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Warnemünder Vogel-Streit geht in die nächste Runde

Warnemünde Warnemünder Vogel-Streit geht in die nächste Runde

Das Hin und Her um den Nymphensittich „Josy“ findet kein Ende. Das Ehepaar Möller möchte das gezahlte Zwangsgeld von der Stadt zurückfordern.

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Ulrike-Sabine Möller bleibt in der Causa Josy hartnäckig und will das von der Stadt verhängte Zwangsgeld zurück.

Quelle: Jens Barkhorn

Warnemünde. Lange blieb es still um den Nymphensittich „Josy“. Der Ziervogel erhitzte zu Jahresbeginn die Gemüter. Die Stadt verhängte ein Bußgeld, weil der Käfig um 0,08 Kubikmeter zu klein ist. Das Ehepaar Möller, dem der Vogel gehört, wehrte sich dagegen. Zunächst mit Erfolg — das Zwangsgeld wurde ausgesetzt. Doch nun droht der Streit wieder aufzuflammen.

„Wir wollen unser Geld zurück“, sagt Ulrike-Sabine Möller. Denn sie und ihr Mann mussten das Bußgeld doch bezahlen — sämtliche Konten waren gesperrt. Darunter auch das der Galerie am Alten Strom, in der „Josy“ den Tag verbringt. „Es wurde eine Pfändung veranlasst“, bestätigt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Ulrike-Sabine Möller sah keine andere Möglichkeit mehr: „Um die Arbeitsfähigkeit der Galerie zu erhalten, waren wir ja gezwungen zu zahlen.“

Zwischenzeitlich sei mit der damaligen Kultursenatorin Liane Melzer (SPD) sogar ein Kompromiss geschlossen worden, nachdem das Veterinäramt mit dem Bußgeld einen geeigneten Käfig besorgen werde. Die Möllers hätten sich damit einverstanden erklärt.

Es strichen zwei Monate ins Land. Im Rahmen von NDR-Dreharbeiten, die zur Hanse Sail gemacht wurden und auch das Thema „Josy“ noch einmal aufgriffen, hakte Ulrike-Sabine Möller noch einmal nach: „Wir haben bei der Kultursenatorin angerufen, die uns darauf mitteilte, dass ein Kauf des Käfigs von diesem Geld aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.“

Die Vogelbesitzerin ist mittlerweile dieser Sache müde. In einem dicken Ordner ist alles zur „Akte Josy“ gesammelt, darunter der Schriftverkehr mit der Stadt. „Am liebsten würde ich aber in den Herbstmonaten den Kamin damit anheizen“, sagt die Galerie-Inhaberin. Sie hofft auf ein Ende — und das soll dann auch definitiv sein: „Wir wollen diesmal schriftlich, dass das Verfahren eingestellt ist.“

Doch auch die Gegenseite gibt sich hartnäckig. „Die Stadtverwaltung ist nach wie vor davon überzeugt, dass die gegen die Verletzung des Tierschutzgesetzes eingeleiteten Maßnahmen notwendig, rechtskonform und angemessen waren“, sagt Pressesprecher Ulrich Kunze. Und weiter: „Es ist einer der seltenen Fälle, dass wir aus Gründen des Tierschutzes ein Ordnungsgeld verhängen müssen.“

Nymphensittich „Josy“ nimmt von dem ganzen Treiben nur wenig Notiz. Aber ein kleiner Star sei er mittlerweile geworden. „Er ist der wohl bekannteste Vogel Deutschlands“, sagt Ulrike-Sabine Möller.

Täglich kämen Leute und schauten nach dem Sittich. Sie würden wegen des Streits mit der Stadt allesamt mit dem Kopf schütteln, sagt Möller. Und auch über die Bundesgrenzen hinaus sei „Josy“ ein Thema, so die Vogelmama: „Bekannte haben mir berichtet, dass man sich sogar in Washington und Chicago darüber unterhält.“

Nymphensittich
Der Nymphensittich (Nymphicus hollandicus) gehört in die Ordnung der Papageien. Lange Zeit war man sich in der Wissenschaft uneinig darüber, ob die Vogelart innerhalb der Papageien den Sittichen oder den Kakadus zuzuordnen ist. Mittlerweile hat sich die Einordnung in die Familie der Kakadus durchgesetzt. Der natürliche Lebensraum der Nymphensittiche ist Australien. Fast über die gesamte Inlandsfläche sind sie verbreitet. Dort führen sie ein nomadisches Leben in Schwärmen von bis zu 50 Tieren. Die ersten Wildfänge kamen 1840 nach Europa.

 

Jens Barkhorn

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