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Leuchtturm verdient Geld für andere Vereine

Warnemünde Leuchtturm verdient Geld für andere Vereine

Der Förderverein feiert 20. Geburtstag und zieht Bilanz: Mehr als 600 000 Euro sammelten die Warnemünder für andere Projekte im Land.

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Walter Vogt (v.l.), Klaus Möller und Gerhard Lau bereiten das 20-jährige Vereinsjubiläum vor.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Der Leuchtturm ist weit mehr als ein in die Jahre gekommenes Seezeichen, das pro Jahr rund 70 000 Menschen als Ausguck besteigen. Durch den Förderverein ist er das soziale Herz des Ostseebades mit einer Strahlkraft, die weit ins Land hineinreicht.

Der Verein hat seit Öffnung des Turmes 1994 rund 660 000 Euro an Fördergeldern ausgezahlt. Profitiert haben weit mehr als 160 Einrichtungen, Vereine, Personen, Baudenkmäler, Kunstwerke und Publikationen. Jährlich werden auch 15 000 Euro an die Bundeskasse zum Erhalt des Leuchtturms überwiesen. Ob das Geld beim Hausherrn, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund wirklich immer für den Turm bestimmt ankommt, ist offen.

Aber das Geld, das anderen Baudenkmälern in der Stadt hilft, kommt an. Und dafür gibt es auch das dicke Lob der Vorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Rosemarie Wilcken. Die findet es spannend und großartig, „dass ein Denkmal dem anderen hilft“.

Mit einer Festveranstaltung feiert der Verein am 11. April mit rund 100 Gästen sein 20-jähriges Jubiläum mit Rückblicken, Grußworten und einer Festschrift. „Wir feiern mit allen, die uns in den vergangenen 20 Jahren unterstützt haben“, sagt der Vereinsvorsitzende Klaus Möller (63). Von Stadtverwaltung und Kommunalpolitik sollten nicht allzu viele dabei sein. „Sie zeigten kaum Interesse an unserem Wirken, allerdings bei Fototerminen wie zur Restaurierung der Chorfenster der Marienkirche zeigten sie sich gern“, sagt ein desillusionierter Gerhard Lau (78). Der Gründer und langjährige Vorsitzende verweist auf die umfangreichen Ausschüttungen des Vereins, erwirtschaftet durch die Turmbesucher.

Zunehmend entdecken die jungen Leute den Turm . „Es gibt viele Nachfragen nach unseren symbolischen Eheschließungen auf dem Turm, doch mehr als 20 pro Jahr machen und schaffen wir nicht“, sagt Walter Vogt (76), der von Anfang an dabei ist und über die Einnahmen und Ausgaben wacht. Viele junge Männer, so erzählt Vogt, entdeckten wieder ihre romantische Seite. Sie wollen ihren Hochzeitsantrag an die Auserwählte auf dem Turm stellen. „Wir hatten jetzt zehn Anfragen, die wir alle ablehnen mussten, denn im Winter darf aus Sicherheitsgründen kein Besucher auf die Plattformen“, so Vogt.

Am 19. April, am Oster-Sonnabend, wird der Turm wieder für Besucher geöffnet. Dann kann, wer will, dort auch wieder seinen Antrag vorbringen. Für den Turm beginnt dann die 21. Saison. „Wir haben gemeinsam ein Stück Geschichte geschrieben, wie es solche zuvor nicht gab, und die einstmals einfach mit dem Aufschließen des Leuchtturmes begann“, fasst Gerhard Lau die ereignisreichen Jahre zusammen.

Seezeichen ist Eigentum des Bundes
In der DDR stiegen jährlich bis zu 160 000 Besucher auf den Leuchtturm. Bis 1980, dann wurde er geschlossen. Nach 1990 durften Seezeichen nach bundesdeutschem Recht nicht bestiegen werden. Rostock wurde zum Pilotprojekt: Ein Förderverein machte die Aussichtsplattformen ab 1994 wieder zugänglich.

Erbaut wurde der Turm in den Jahren 1897/98. Er ist 31 Meter hoch und reicht bis 39 Meter über den Meeresspiegel. 135 Stufen führen auf die obere Aussichtsplattform in 25 Metern Höhe. Der Turm gehört der Bundesrepublik. 2009 war der Warnemünde-Turm Motiv für eine Briefmarke.
Das ist großartig: Ein Denkmal hilft dem anderen.“ Rosemarie Wilcken,
Deutsche Stiftung
Denkmalschutz

 



Thomas Sternberg

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Warnemünde
Das Vorstands-Trio des Warnemünder Leuchtturmvereins (v.l.): Walter Voigt, Klaus Möller, Gerhard Lau. Der Verein feiert am 11. April sein 20-jähriges Jubiläum.

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