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Rostock Keine neuen Toiletten fürs Seebad
Mecklenburg Rostock Keine neuen Toiletten fürs Seebad
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00:00 11.04.2013
Matthias Fromm. Quelle: Marko Luptscho
Warnemünde

ist bekannt für sein maritimes Flair, die schöne Innenstadt und viele weitere attraktive Angebote. Aber auch für seine katastrophale Toilettensituation.

Im Seebad gibt es in der Feriensaison zu wenige und zu verwahrloste öffentliche WCs.

Dem Ortsbeirat ist dieser Fakt schon lange ein Dorn im Auge. „Wo bleiben die Toiletten für das Nordkreuz und den Parkplatz an der Jugendherberge?“, fragte der Beiratsvorsitzende Alexander Prechtel auf der Sitzung am Dienstagabend. Tourismuschef Matthias Fromm konnte nur wenig Hoffnung auf eine Verbesserung machen. „Es gibt bereits Trockentoiletten an der Jugendherberge und am Nordkreuz“, erklärte er. Neue werde es nicht geben, teilte er bedauernd mit.

Die vorhandenen Toiletten am Nordkreuz und dem Parkplatz Mitte sind in einem dürftigen Zustand. Die kleine Holzhütte am Nordkreuz etwa ist schlecht nutzbar. Das Umfeld ist von Müll übersät; die Baracke am Parkplatz wird dem Urlauberansturm im Sommer wohl kaum gerecht werden.

Eine Aufwertung der Situation für Wohnwagenbesitzer konnte Fromm jedoch in Aussicht stellen. „Auf den Parkplatz Mitte kommen an heißen Sommertagen viele Caravanurlauber. Das hat zu Zuständen geführt, die wir uns so nicht wünschen“, erklärte er. Daher solle es ab dieser Saison vorerst eine temporäre Entsorgungsstation für die Chemieklos der Wohnwagenbesitzer geben. „Es werden Fässer aufgestellt, die je nach Bedarf zwei bis drei mal pro Woche von einer Entsorgungsfirma geleert werden“, sagte er. Das solle die Situation entspannen.

„Wir werden dann die Parkgebühren für Wohnmobile erhöhen, um den Mehraufwand durch die neue Entsorgungsstelle zu refinanzieren“, kündigte der Tourismuschef an. „Wir müssen bessere Rahmenbedingungen schaffen. Das ist ein erster Schritt“, sagt Fromm.

Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Toiletten durchgängig nutzbar seien. Die Zuständigkeit liege jedoch beim Umweltamt, da dieses die Toiletten offiziell betreibe. Langfristig setzt er auf die Option Weidenweg. „Dort lässt der B-Plan einen Caravanstellplatz zu“, erklärte Fromm.

Der Ortsbeirat hofft indes auf Zuwachs am Strand. „Wenn der B-Plan für den Bereich aufgestellt wird, soll auf jeden Fall eine weitere Lokalität eingeplant werden“, sagte Alexander Prechtel. Auch dadurch könnte die Toilettensituation am Strand entspannen.

Der Vorsitzende des Umweltausschusses Warnemünde, Matthias Ehlers, hat drastische Maßnahmen im Auge. „Wenn die Stadt es nicht schafft, für eine vernünftige Toilettensituation am Nordkreuz zu sorgen, muss man die Flächen eben für private Betreiber freigeben“, forderte er.

Caravanplätze entstehen
Sechseinhalb Hektar ist das Areal für den geplanten Caravanplatz am Weidenweg groß. Es befindet sich auf der Fläche der mittlerweile versiegelten Deponie am Weidenweg. Die Bürgerschaft hatte im vergangenen Jahr sowohl den Bebauungsplan für den Caravanplatz am Weidenweg als auch den für die Fläche am Rostocker Mühlendamm beschlossen. Neben den Wohnmobilen soll auch der Anglerverein in den Weidenweg umziehen.

Karsten Wilke

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