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Rostock Streckensperrung sorgt weiter für Unmut
Mecklenburg Rostock Streckensperrung sorgt weiter für Unmut
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11:12 06.11.2018
Zwischen Marienehe und Warnemünde verkehrt die S-Bahn derzeit nicht. Busse und Straßenbahnen übernehmen. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Die Busse sind überfüllt, die Wartezeiten lang und gerade Menschen mit Gehhilfen und Familien mit Kinderwagen haben das Nachsehen: Seit zwei Wochen baut die Deutsche Bahn zwischen Marienehe und Warnemünde. Noch bis zum 21. November soll die S-Bahn-Strecke gesperrt bleiben. Schon vorher hat es mächtig Kritik an den Plänen für den Ersatzverkehr gegeben. Wie es scheint zurecht, denn die Beschwerden reißen nicht ab.

Zuletzt hatte sich auch Rostocks Chef der Grünen-Fraktion über das Thema ausgelassen. „Es ist eine Zumutung“, betont Flachsmeyer erneut. Ein Bekannter mit Kinderwagen habe drei Busse abwarten müssen, bis er mitfahren konnte. „Es gibt ganz wenig Niederflurbusse, dafür vor allem Reisebusse.“ Und gerade in den Reisebussen sei der Platz für Kinderwagen, Rollstühle oder Fahrräder begrenzt oder erst gar nicht möglich. Flachsmeyer sei der selbst mehrmals mit dem Ersatzverkehr gefahren und habe auch überfüllte Busse erlebt. Auch die angekündigte Nachbesserung der Bahn habe die Situation kaum entspannen können. „Ich habe gehört, dass das Chaos sogar zugenommen hat.“ Erst gestern Morgen sei der Haltestellenbereich in Marienehe mit Autos zugeparkt worden. „Die Fahrgäste mussten teilweise auf der Straße umsteigen“, erzählt der Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr. In einem offenen Brief hatte er den Landesverkehrsminister Christian Pegel eingeladen, sich das Ausmaß persönlich anzugucken. Eine Antwort steht allerdings noch aus.

Die Probleme kann auch Alexander Prechtel (CDU), der Vorsitzende des Warnemünder Ortsbeirats, bestätigen. „Es ist im Grunde eine Sauerei, was da passiert. Hier werden Stadtteile abgeschnitten“, sagt dieser drastisch. Die ganze Planung sei mit er heißen Nadel gestrickt. Schließlich habe es erst gar keinen Ersatz während der Bauarbeiten geben sollen. Der Verkehrsvertrag zwischen dem Land und der DB Regio sieht diesen nicht vor. „Nun wird ein Schienenersatzverkehr angeboten, der derart schlecht ist, dass immer wieder Leute nicht mitkommen.“ Er kritisiert auch den Umgang mit dem Thema. „Die Verantwortlichen ziehen sich zurück und sagen, dass sie keinen Einfluss haben und die Bahn geht auf Tauchstation.“

Vonseiten der Bahn gibt es nun auf OZ-Anfrage eine Antwort. „Bereits ab dem zweiten Tag (23. Oktober) wurden unter anderem mehr Niederflurbusse und Reserven angefordert und eingesetzt“, erklärt Karin Schwelgin von der Deutschen Bahn. Auch die Koordination der Busunternehmen und Kontrollen habe man verstärkt. Diese Kontrollen hätten ergeben, dass das Angebot nachweislich verbessert wurde. Die Busse würden ab Marienehe nun im 15-Minuten-Takt im Anschluss an die S-Bahn fahren. „In der Regel jeweils mit einem Reisebus und einem Niederflurbus.“ Beteiligt sind die Busunternehmen URB (Unser Roter Bus) und Firma Flegel. „Buskapazitäten und -typen können durch die Unternehmen entsprechend der Verfügbarkeit bereitgestellt werden.“ Will heißen: Das Angebot ist begrenzt.

„Ein Schienenersatzverkehr kann das Angebot der Rostocker S-Bahn nicht adäquat ersetzen“, betont auch Renate Gundlach, die Sprecherin das Verkehrsministerium. „Die Busse des Ersatzverkehrs bewegen sich im öffentlichen Straßenraum. Sie benötigen daher mehr Fahrzeit als die Züge der S-Bahn.“ Vor allem im Berufsverkehr müsse daher auch mit Verspätungen gerechnet werden. „Zudem kann nicht stets jedem Fahrgast ein Sitzplatz angeboten werden.“ Die Ministeriumssprecherin rät den Fahrgästen auf das Angebot der Rostocker Straßenbahn AG auszuweichen.

Zugleich möchte die Deutsche Bahn darauf hinweisen, dass die Busse, wie andere Verkehrsteilnehmer auch wegen Bauarbeiten an der Straße im Stau stehen. So könne es nun einmal zu Wartezeiten kommen. „Dass kann man der Bahn auch nicht vorwerfen“, ergänzt Flachsmeyer. „Die schlechte Organisation allerdings schon.“ Die Bahnsprecherin verspricht allerdings: „Wir werden die kritischen Punkte noch einmal aufnehmen.“

Gerade in Warnemünde und Markgrafenheide hat man derzeit jedoch eine dunkle Vorahnung. „Die jetzige Situation lässt Schlimmes befürchten für das nächste Jahr“, sagt Prechtel. Dann soll in einem zweiten Bauabschnitt die Strecke zwischen Warnemünde Werft und Warnemünde Hauptbahnhof gesperrt werden – zwischen Oktober 2019 und Mai 2020. Bisher gibt es hier noch keine Reaktion, ob es dann überhaupt einen Ersatzverkehr geben wird.

Bahn modernisiert S-Bahn-Strecke in Rostock

Die S-Bahn-Strecke zwischen Marienehe und Warnemünde ist vom 22. Oktober bis 21. November gesperrt.

Bis September 2019 ist die Errichtung eines digitalen Stellwerks für die Strecke Bramow – Warnemünde-Werft vorgesehen, heißt es vonseiten der Deutschen Bahn AG zu den Arbeiten.

Von Oktober 2019 bis Mai 2020 folgt der Umbau des Bahnhofs Warnemünde. Ab Herbst 2019 bis Mai 2020 gibt es die Vollsperrung zwischen Werft und Bahnhof Warnemünde.

Johanna Hegermann

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