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Rostock Tische und Aufsteller machen es Blinden schwer
Mecklenburg Rostock Tische und Aufsteller machen es Blinden schwer
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01:50 23.08.2014
Für den blinden Marco Höster gibt es in Warnemünde viele Hindernisse. Quelle: J. Falkernberg

Am Arm die gelbe Binde mit den drei schwarzen Punkten, der weiße Blindenstock pendelt auf dem Gehweg hin und her: Der von Geburt an blinde Marco Höster (36) ist unterwegs. Nicht immer ist sein Weg, wie auch in Warnemünde am Bahnhof und am Alten Strom, einfach. Sein Mobilitätstraining, im Oktober vergangenen Jahres aufgefrischt, nützt wenig, wenn unbedacht Hindernisse aufgestellt wurden.

In der Saison waren es oft Kaffeetische und Stühle, die die Gehwege einengten. Aufsteller, Fahrradständer, auch unebene Gehwege machen ihm zu schaffen. Vor allem von Fußgängern und Fahrzeugen gemeinsam genutzte Flächen sind für Höster schwierig. Etwa 1000 Blinde gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Für sie ist der Blinden- und Sehbehindertenverein Ansprechpartner und Sprachrohr, um Missstände aufzuzeigen und Veränderungen zu erwirken.

Die Vorsitzende für Rostock, Gudrun Buhse, und ihre Mitstreiterin Sylvia Kahl, selbst sehbehindert, haben sich „seit Jahren die Füße wundgelaufen, um Veränderungen zu erziehlen. Es wurde über die Jahre vieles erreicht“, sagt Sylvia Kahl. „Die Mitwirkung im Ausschuss für Umwelt, Wirtschaft und Verkehr hat sich ausgezahlt.“ Sie nennt die Veränderungen bei Bus und Bahn vorbildlich. Ihr Fazit:

„Rostock ist auf einem guten Weg.“ Sie kennt aber auch die Schwachstellen, so, wie sie Höster häufig erlebt. Dazu gehört der Bahnsteig 3, der am Ende nicht gesichert ist. Dazu gehören die Lampen und Poller ohne Kennzeichnung in Richtung Brücke.

Auf Schwachstellen hinzuweisen und Veränderungen einzufordern, wird in der 13. deutschlandweiten „Woche des Sehens“ vom 8. bis 15. September für den Blinden- und Sehbehindertenverein im Mittelpunkt stehen. Auftakt ist am 8. September im Rathaus mit der Veranstaltung „Sehen und Hören in Einklang bringen“. „Der Tag des weißen Stocks“ ist in diesem Jahr am 15. September.



Jürgen Falkenberg

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