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Rostock Kirchenplatz bekommt eine autofreie Hälfte
Mecklenburg Rostock Kirchenplatz bekommt eine autofreie Hälfte
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03:51 12.09.2013
Damit ist es bald vorbei. Die Westseite des Kirchenplatzes wird autofrei. Fotos (2): Thomas Sternberg
Warnemünde

Das große Buddeln in Warnemünde geht weiter. Noch laufen die Pflasterarbeiten in der Kirchenstraße, da wird bereits das nächste Großprojekt angeschoben: Der Kirchenplatz wird völlig umgekrempelt und neu geordnet.

Wie der Leiter des Tiefbauamtes, Heiko Tiburtius, vor dem Ortsbeirat am Dienstagabend informierte, werden sowohl unter der Erde alle Leitungssysteme im Auftrag von Eurawasser und dem Wasser- und Abwasserverband erneuert als auch alle Straßen, Gehwege und Flächen neu aufgebaut. Dazu kommen neue Bäume, Straßenlaternen, Bänke, Fahrradbügel und Papierkörbe.

„Wir wollen möglichst im Februar beginnen und nach sechs Bauabschnitten im Frühjahr 2015 fertig sein“, benannte Tiburtius den Zeitrahmen. Wichtigste Änderung: Die Westseite in Richtung Mühlenstraße wird kein Parkplatz mehr sein. Flankiert von Bäumen soll die Achse zum Kirchportal erkennbar bleiben. Stellplätze stehen dann nur noch auf der Ostseite zur Verfügung. Hier soll auch künftig weiter der Wochenmarkt stattfinden. Und vor dem Ärztehaus bekommen auch die Taxen ihre Stellplätze.

Die Bäume an der Kirche bleiben stehen und rund um den Platz, parallel zu den Gehwegen, werden in den „Begleitstreifen“ neue gepflanzt. Da Bäume immer das Streit-Thema sind, informierte der Vorsitzende des Ortsbeirates, Alexander Prechtel, dass das Gerücht, dass in der Friedrich-Franz-Straße die Bäume vor dem anstehenden Gerichtsentscheid heimlich durch die Stadt gefällt werden sollen, Unfug sei. Dort hatte sich die Stimmung, wie ja gern in Warnemünde, an einem Gerücht aufgeheizt. Doch Prechtel versicherte, dass der zuständige Bausenator Holger Matthäus (Bündnis 90/Grüne) ihm mündlich und schriftlich bestätigt habe, dass erst nach dem Gerichtsurteil zur Straßensanierung der Friedrich-Franz-Straße die Planungen fortgesetzt werden.

Ein solches Ungemach droht für den Kirchenplatz nicht. „Grundsätzlich können wir als Kirchgemeinderat und als Förderverein der Kirche mit der geplanten Umgestaltung leben“, sagt Helmut Bach, Vorsitzender des Fördervereins. Bei einigen Punkten sieht er allerdings noch Gesprächsbedarf. „Dass die von uns finanzierte und dem Stil der Kirche angepasste Rampe am Südportal einfach abgerissen und ersetzt werden soll, ist unmöglich“, so Bach. Er appelliere an den Anstand der Planer, das Mühen des Fördervereins zu respektieren. Auch mit dem neuen Befestigungsstreifen um die Kirche ist er nicht glücklich. Dieser Traufstreifen ist bereits durch den Förderverein erneuert worden. Sollte er ersetzt und das Bodenniveau angehoben werden, müsste die Kirche mit einer Sperrschicht vor Feuchtigkeit geschützt werden. Und gesprochen werden soll ebenfalls noch über die Beleuchtung der Kirche, die auch modernisiert wird.

Ist alles fertig und schick, werden die Anleger gemäß den Satzungen der Hansestadt zur Kasse gebeten. Maren Gerloff vom Bauamt verwies darauf, dass sich Anlieger individuell beraten lassen können, damit die Kosten für sie planbar sind.

Planungen für Mühlenstraße liegen auf Eis
Zehn Straßen im Fördergebiet Warnemünde Ortszentrum werden für rund sechs Millionen Euro (Fördermittel) saniert. Der Startschuss fiel im Juli 2011 mit der Alexandrinenstraße, die fertiggestellt ist. Auch die Anastasiastraße und ein erster Abschnitt der Dänischen Straße sind fertig. Kurz vor dem Abschluss steht die Kirchenstraße. Es folgen der Kirchenplatz, zweiter Abschnitt Dänische Straße, Seestraße/Am Leuchtturm, Georginenstraße, Georginenplatz. Die Planungen für die Friedrich-Franz-Straße sind unterbrochen und die für die Mühlenstraße liegen völlig auf Eis.

Thomas Sternberg

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