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Weihnachtsmarkt kommt in Form

Rostock Weihnachtsmarkt kommt in Form

Während die Passanten in der Innenstadt schon erahnen können, wie das Weihnachtsfest das Bild der Stadt prägen wird, ist vom Glühwein- und Mutzenduft noch nichts zu vernehmen. Statt „Last Christmas“ gibt es Motorengeräusche.

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Tiana Geisler (5) bestückt gemeinsam mit ihrer Großmutter Katrin Geisler (46) den Stand der Doppelstockverlosung „Traumland“ auf dem Parkplatz der Fischereibastion. Die Familie Geisler betreibt auch das Riesenrad auf dem Neuen Markt.

Quelle: Moritz Naumann

Rostock. Hämmern, Brüllen, Bohren, Hupen: Auf dem Parkplatz der Fischerbastion laufen die Motoren der LKWs, Kräne und Gabelstabler in Dauerbetrieb. Nur mit Hilfestellung der Kollegen lassen sich die vielen motorisierten Kolosse durch die engen Nieschen zwängen. Jede Lücke wird genutzt, denn die vielen Buden und ersten Fundamente der Fahrgeschäfte lassen nur wenig Platz, um unbeschwert rangieren zu können. Es herrscht ein rauher aber herzlicher Ton. Allen ist bewusst, bis Montag kann noch einiges schief gehen.

Gemeinsam mit ihrer Enkelin Tiana (5) überlegt Katrin Geisler gerade, wo sie den weißen Bären mit großem Herz, den es in ihrer Doppelstockverlosung zu gewinnen gibt, drapiert. Katrin Geisler erlebt und prägt das Schaustellerleben seit Kindesbeinen in Rostock. „Seit Ende der fünfziger Jahre betreibt meine Familie verschiedene Buden und Fahrgeschäfte“, sagt die 46-Jährige. Mit besonderem Stolz erzählt sie direkt von der Attraktion ihres Familienbetriebes: Das Riesenrad auf dem Neuen Markt. „Das ist nun die zweite Saison für das Rad. Nachdem wir nun schon in Polen und Rumänien waren, sind wir froh, das Jahr wieder in der Heimat beenden zu können“. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, bevor die ersten Gäste es sich am Montag um zehn Uhr in den Gondeln des „Hanse Rad´s“ gemütlich machen. Dieses muss nämlich schon am Donnerstag fertig zur Abnahme sein. „Denn da kommt der TÜV“, sagt Geißler. Wie so viele Schausteller hofft sie auf die Gnade des Wettergottes: „Am Montag haben wir bei strömenden Regen das Riesenrad aufgebaut. Für uns Schausteller hoffe ich für die kommenden Wochen auf Sonne und Kälte, denn dann schmeckt der Glühwein am besten“. Zur Mittagszeit kehrt etwas Ruhe ein auf dem großen Parkplatz. Die Motoren werden abgeschaltet und viele der fleißigen Arbeiter gönnen sich eine Pause. Jedoch nicht Lars Langenscheidt, der kritisch seine „Zucker Bäckerei“ auf den Prüfstand stellt. Im Gegensatz zu vielen anderen ist der 27-Jährige mit seiner Bude schon sehr weit: „ Samstag ist Stichtag und Sonntag wollen wir nochmal zum Entspannen nutzen, bevor es richtig los geht“, sagt Langenscheidt. Im sechsten Jahr ist der Ostfriese nun auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt zu finden. Und das hat einen guten Grund: „Ich hatte Glück. Ich hab hier vor sechs Jahren meine Frau kennengelernt und seither komme ich jedes Jahr“, sagt Langenscheidt. Für viele Schausteller ist der Rostocker Weihnachtsmarkt ein wichtiger Termin im Kalender, so auch für Bärbel Wollmann und den Stand „Himmlische Geschenke“. Die 69-Jährige hilft in der Weihnachtsschmuckbude von Inhaber Helmut Klenke. Dieser arbeite sehr akribisch, um für die Weihnachtszeit gewappnet zu sein, sagt die Rentnerin: „Er ist das ganze Jahr im Erzgebirge, um dort die passenden Handwerkskunstwerke zum Verkauf zu finden“. Seit 4 Uhr Morgens ist sie nun auf den Beinen. „Hier ist fast alles fertig. Nur der große Schwippbogen auf dem Dach muss noch festgemacht und die Regale gefüllt werden“, sagt Wollmann. Auch wenn es gerade turbulent zu geht, nimmt sie sich gerne etwas Zeit. Sie packt ein Exponat aus dem Karton und präsentiert dieses stolz: Ein aus Holz geschnitzter Engel, mit großen Flügeln und bunten Verzierungen. „Ich weiß ja nicht, was sie so mögen, aber ich finde das schön“, sagt sie, lacht auf und packt den Engel wieder unter die Ladentheke. Zumindest bis Montag. Dann möchte sie so viele wie möglich unter die Leute bringen.

Moritz Naumann

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