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Weben mit der Hand macht Fenster elegant

Warnemünde Weben mit der Hand macht Fenster elegant

Ines Heinrich macht Kunst aus Leinen / Ihre speziellen Gardinen verkauft sie mit großem Erfolg

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Ines Heinrich arbeitet an ihrem Webstuhl. Hier entsteht die Kunst fürs Fenster.

Quelle: Fotos: Michael Schissler

Warnemünde. Textilien und Kleider haben Ines Heinrich schon in ihrer Kindheit interessiert – es gab nichts anderes für sie. „Zuerst habe ich Puppenkleider genäht, dann Kleider für mich“, sagt die Warnemünderin, die mit 13 Jahren ihre erste Nähmaschine hatte, „und sich damit noch schnell vor dem Ausgehen ein Kleid genäht hat.“

OZ-Bild

Ines Heinrich macht Kunst aus Leinen / Ihre speziellen Gardinen verkauft sie mit großem Erfolg

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Weberei mit Größe

Die Weberei Witt wurde im Jahre 1939 von Katja Witt in Warnemünde gegründet. Sie hatte ihre Betriebsräume in der Heinrich-Heine-Straße und am Georginenplatz. In dem Unternehmen wurden bis zu 40 Mitarbeiter beschäftigt. Hergestellt wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem Bekleidungsstoffe, Möbelstoffe, Kissen und Decken, die einen guten Absatz fanden.

Diese Liebe zu den Textilien hat es das Seebad zu verdanken, dass es noch eine Handweberei gibt. In einer versteckten Ecke am Georginenplatz. „Die Lage ist für mich optimal“, sagt Ines Heinrich, „ich kann hier in Ruhe arbeiten und ab und an besucht mich ein Kunde.“ Und die suchen alle etwas Bestimmtes: die künstlerisch gewebten Fenstervorhänge von Ines Heinrich. „Die Nachfrage danach ist gut“, sagt die Warnemünderin, die nun auch Collagen aus verwebten Stoffen und textile Bilder macht. Ihr Ein-Frau-Betrieb steht auf einer stabilen Grundlage. Das war nicht immer so. Ines Heinrich hat in ihrer bisherigen Geschäftsentwicklung auch einige Enttäuschungen hinnehmen müssen.

Nach ihrem Abitur hatte sie in der Weberei von Katja Witt in Warnemünde eine Lehre als Weberin begonnen, für die Ausbildung zur Handweberin musste sie damals noch einmal im Monat nach Chemnitz fahren, bis sie dann 1984 ihren Meistertitel hatte. Zwei Jahre später eröffnete sie ihre eigene Werkstatt Am Strom, „im Hinterhof und mit Treppe“ erinnert sich Ines Heinrich. Im November 1989 wurde ihr dann die Übernahme der Weberei Witt angeboten. „Aber dann ist alles zusammengebrochen“, sagte Ines Heinrich, sie hat Mitarbeiter entlassen, ihre Betriebsräume aufgeben müssen. „Ich musste von vorne anfangen“, sagt sie, die sich gern daran erinnert, dass damals die Warnemünder für sie eine Unterschriftenaktion starteten, damit sie ihren Betrieb fortführen konnte: „Das war ganz toll.“

Seit 1992 hat sie ihre Werkstatt in ihrem Wohnhaus am Georginenplatz – und ihre Gardinenkunst hat sie – auch dank der Kreuzfahrtgäste schon bis nach Australien und nach Kalifornien verkauft. Die Handwerberin setzt dabei auf Leinen, das durchsichtig ist und ganz nach den Lichtverhältnissen immer neue Schattierungen gegen den Hintergrund gewährt.

„Die Motive dazu sind meistens floral und kommen fast alle aus der Natur“, sagt sie. Von der Arbeit sehen die meisten ihrer Kunden nichts, „denn nur 30 Prozent macht davon das eigentliche Weben aus, alles andere ist die Vorbereitung und die Einrichtung des Webstuhles.“ Bei ihrer eher einsamen Arbeit freut sie sich auf die Handwerkermärkte: „Dann komme ich hier aus meiner Ecke einmal raus.“

Michael Schißler

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