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Mandy heiratet Anja: Gefunkt hat‘s am Strand

Warnemünde Mandy heiratet Anja: Gefunkt hat‘s am Strand

Warnemündes erste Frauen-Ehe dieses Jahr. Im September heiraten zwei Männer.

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Anja (l.) und Mandy Muth heirateten gestern in der Warnemünder Vogtei.

Quelle: Fotos: Achim Treder

Warnemünde. Passanten, die die beiden jungen Frauen in der Kutsche gestern Mittag am Alten Strom vorbeifahren sahen, mögen gedacht haben: Ah, Blumenmädchen. Es geht bestimmt zu einer Trauung in der Vogtei. Falsch: Die Trauung ist schon vorbei, und die beiden in Weiß sind das Paar. Die Industriekauffrau und die Polizistin aus Magdeburg.

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Anja (l.) und Mandy Muth heirateten gestern in der Warnemünder Vogtei.

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Gestern sagten Anja (29) und Mandy (34) in der Warnemünder Vogtei Ja zueinander. Von nun an werden sie den Familiennamen tragen, den Mandy Muth in die Ehe einbringt. Warum Warnemünde? Die 34-Jährige lächelt ihre Frau an. „Weil es hier zwischen uns gefunkt hat, und weil wir uns hier den ersten Kuss gegeben haben.“

Das war im Sommer vor zwei Jahren. Anja war nach Rostock gekommen, um an einem Handballspiel teilzunehmen, Mandy war mit einer Freundin unterwegs. „Wir kannten uns vorher schon, wussten, dass wir beide in Rostock sind — und verabredeten uns zu einem Glas Wein“, erzählt Mandy. Die Verabredung fand in der Strandoase Treichel statt. Da liegt es auf der Hand, dass dort gestern auch die Feier stieg.

40 Freunde und Verwandte waren dabei. Doch zwischen Trauung und Partystress musste ein wenig Zeit für Besinnung sein. Vom Diedrichshäger Reiterhof Blohm kam also eine Kutsche.

Die Kutscher Detlef Tempel (60) und Anatoli Schreiner (30) staunten nicht schlecht, als die beiden Grazien als Jungvermählte einstiegen. „Wir haben ihnen Warnemünde gezeigt“, sagt Kutscher Tempel.

Von der Vogtei aus ging es über den Kirchenplatz, durch die Mühlenstraße bis zum Neptun. Und über die Strandpromenade und den Alten Strom zurück zur Vogtei, wo die große Hochzeitsgesellschaft wartete. Und überall zog das Paar die Blicke der Passanten auf sich.

Für die Hochzeitsnacht haben beide im Aja-Hotel eingecheckt. „Ein verlängertes Wochenende“, sagte Mandy. Und Anja, die eine geborene Ziegler ist, schwärmt vom Hotel: „Ganz oben haben wir eine Suite.

Wunderschön.“

Seit es gesetzlich möglich ist, gibt es in Warnemünde jährlich etwa vier Trauungen zu eingetragenen Lebenspartnerschaften. In diesem Jahr war die Hochzeit von Anja und Mandy allerdings die erste dieser Art. Für Ende September hat sich das zweite Paar angemeldet.

Wie Beate Hlawa, Sprecherin der Tourismuszentrale, informiert, wünschen übrigens immer mehr Paare eine Trauung direkt am Strand. Die wird vom Standesamt aber noch nicht ermöglicht.

Gleichgeschlechtliche Ehe
Eine gleichgeschlechtliche Ehe, wie sie in fast allen westeuropäischen Staaten anerkannt wird, gibt es in Deutschland nicht. Wachsende gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare hat aber in den vergangenen Jahren auch hier zur Liberalisierung entsprechender Gesetze geführt.


In Deutschland ist die „ eingetragene Lebenspartnerschaft“ die rechtliche Alternative. Im Vergleich zur Zivilehe ist sie mit den gleichen Pflichten, aber weniger Rechten ausgestattet.

 

Achim Treder

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