Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Sittich-Zoff: Stadt lenkt ein

Warnemünde Sittich-Zoff: Stadt lenkt ein

Gestern rückte der Gerichtsvollzieher an. Aber das Bußgeld für die Halter ist vorerst ausgesetzt.

Voriger Artikel
Drehstart: Neuer Fall für die Polizeiruf-Kommissare
Nächster Artikel
Empor will Bilanz gegen Schwartau aufbessern

Er ist der Vogel des Anstoßes: Nymphensittich „Josy“.

Quelle: Stefan Tretropp

Warnemünde. Wer hätte das gedacht? Im monatelangen Streit um den angeblich zu kleinen Käfig von Nymphensittich „Josy“ hat die Hansestadt nun ein Zugeständnis gemacht.

Gestern überbrachte ein Gerichtsvollzieher die Neuigkeiten. Die Geldstrafe wird ausgesetzt, der Vogel darf in seiner Voliere in einer Warnemünder Galerie bleiben.

0000yb16.jpg

Gerichtsvollzieher Klaus Boeckenhauer (l.) besuchte gestern Ulrike und Peter M�ller in der Galerie. Rechts der K�fig des Ansto�es. Fotos (2): Stefan Tretropp

Zur Bildergalerie

Gestern Mittag: Ulrike und Peter Möller erwarten den „Geldeintreiber“, wie sie ihn nennen. „Zwischen elf und 17 Uhr hat er sich angekündigt“, sagt Peter Möller. Mit dem Ehepaar warten zwei Fernsehteams. Seine Nachrichten sind von bundesweitem Interesse. Denn: Der Fall „Josy“ flimmert mittlerweile in ganz Deutschland über die Bildschirme.

11.30 Uhr ist es soweit. Klaus Boeckenhauer betritt die Galerie, eine Aktentasche unterm Arm. Spannung liegt in der Luft. Die Kameras sind auf ihn gerichtet. „Ich habe eine gute Nachricht“, sagt er.

Das inzwischen aufgelaufene Bußgeld von 220 Euro sei vorerst auf Eis gelegt. Und die Stadt strebe eine Einigung mit dem Ehepaar Möller an.

Erleichterung. „Wir sind erstaunt, dass man endlich mal Vernunft walten lässt“, sagt Peter Möller. Trotzdem sei es traurig, dass es so weit kommen habe müssen. Das Beste: Sittich „Josy“, dessen Käfig laut behördlicher Einschätzung 0,08 Kubikmeter zu klein ist, darf in seiner Behausung bleiben. Obwohl er — in Behördendeutsch — „dauerhaftem Stress“ ausgesetzt ist.

Der Streit begann Ende 2012, als ein Unbekannter das Ehepaar Möller beim Rostocker Veterinäramt anzeigt. „Wir sind diesem Hinweis nachgegangen und haben den Käfig daraufhin vermessen“, erzählt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Obwohl die Voliere in Breite und Höhe größer als gefordert ist, mangelt es an Tiefe. Ganze 0,08 Kubikmeter. „Wir können kein Auge zudrücken. Es ist und bleibt ein Verstoß

gegen das Tierschutzgesetz“, so Kunze. Nachdem das Veterinäramt einen größeren Käfig für den „gestressten Nymphensittich“ forderte und das Ehepaar dem nicht nachkam, flatterte das erste Bußgeld ins Haus. 200 Euro plus 20 Euro Verwaltungskosten. Möllers legten Widerspruch ein, der sofort abgewiesen wurde. Inzwischen ging ein weiterer Gebührenbescheid über den Besuch der Amtstierärztin ein — noch einmal 54 Euro. „Wir haben diese Leistung überhaupt nicht gewollt und niemanden zu uns bestellt“, sagt Peter Möller. Stadt und Veterinäramt blieben hart. Möllers aber auch. Der Streit wurde zur Posse. Viele Galeriegäste kommen doch nur wegen „Josy“.

• Video:

zu sehen unter www.ostsee-zeitung.de

Geschöpfe schützen
Das Tierschutzgesetz regelt, dass jeder Mensch das Leben und Wohlbefinden aller Tiere als Mitgeschöpfe zu achten und zu schützen hat. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder andere körperliche Schäden zufügen. Werden Tiere gehalten, müssen sie nach ihren artgemäßen Bedürfnissen versorgt werden. Jeder hat eine moralische und gesetzliche Verpflichtung, Tiere vor Schäden und Schmerzen zu bewahren. Bei Nichteinhaltung drohen Sanktionen.

Stefan Tretropp

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Orang-Utan-Baby kam vor Augen der Zoo-Besucher zur Welt

Miri (13) wurde erstmals Mutter / Geschlecht des Äffchens noch unbekannt