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Rostock Mariken ist zum Merken und Mögen
Mecklenburg Rostock Mariken ist zum Merken und Mögen
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00:00 13.04.2013
Mit sich selbst glücklich und im Reinen: Mariken. Quelle: Andreas Golz
Warnemünde

Heute feiert Warnemündes wohl kultigste Animierdame für Frohsinn und gute Stimmung ihren 60. Geburtstag. Das ist zwar richtig, aber falsch. Denn „Mariken“, die als frischer Wind durch verstaubte Nischen der Vorurteile zur plattdeutschen Sprache wirbelt, gibt es erst seit 19 Jahren. Eine Kunstfigur, mit viel Leben und Liebe ausgefüllt.

Verantwortlich dafür ist Marita Bojarra. Im Dunstkreis des großen Dichters Rudolf Tarnow, nämlich nur drei Häuser entfernt, hatte sie in Parchim das Licht der Welt erblickt. In Rostock wuchs sie auf und wurde Kindergärtnerin. Marita Bojarra — der Inbegriff lebensfroher Erziehung, der Traum vieler Eltern und in der Erinnerung mancher Kinder, die noch Jahrzehnte später dankbar Kommunikation pflegen.

Den Lütten in den Kitas spielend Platt beizubringen, war und ist ihr die reinste Freude. „Dat is uns Muddersprach.“ Bojarra sagt: „Ich bin Dienerin der niederdeutschen Sprache.“ Auch für die Erwachsenen. Mit missionarischem Eifer war sie bei den „Plattsnackern“ aktiv, ließ sich von Plattdütsch-Autorin Lisa Milbret animieren. Und so stand sie 1993 in der Kröpeliner Straße und unterhielt sich mit den Leuten auf Platt. Ausstaffiert mit Kostüm war sie schon. Nur der Name für ihre Rolle fehlte noch. In der Literatur gekramt, Assoziationen hergeleitet — und zack, da wurde „Mariken“

vorstellig.

Wer zählt seither die Male, in denen Mariken Frohsinn bereitete, auf vielen Veranstaltungen als Alleinunterhalterin brillierte oder in Warnemünde unnachahmliche Stadtführerin war? Mit Fanpost aus Basel, Illinois oder vom Pastor der Deutschen Seemannsmission in New York. Gerhard Lau vom Leuchtturm-Verein verrät: „Mariken ist liebenswert und immer da, wenn man sie braucht.“ Stimme genau, pflichtet Unternehmer Norbert Ripka bei. Und kesse Sprüche mache sie auch: „Männer sind wie Wolken. Wenn die sich morgens verziehen, kann es noch ein schöner Tag werden!“ Andreas Golz

OZ

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