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Wartburg, Trabi und ein Anker: Teilemarkt für Oldtimer vereint

Schmarl Wartburg, Trabi und ein Anker: Teilemarkt für Oldtimer vereint

Am Sonnabend zog es 3000 Besucher in die Hansemesse. Ersatzteile, Literatur, Emaille-Werbeschilder, Bikerjacken und ganze Oldtimer standen zum Verkauf.

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Nur gucken, nicht anfassen: Nur KFZ-Sachverständiger Christian Schirrmacher (44) selbst darf auf dem DKW NZ 350 aufsatteln. Das vermutliche Baujahr des Motorrads ist 1943. Fotos (4): Karolin Hebben

Schmarl. Zeitreise in der Hansemesse: Am Sonnabend lockte der 6. Rostocker Oldtimer-Teilemarkt rund 3 000 Besucher nach Schmarl. Mehr als 100 Aussteller und Händler brachten Zubehör von Tankdeckel bis Autotür an den Sammler und Schrauber. Ob Barkas, Trabant oder Wartburg: Die Hansemesse verwandelte sich von 9 bis 17 Uhr in ein Paradies für Nostalgie und Oldtimerliebhaber.

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Schade, dass der Teilemarkt in diesem Jahr nur einen Tag lang geht. Ich kaufe hier Zubehör für meinen Barkas B1000.“Torsten Reining (40), Kraftfahrer

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Mittendrin: Torsten Reining (40) mit seiner Verlobten Corinna Rether (53). Der Kraftfahrer schraubt seit vier Jahren an jedem Wochenende an seinem Barkas B1000, hat soeben Nebelscheinwerfer für 30 Euro erstanden. Die bekommt er bei Janosch Klajko (45), der wie jedes Jahr fast 1200 Kilometer aus Budapest angereist ist, um in seiner Lieblingsstadt zu handeln.

Aus Stralsund angereist ist Dietmar Christlieb (59), der seinen Wartburg Ifa F9 verkaufen möchte. „Meine Frau nennt ihn liebevoll ,unser Baby‘“, erzählt der Makler. „Aber auf Dauer ist es einfach zu viel Arbeit.“ Vor drei Jahren habe er den Oldtimer, der in den sechziger Jahren gebaut wurde, für 8000 Euro erworben. Seitdem habe er viel Liebe (und vor allem Geld) hineingesteckt — und verkauft ihn nun für knapp 10000 Euro. Für das Dreifache steht ein Acadian Beaumont Custom, der Laien entfernt an einen Manta erinnert, zum Verkauf. Bis vor Kurzem ist ein verheiratetes Paar damit bei schönem Wetter durch Stralsund gedüst. Auf dem Markt sehen sie ihn wieder.

Rumgedüst wird mit dem DKW NZ 350 nicht — das Motorrad, vermutlich Baujahr 1943, ist ein Ausstellungsstück. „Nur gucken, nicht anfassen“: Ein Schild hält neugierige Hände fern.

KFZ-Sachverständiger Christian Schirrmacher erzählt: „Ein Bekannter von mir hat dieses Zeitzeugnis unter der Treppe eines Bekannten gefunden und gerettet.“ Es habe ein Jahrzehnt dort gestanden und Wasser abbekommen. Schirrmacher kennt sich aus: „Der nicht dazupassende BMW-Tankdeckel deutet darauf hin, dass es in der Wendezeit kaum Teile gab und improvisiert werden musste.“ Es gebe Standbesucher, die der rostige Zustand des Zweirads traurig mache. Der Sachverständige aber findet: „Das ist authentisch — und spannend.“

Authentisch ist auch die Staubschicht auf den Scheinwerferverkleidungen, die von der Sonne angestrahlt wird — und der Mann, der einen Stand weiter steht: Tilo „Burgi“ Wujtschik (39). Seine Oldtimer-Anekdoten stellen beinahe seine beachtliche Sammlung an Ersatzteilen in den Schatten. Von fünf Cent für eine Fieberglasdichtung bis 350 Euro für eine Barkas-Seitenwand ist alles dabei.

Darunter: Ein Edelstahlanker. „Hab‘ den mal gefunden“, begründet „Burgi“. „Bei mir in Thüringen gibt‘s kein Wasser — in Rostock kann ich den eher loswerden.“ Hier habe doch jeder einen Kahn.

Überhaupt sei es auch ein schöner Szenetreff zum Kontakteknüpfen. Er zuckt mit den Schultern, schaut sich um. „Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, dem ich das Ding auf den Rücken binden kann.“

 



Karolin Hebben

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