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Seekanal bekommt seine Standardtiefe zurück

Warnemünde Seekanal bekommt seine Standardtiefe zurück

Die André Voß Erdbau- und Transport-Firma ist auch bei der Nassbaggerei im Geschäft. Sie ist Miteigentümerin der „Zeezand Express“ und erschließt Kiesfelder in der Ostsee.

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Kapitän Cees Strisbis (r.) und Wilhelm Krenke vom Wasser- und Schifffahrtsamt, das als Auftraggeber die Bauaufsicht hat. Fotos (3): Thomas Sternberg

Warnemünde. Es röchelt und gurgelt an Bord. Mit hohem Druck saugt das Nassbaggerschiff „Zeezand Express“ Sand, Mergel und Lehm vom Grund des Rostocker Seekanals auf und füllt damit den Laderaum. „Wir brauchen vier Stunden, um 1500 Tonnen zu laden, dann fahren wir zu unserer Klappstelle auf der Ostsee“, erzählt Kapitän Cees Strisbis. Das Schiff ist sieben Tage in der Woche und täglich 24 Stunden lang im Einsatz. Im Seekanal geht es darum, den Tiefgang von 14,50 Metern an allen Stellen und durchgehend auf der gesamten Breite von 125 Metern wiederherzustellen. Eine Erhaltungsmaßnahme, die das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) durchführen lässt.

Es sei kein leichter Job, berichtet der Kapitän. Denn es sei ein schwieriger Untergrund und wegen des starken Schiffsverkehrs müssten die Arbeiten im Seekanal oft unterbrochen werden.

Damit alles ganz korrekt abläuft stellt das WSA als Auftraggeber auch die Bauaufsicht. Gestern war Wilhelm Krenke an Bord. „Ich dokumentiere alle Arbeiten, führe sozusagen ein Protokoll“, benennt er seine Aufgabe. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, im Seekanal wird wohl noch vier bis fünf Tage gebaggert, nimmt das WSA den Auftrag ab. Mittels moderner Peiltechnik wird nachgeschaut, ob nicht irgendwo doch eine kleine Untiefe zurückgeblieben ist.

„Danach fährt das Schiff sofort nach Wilhelmshaven, dort haben wir einen Anschlussauftrag“, sagt André Voß (53). Seine Erdbau- und Transportfirma ist schon länger im Nassbaggergeschäft dabei. Und seit 2009 ist sie Miteigentümer an der „Zeezand“.

Die in Bremen ansässige Hegemann-Gruppe hat den Zuschlag für Arbeiten im Seekanal erhalten und damit die Rostocker Firma beauftragt. Dort ist Ludger Grüßing (52) neben André Voß der zweite Gesellschafter. „Wir haben rund 110 Mitarbeiter, zu uns gehören 55 Lastkraftwagen, mehrere Kiesgruben im Landkreis, Kieswerke, und wir erschließen Kiesfelder in der Ostsee, die wir abbauen“, beschreibt Grüßing die Größenordnung des Unternehmens, das seinen Sitz im Hafenvorgelände hat.

„Ich habe in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Elmenhorst gearbeitet und mich gleich am 1. Januar 1990 mit einem Kleintransporter selbstständig gemacht“, erinnert André Voß an den bescheidenen Anfang.

Kiesabbau und Nassbaggerei sind heute neben den klassischen Aufgaben wie der Bereitstellung und dem Transport von Baustoffen sowie dem Schwerlasttransport wichtige Geschäftsfelder. „Zurzeit dürfen wir in der Ostsee drei Kiesfelder nutzen, fünf weitere befinden sich im Genehmigungsverfahren durch das Bergamt Stralsund“, sagt Grüßing.

Neben der Beteiligung am Ausbau der Bundesstraße 96 auf Rügen war der Deichbau in Zingst eine der größten Herausforderungen für die Rostocker. „Wir haben 200000 Tonnen Material verbaut“, sagt Voß. Und weil die Erfolgsgeschichte noch lange nicht zu Ende sein soll, denken die beiden Gesellschafter über den Kauf eines eigenen Schiffes nach. „Mit zwei Schiffen kann man effektiver arbeiten und bei Ausschreibungen wird verlangt, dass ein Reserveschiff benannt wird“, sagt André Voß.

Heimathafen war Rostock
Das Nassbaggerschiff „Zeezand Express“ ist 76 Meter lang und hat seinen Heimathafen in Harlingen in den Niederlanden. Das Schiff fährt auch unter niederländischer Flagge. Das in Burgas in Bulgarien 1982 gebaute Schiff war bis 1996 unter deutscher Flagge unterwegs, denn es gehörte einst zum Bestand der Rostocker Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei (BBB). Es hatte den Namen „Seelöwe“. Die damalige Schute mit vier Mann Besatzung war sogar beim Hafenbau auf der Insel Kuba im Einsatz. Seit 2009 ist André Voß Miteigentümer der „Zeezand“.

 



Thomas Sternberg

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