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Raumfahrt-Experten suchen Funksignal

Warnemünde Raumfahrt-Experten suchen Funksignal

Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt arbeitet an einem besseren Kommunikationssystem für die Schifffahrt.

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Das internationale Mess-Team: Thomas Jost (v.l.), Christian Gentner, Wei Wang, Ronald Raulefs, Armin Dammann, Siwei Zhang

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Oberpfaffenhofen erkunden in diesen Tagen die höchsten Gebäude in Warnemünde und sind auf hoher See anzutreffen. Sie suchen aber keine neuen Start- oder Landebasen. Die sechs Wissenschaftler kommen vom DLR-Institut  für Kommunikation und Navigation und arbeiten an einem besseren Funksystem. Das soll auch die Sicherheit für die Schiffe erhöhen.

„Die sichere  Übertragung von hohen Datenraten ist im Schiffsverkehr nicht möglich, auch der Sprechfunk ist noch so, wie er Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt wurde“, sagt Teamleiter  Ronald Raulefs. Darum sei das Ziel, bald große Datenpakete einfach, sicher und schnell senden und empfangen zu können. Die bestehenden  Funksysteme seien vergleichbar mit Fax oder SMS — also nicht mehr zeitgemäß. Ob Passagierlisten, Frachtscheine, Zollanmeldungen oder aktuelle Lageberichte — ein Breitbandsystem wäre für die Kommunikation im Schiffsverkehr eine große Entlastung, so Raulefs.

Weil die Kommunikation auf See zwischen den Schiffen, aber auch zu den Häfen an ihre Grenzen stößt, haben  die beiden Bundesministerien für Wirtschaft und Forschung das Projekt zur maritimen Sicherheit initiiert.  Die Grundlage für die neue Kommunikation auf See ist  die Untersuchung der Ausbreitung von Funkwellen im Fünf-Gigaherz-Band.

So hat das internationale Team ihre viele  kilogrammschwere Ausrüstung den Leuchtturm hochgeschleppt und auch in der 15. Etage des Neptuns — dort gibt es zur Freude der Männer Fahrstühle — installiert. So konnten  küstennahe Funkszenarien abgebildet werden. Mit dem Schiff „Rosenort“ und dessen Crew vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund fuhren die Fachleute dann bis zu 15 Seemeilen auf die Ostsee, um Messungen mit den Landpunkten vorzunehmen. „Wir sind gespannt, welchen Einfluss die Meeresoberfläche, das Schiff und die küstennahen Bereiche auf die Funksignale haben“, sagt Raulefs. „Auch wenn wir jetzt erst ein Modell entwickeln, hat uns doch überrascht, dass das Signal über weite Strecken ohne  Störungen erfasst werden konnte“, sagt der Leiter der Messkampagne. 

Die Qualität einer Funkverbindung wird beeinflusst durch Reflektionen an der Wasseroberfläche, Hindernisse wie Gebäude oder andere Schiffe.

„Wir hoffen, mit dem zusätzlichen Wissen  neue Technologien zu fördern, zum Beispiel um ein optimales Hafenmanagement zu ermöglichen“, nennt Projektleiter Simon Plass  einen Hintergrund. Denn ein Funkkanal mit hoher Übertragungsrate würde auch zur Erhöhung der Sicherheit beitragen. Schiffe könnten sich gegenseitig Radarbilder schicken, um einen besseren Überblick zur Verkehrslage zu gewinnen — angesichts der riesigen Dateigrößen bislang undenkbar, so Plass.

 „Gerade in der stark befahrenen Ostsee und deren Häfen sehen wir einen immer größeren digitalen Kommunikationsbedarf“, sagt  Stefan Hemmers vom WSA. Die Forschungen könnten bald einen hohen praktischen Nutzen haben.

Maritime Sicherheit
Die verschiedenen Projekte des Forschungsverbundes „Maritime Sicherheit“ werden von den beiden Bundesministerien für Wirtschaft und Forschung sowie von den vier beteiligten Bundesländern Bayern, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bis erstmal 2021 gefördert. Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bringt dabei seine wissenschaftlichen Kompetenzen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr ein.

 



Thomas Sternberg

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Rostock
Sie sind das internationale Mess-Team: Thomas Jost (v.l.), Christian Gentner, Wei Wang, Ronald Raulefs, Armin Dammann, Siwei Zhang.

Messreihe soll Daten liefern: Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt arbeitet in Warnemünde bei Rostock an einem besseren Kommunikationssystem für die Schifffahrt.

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