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Wegen Fußfesseln: Anwalt stellt Befangenheitsantrag

Stadtmitte Wegen Fußfesseln: Anwalt stellt Befangenheitsantrag

Im Prozess gegen Mario E. (32) vor dem Landgericht Rostock hat E.s Verteidigung einen Befangenheitsantrag gestellt. Anlass: E. musste beim Prozess gestern — wie an allen vorherigen Prozesstagen auch — während der Verhandlung die Fesseln an den Füßen behalten.

Stadtmitte. Das Gericht hatte den Antrag auf Abnahme der Fesseln mit der Begründung abgelehnt, dass Gewalttätigkeiten des Angeklagten gegen die Zeugen vorgebeugt werden müsse. E. habe sich an früheren Verhandlungstagen angespannt gezeigt. Zudem gebe es neben dem Tisch der Anklage keine weiteren Barrieren, die die Zeugen im Ernstfall schützten.

Eine Einschätzung, die E.s Verteidiger nicht teilt. „Mein Mandant hat in keiner Weise deutlich gemacht, die Verhandlung stören zu wollen. Durch die Fußfesselung wird die Befangenheit des Vorsitzenden Richters deutlich“, begründete der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft lehnte den Antrag als unbegründet ab.

Für den Rest des Verhandlungstags wurde die Öffentlichkeit zum Schutz der Intimsphäre von Nebenklägerin Claudia E. (25) ausgeschlossen. Konkret steht die Frage im Raum, ob Mario E. seine Ex-Freundin während der Beziehung vergewaltigt hat. „Wie schon von der Nebenklägerin und vom Zeugen Andreas K. angedeutet wurde, soll es zu erzwungenem Sex gekommen sein“, so der Vorsitzende Richter.

Mario E. soll am 27. August vergangenen Jahres in die Wohnung seiner Ex-Freundin eingedrungen sein und versucht haben, ihren neuen Lebensgefährten mit einem Messer im Schlaf zu erstechen. Dieser wurde lebensgefährlich verletzt. Außerdem wird dem Angeklagten vorgeworfen, Claudia E. mit einem Elektroschocker angegriffen, sie anschließend das Treppenhaus hinuntergeschleift und ihr in die Hose gegriffen zu haben. Er habe erst aufgehört, als er Geräusche im Treppenhaus wahrgenommen habe, heißt es von der Anklage.

Karsten Wilke

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