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Rostock Warnemünder gegen Verkauf von Filetstück
Mecklenburg Rostock Warnemünder gegen Verkauf von Filetstück
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07:29 15.03.2018
Die Sanierung des Teepott ist für uns unwirtschaftlich.Arno Pöker, Kunz-Familien-Stiftung

Die Ablehnung gegen einen möglichen Verkauf von Grund und Boden des Teepotts und des Teepottpavillons in Warnemünde an die Friedemann-Kunz-Familienstiftung in Warnemünde besteht fort. Das wurde am Dienstag in der Ortsbeiratssitzung deutlich.

Gegen den von der Friedemann-Kunz-Familien-Stiftung angestrebten Kauf der Flächen von Teepott und Teepottpavillon in Warnemünde formiert sich weiter breite Ablehnung. Das wurde bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung deutlich.

Zuvor hatte Arno Pöker, Geschäftsführer der R. Kossow und Levermann Immobilienverwaltungsgesellschaft, die sich für die Friedemann-Kunz-Familienstiftung um die Belange des Warnemünder Teepotts kümmert, seine Sichtweise vorgestellt. Danach sei eine Sanierung des Teepottes nur möglich, wenn die Flächen auch im Eigentum der Stiftung seien und nicht wie derzeit in Erbpacht.

„Wenn man sich eine solche Immobilie an Land zieht, dann muss man auch wissen, dass eine Sanierung notwendig sein kann“, sagte Axel Tolksdorf (Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09): „Die Koppelung einer Sanierung an einen Grundstücksverkauf ist unseriös.“

An dem Ton in der bisherigen öffentlichen Diskussion störte sich Hans-Joachim Richert vom Warnemünde-Verein. „Das sind wir hier nicht gewohnt“, sagte der Vertreter des Vereins, „dass man sagt, entweder wird verkauft oder es geschieht nichts. Richert merkte zudem an, daß sich der Teepott und das Leuchtturmhotel, das sich ebenfalls im Besitz der Friedemann-Kunz-Familienstiftung befindet, an „der Hauptveranstaltungsfläche in Warnemünde befinden“. Richert befürchtete daher Konflikte zwischen Veranstaltungen und dem Beherbergungsgewerbe. Das habe sich auch schon abgezeichnet. „Wir hoffen, dass alle Fraktionen in der Bürgerschaft diesem Verkauf nicht zustimmen werden“, schloss Richert, der unterstrich, dass der Teepott erhalten bleiben müsse.

Mathias Stagat sah das Problem, dass weitere Interessenten Flächen am Strand erwerben wollten, daher stimme man diesem Verkauf der Teepottflächen zu. Der Vorsitzende des Leuchtturmfördervereins Klaus Möller äußerte seine Verwunderung über die Intensität, mit der auf einen Kauf der Flächen abgezielt werde. „Warum der Kauf um jeden Preis?“, fragte Möller und fragte ebenso wie später auch Ortsbeiratsvorsitzender Prechtel, ob es einen Zusammmenhang mit dem in der Diskussion stehenden Dünenparkhaus gebe.

Dies wies Arno Pöker zurück. Es gebe keinen „Kauf um jeden Preis“, man werde den Verkehrswert zahlen. „Mit einem Parkhausbau gibt es keinen Zusammenhang“, so Pöker weiter.

Ortsbeiratschef Prechtel wollte genauer wissen, warum die Stiftung nun 3673 Quadratmeter Fläche laut ihres Antrages kaufen wolle, bislang hätten für Teepott und Pavillon nur 3259 Quadratmeter in Rede gestanden. „Dies ist die Fläche, die wir für die Bewirtschaftung von Teepott und Teepavillon brauchen“, sagte Pöker, zudem sei diese Flächenangabe das Ergebnis einer Aufmessung. Das allerdings werde alles noch einmal aufgearbeitet.

Pöker hatte den Mitgliedern des Ortsbeirates und den Gästen der Sitzung zuvor die Situation der Immobilie geschildert. „Der Teepott ist nicht einsturzgefährdet“, sagte er, gleichwohl sei eine Sanierung erforderlich, weil insbesondere den Brandschutz- und Hygienebestimmungen mit dem derzeitigen Zustand nicht Genüge getan sei. Viele Schäden seien entstanden, weil die großen Räume aufgeteilt wurden, um so eine kleinere Fläche für Geschäfte und Restaurants zu schaffen.

Eine genaue Summe für die Sanierung steht noch nicht fest, ausgegangen wird von einem zweistelligen Betrag im Bereich von 13 Millionen bis 15 Millionen Euro. Die Familienstiftung sei entschlossen, die Sanierung anzupacken, wenn sie in den Besitz des Grundstückes komme, sagte Pöker. „Wir nehmen das Geld in die Hand, auch wenn es nicht wirtschaftlich ist.“ Komme die Sanierung nicht, würden weitere Geschäfte ausziehen und der Teepott schrittweise verfallen.

Michael Schißler

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