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Rostock Weltformeln und fliegende Straßenbahnen
Mecklenburg Rostock Weltformeln und fliegende Straßenbahnen
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00:43 27.04.2018
Linda Zorn (9) und ihre Mutter Dörte an der Wassertropfen-Rennbahn im Physik-Institut. Die beiden waren das erste Mal bei der Langen Nacht der Wissenschaften. Quelle: Fotos: Christina Milbrandt
Stadtmitte/Südstadt

Gebannt schaut Linda auf die Wassertropfen-Rennbahn im Foyer des Physik-Instituts der Uni Rostock. Wie kleine Glasperlen sausen die Tropfen nacheinander ins Ziel. Die Neunjährige kann gar nicht genug davon kriegen und so geht es per Knopfdruck nochmal los. Anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften tummelten sich gestern noch viel mehr Kinder auf dem Südstadt-Campus. Sie konnten sich von älteren Schülern zeigen lassen, welche Experimente in der 10. und 11. Klasse gemacht werden oder sich eine Vorlesung anschauen, die Physikstudenten extra für die Veranstaltung konzipiert haben. Das Interesse daran war so groß, dass viele Zuhörer nur noch auf den Gängen Platz fanden.

Die Lange Nacht der Wissenschaften bot buntes Programm / Finale des OZ-Digital-Wettbewerbs

Mit dabei waren auch Schüler der Freien Schule Güstrow. „Wir nutzen die Möglichkeiten, die hier geboten werden, damit die Kinder noch mehr erfahren, als wir ihnen im Unterricht erzählen können“, sagte Lehrerin Cornelia Schewe. „Wir machen das als freiwillige Aktion. Es kommt eigentlich immer sehr gut an.“ Und so ging es mit Fahrgemeinschaften von der Barlachstadt in die Hansestadt. Für Erwachsene wurde es zu späterer Stunde richtig interessant. So gab es beim Department „Leben, Licht und Materie“ zum Beispiel einen Escape-Room, einen Raum, den nur verlassen konnte, wer bestimmte Aufgaben löst. In der Innenstadt gab es viele interessante Veranstaltungen, bei denen Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften eine Rolle spielten. Im Audimax ging es sogar um den Gottesbeweis.

Ein Blick in die Zukunft wurde im Foyer von „Aida Cruises“ gewagt: Bei der Auftaktveranstaltung zur Wissenschaftsnacht wurden die Gewinner des Wettbewerbs Rostock Digital 800+ gekürt. Dafür hatte die OSTSEE-ZEITUNG Schüler aufgerufen, sich Gedanken über die digitale Zukunft der Hansestadt zu machen. Die Ideen waren vielfältig: Von der fliegenden Straßenbahn, die Stau verhindern soll bis zum sich selbst entwertenden Fahrschein war alles dabei.

Den Hauptpreis, ein nagelneues I-Pad, konnte Anton Bräunlich aus Groß Stove mit nach Hause nehmen. Der Zwölfjährige punktete mit seiner Idee für voll digitalisierte Fahrräder. Per App werde jeder gefahrene Kilometer umgerechnet in eingesparte CO2-Einheiten, die vom Radfahrer dann in Geld, Einkaufsgutscheine oder Rabattkarten eingetauscht werden können, erklärte Anton in seinem Video. Die Idee kam so gut an, dass Uni-Rektor Wolfgang Schareck den Jungen in das Institut für Informatik einlud, um die Weiterentwicklung seines prämierten Wettbewerbsbeitrags voranzutreiben.

Nicht nur bei der Auftaktveranstaltung, auch in allen anderen Unigebäuden, war der Andrang gestern Abend groß. Nicht zuletzt, weil der Eintritt in diesem Jahr zum ersten Mal frei war. Ein wichtiger Schritt, wie auch Senator Steffen Bockhahn in seinem Grußwort betonte. Denn auf diese Weise hätten alle die Möglichkeit, genauer hinter die Kulissen zu schauen und zu erfahren, wie Wissenschaft funktioniert.

Christina Milbrandt

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