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Unterricht auf dem Wasser: Schüler lernen das Segel-Abc

Rostock-Warnemünde Unterricht auf dem Wasser: Schüler lernen das Segel-Abc

Mädchen und Jungen der fünften Klassen der Ecolea-Schule bekommen ihre Sportstunden direkt vor der Haustür auf dem Alten Strom.

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In der Halle wirkt auch die kleine Jolle ziemlich groß, doch Berührungsängste hat keiner der Fünftklässler. Fotos (4): Thomas Sternberg

Rostock-Warnemünde. Das gibt es nur in Warnemünde: Segeln als Unterrichtsfach. Gestern haben zehn- und elfjährige Mädchen und Jungen der fünften Klassen der Ecolea-Schule ihre erste Segelstunde am Alten Strom gehabt. Doch weil es zu arg stürmte, zunächst nur theoretisch.

„Spuckst du nach Lee, geht‘s in die See.“ Na, die Windrichtung können sich schon mal alle merken. Ansonsten wird in der Halle ein „Opti“ aufgebaut. Nach wenigen Minuten benennen die Kinder Bug und Heck, Schwertkasten und Schwert, Ruder und Pinne, Mast, Segel und Großbaum wie selbstverständlich. Svanja und Lena dürfen den Mast schon einmal alleine setzen. „Ich wollte schon immer Segeln lernen und finde alles mit Schiffen spannend“, sagt Benedict, während er den Mädchen interessiert zuschaut.

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In der Halle wirkt auch die kleine Jolle ziemlich groß, doch Berührungsängste hat keiner der Fünftklässler. Fotos (4): Thomas Sternberg

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„Ich habe genau in eurem Alter auch in einem Opti das Segeln gelernt“, erzählt Segel-Lehrer Arne Gütschow (40). Und er ist dabeigeblieben. „Es soll in diesem Schuljahr ein erster Eindruck vom Segeln vermittelt werden“, nennt Ulrich Groß (57) vom Akademischen Segelverein Warnemünde (ASVW) das Ziel. Der ASVW organisiert in Kooperation mit dem Kutter-Segel-Club (KSC) den Segelunterricht. Sieben Optimisten stehen zur Verfügung.

Arne Gütschow und Sven Böhlert (38) vom Verein bringen den 15 Kindern das Segel-Abc bei. Assistiert wird ihnen von Carsten Marks (39), der Sportlehrer an der Ecolea-Schule ist. „Wenn wir auf dem Wasser sind, haben wir alle drei gut zu tun“, sagt Marks.

Das Areal am Südende des Alten Stromes — dort wird zwischen zwei Wendebojen geübt — ist übersichtlich, kein kleiner Segler kann dort verlorengehen. Trotzdem ist der erste Satz, den die Kinder hören: „Schwimmwesten sind Pflicht, immer.“ Auch das Auf- und Abtakeln der Optis gehört zum Pflichtprogramm. Ein kleines motorisiertes Schlauchboot kann jederzeit Versprengte oder Schiffbrüchige einsammeln.

„Wer nach dem Jahr Gefallen am Segeln gefunden hat, kann bei uns ein weiteres Jahr in einer Arbeitsgemeinschaft weiter üben“, erklärt Ulrich Groß. Wer dann weitermachen will, wechselt zu einem Verein, der eine richtige Kinder- und Jugendabteilung hat. Diese Vereine gibt es in Rostock und in Warnemünde. Doch bis es so weit ist, müssen alle das An- und Ablegen, das Kreuzen und Halsen sicher beherrschen.

Die Kinder können es kaum abwarten, dass die Jollen zu Wasser gelassen werden. Am nächsten Montag soll es passieren, und dann wird es ein Schuljahr lang diesen Sportunterricht für sie geben.

Ein Drittel Studenten
Der Vorgängerverein des ASVW war die HSG (Hochschulsportgemeinschaft) der Ingenieurhochschule für Seefahrt. Zur Grundausstattung gehörten 1990 zwei hochseegängige Segelyachten und einige Jollen. Ein Drittel der Vereinsmitglieder sind immer noch Studenten. Zwischen dem ASVW und der Ecolea-Schule gibt es seit 2008 eine Patenschaft.

 

Thomas Sternberg

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