter. Der großteils schon elektronisch inventarisierte und katalogisierte Sammlungsbestand umfasst 24000 Objekte. Die Besucherzahl von 12 860 aus dem Jahr 2014 bedeutet Rekord seit 1990. Da die bisherige Schatzmeisterin nicht mehr zur Verfügung steht, muss diese Aufgabe neu vergeben werden. Wer an dieser Stelle im Vorstand oder im Verein mitwirken will, kann sich beim Vorstand melden.

Kontakt: ☎ 0381/52667



Thomas Sternberg

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