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Rostock Weg mit den Vorurteilen! Hier wird gesegelt!
Mecklenburg Rostock Weg mit den Vorurteilen! Hier wird gesegelt!
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00:00 14.07.2018
Beeindruckendes Bild: Die Korsar-Segler wetteifern um die Deutschen Meisterschaft. Quelle: Foto: Pepe Hartmann
Warnemünde

Wer die Warnemünder Woche als Feier- oder Fressmeile abstempelt, hat sich vermutlich noch nie mit dem Segeln beschäftigt. Gestern habe ich mich auf den Weg gemacht und wollte Beweise dafür sammeln, dass es bei den Wettfahrten um Hochleistungssport, große Siege, schmerzliche Niederlagen, geschickte und waghalsige Manöver geht – und vor allem um die Segler, die ihre Leidenschaft auf dem Wasser ausleben.

Auf der Warnemünder Woche wird Leistungssport betrieben und nicht nur gefeiert. Ein Erlebnisbericht.

Ich bin aufgeregt, als ich mich um 9.30 Uhr mit Pepe, dem Fotografen der Warnemünder Woche und seinem Bootsmann Matten, im Hafen vor der Segelsportschule treffe. Gleich geht es aufs Wasser. Vor einigen Jahren waren wir schon auf der Warnow unterwegs, aber das ist nichts im Vergleich zum Wellengang auf der Ostsee. Rettungsweste anlegen und los. Nicht einmal 500 Meter haben legen wir zurück, da werden wir ordentlich durchgeschüttelt. „Festhalten“ rief Pepe mir mit einem Lachen zu. Das war auch notwendig. Die Wellen peitschen gegen das Boot. Flaute ist was anderes. „Wir fahren jetzt erstmal zu den Korsaren. Die starten gleich“, weiß Pepe. Mittlerweile ist die Küste in unserem Rücken kaum noch zu erkennen. Und die Wellen schlagen immer höher.

Nach wenigen Minuten sind wir schon an unserem Spot. Und das Bild ist schlichtweg beeindruckend. Über 80 Korsare – die zu zweit besetzt werden – stehen aufgereit an der Startboje. Sie fahren in diesen Tagen die Internationale Deutsche Meisterschaft aus. Nach dem Ankündigungs-Signal dauert es nur noch wenige Augenblicke, bis die Startsirene ertönt. Die Korsaren jagen sofort Boot an Boot um die besten Plätze. Mit atemberaubender Geschwindigkeit flitzen die Segler von links nach rechts in ihren Booten, schlagen die Segel um. Artistisch lehnen sie sich über das Boot, liegen fast waagerecht zum Wasser. Sie halten sich kraftvoll am Trapez – ein Draht vom Mast, zur Verlagerung des Körpergewichts – fest, halten das Boot auf Kurs und leiten die Wende um die Luvtonne ein. Wir sind höchstens 20 Meter entfernt. Kein Problem für die Segler, die mit Augenmaß kehrt an der Wende machen.

Fast alle bekommen das in einer spektakulären Art und Weise hin. Ein Segler rutscht weg und landet fast im Wasser. Die Geschwindigkeit ist dahin. Am Ende des Feldes sehe ich ein gekentertes Boot.

Doch die Rettungswache ist schnell vor Ort, liefert rasche Hilfe.

Wir nutzen die Gelegenheit und fahren parallel zum Feld. Wir kommen kaum hinterher. Unser Schlauchboot hebt mehrfach ab, kracht in die Wellen – ein tolles Gefühl. Ähnlich geht es den Seglern, die es sich nicht nehmen lassen, unser Boot jubelnd und lachend zu begrüßen. Pepe grüßt freudestrahlend zurück. „Jetzt weißt du, warum wir so gerne bei den Fahrern auf dem Wasser sind. Die haben alle richtig viel Spaß“, ruft Pepe mir mit einem zufriedenen Lachen zu.

Doch dann kommt es zum Malheur. Das Boot pumpt das hineingeflossene Wasser nicht richtig ab. Aus Sicherheitsgründen gibt Matten das Kommando: „Wir müssen zurück an Land.“ Richtung Hafen haben wir aber die Gelegenheit, noch bei den Kite-Boardern vorbeizukommen, die direkt vor dem Strand Warnemündes ihre Europameisterschaft ausfahren.Bis zu 70 km/h schnell fahren die Kiter bei besten äußeren Bedingungen um die Wette. Die bunten Schirme der Surfer komplettieren einen faszinierenden Anblick.

Nach nur zwei Stunden ist unser Ausflug leider vorbei. Die Zeit lässt eine erneute Ausfahrt am frühen Nachmittag nicht zu. Ich bin dennoch überwältigt. Leidenschaft, Geschwindigkeit, Artistik und pure Energie – das macht den Sport aus. Der Beweis ist erbracht: Auf der Warnemünder Woche wird nicht nur gefeiert. Hier findet Segelsport auf beeindruckendem Niveau statt.

Glenn Ashby gewinnt offene EM der A-Cats

Für America’s-Cup-Gewinner Glenn Ashley (im Bild) geriet die EM der A-Cats zum Schaulaufen. Der Australier sicherte sich mit vier Siegen aus fünf Rennen souverän den Titel vor der Konkurrenz. Zweiter wurde der Spanier Manuel Calavia vor dem Polen Maciej Zarnowski. Sieger Ashby freut sich über den Erfolg. „Die Bedingungen unter der Woche waren anspruchsvoll. Aber das es am Ende zum Titel reicht, ist perfekt.“

René Warning

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