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Rostock Warnemünderinnen ärgern späteren Landespokalsieger
Mecklenburg Rostock Warnemünderinnen ärgern späteren Landespokalsieger
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00:00 09.05.2017
Die Handballerinnen des SV Warnemünde bedanken sich beim mitgereisten Publikum für die lautstarke Unterstützung. FOTOS (2): TOMMY BASTIAN

Seine Mannschaft musste sich im Halbfinale des Handball- Landespokal, im soganannten Final Four, ganz knapp geschlagen geben. Dennoch war Trainer Stefan Strack vom SV Warnemünde stolz. „Das war ein mitreißendes Damen-Spiel, in dem die glücklichere Mannschaft gewonnen hat“, konstatierte der 41-Jährige. Die Warnemünderinnen unterlagen am Sonntag in der Güstrower Sport- und Kongresshalle dem späteren Turniersieger und neuen Titelträger SV Grün-Weiß Schwerin II, der sich mit einigen Frauen aus der Viertliga-Mannschaft des Vereins verstärkt hatte, erst nach Siebenmeterwerfen mit 29:31 (27:27, 14:14).

MV-Liga-Handballerinnen aus dem Ostseebad verlieren im Halbfinale des Final Four erst im Siebenmeterwerfen / Schwaaner SV unterliegt Ribnitz

„Mit ihrer Leistung haben unsere Mädels eindrucksvoll bewiesen, dass sie zu Recht im Halbfinale standen“, betonte SVW-Coach Strack, der am Seitenrand ähnlich engagiert agierte wie seine Spielerinnen auf dem Feld. Immer wieder marschierte der frühere Kreisläufer des HC Empor Rostock, vom SV Post Schwerin und Stralsunder HV, auf und ab, dirigierte dabei lautstark und gestenreich seine Sieben. Mit Erfolg.

Die Außenseiterinnen, die in der abgelaufenen MV-Liga-Spielzeit beide Partien gegen Schwerin verloren hatten (27:31, 14:28), forderten den Landeshauptstädterinnen diesmal alles ab. Nach verpatzter Anfangsphase (1:4) schafften sie den Ausgleich zum 5:5 durch Lena Bunke (11.). Danach blieben die Ostseestädterinnen dran. Neeltje Uphoff traf zum 14:14-Halbzeitstand.

Auch in der zweiten Hälfte blieb es eine temporeiche, emotionale Partie, die technisch und taktisch auf hohem Niveau geführt wurde. Das Geschehen wogte hin und her, die Führung wechselte mehrfach.

„Obwohl sich Schwerin mit fünf Spielerinnen aus der ersten Mannschaft verstärkt hatte, lag eine Überraschung in der Luft“, meinte Strack.

Rückraumspielerin Lena Bunke (59.) traf knapp zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zum 27:26 für den SV Warnemünde. Doch 48 Sekunden vor Schluss markierte Eva Maria Passow den erneuten Ausgleich für die Schwerinerinnen, deren „Erste“ am Vortag mit dem 37:22 gegen den Rostocker HC den Drittliga-Aufstieg geschafft hatte.

Die Entscheidung über den Finalteilnehmer musste im Siebenmeterwerfen fallen. Jeweils fünf Spielerinnen traten an. Katharina Pingel und Claudia Dombrowski hatten Pech, sie verfehlten das Ziel. Der Rest war Riesenfreude auf Schweriner und große Enttäuschung auf Warnemünder Seite. Aber nur kurz, denn danach bedankten sich viele SVW-Spielerinnen schon wieder mit einem Lächeln bei ihren rund 60 mitgereisten und besonders lautstarken Fans unter den rund 600 Zuschauern in der Arena.

„Zum Ende der Saison können wir erhobenen Hauptes das Final Four verlassen und stolz sein. Die Mannschaft hat ein tolles Spiel gemacht, auch wenn die Belohnung dafür ausgeblieben ist“, meinte Warnemünde-Trainer Strack.

Susann Tolksdorf, mit 31 Jahren eine der wenigen erfahrenen Akteure im jungen Team, aus dem viele Spielerinnen ihr erstes Jahr im Frauenbereich absolvierten, analysierte: „Uns hat das Quäntchen Glück gefehlt, um ins Finale einzuziehen. Aber wir wollten Spaß haben und den Gegner ärgern. Das ist uns gelungen.“

Im Finale entthronten die Schwerinerinnen dann im Lokalduell den Vorjahressieger SV Crivitz mit 31:22 (18:13) und kürten sich zum Landespokalsieger 2017.

Unterdessen mussten sich auch die MV-Liga-Männer des Schwaaner SV in ihrem Halbfinale dem späteren Sieger geschlagen geben. Sie unterlagen gegen den Ribnitzer HV mit 23:26 (8:12). Im Endspiel besiegte Ribnitz dann überraschend die Mecklenburger Stiere Schwerin II 33:28.

Statistik

SV Warnemünde – SV Grün-Weiß Schwerin II nach 7-m-Werfen 29:31 (27:27, 14:14)

Warnemünde: Knoop, Staudacher – Bunke 8/2, Dombrowski 3, Jahn 3, Jodmikat 1, Kunert, Maske, Pingel 2, Schwebke 2, Stäcker, Tack 1, Tolksdorf 1, Uphoff 8/1.

Siebenmeter: SVW 5/3, GW II 8/5.

Strafminuten: SVW 10, GW II 12.

Schwaaner SV – Ribnitzer HV 26:23 (12:8)

SSV: Froriep, Humke – König 4/2, Graf 2, Kröger 2, Kratkey 4, Elsner, Jung, Frieser 2/1, Gruszka, Zöllig, Langberg, Stolze 7/1, Strube 1.

Siebenmeter: RHV 2/2, SSV 7/4.

Strafminuten: RHV 10, SSV 18 inkl. Rot für Tommy Jung (48.).

Tommy Bastian

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